LED-Tabelle: „Bauhaus“ führt sich selbst aufs Glatteis

Neben einigen Sonderangeboten präsentiert „Bauhaus“ in seiner Februar-Werbebeilage (Ausschnitte unten, gültig bis 1. März) auch eine LED-Tabelle mit Daten-Vergleichen und -Bewertungen. Die ist aber nur begrenzt hilfreich.

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LED-bauhaus-02-2014-TabelleHier sehen Sie links oben einen schon etwas älteren „Voltolux“-GU10-LED-Strahler mit 3,2 Watt und weiter rechts drei neue Osram-Lampen ganz ohne Watt-Angaben – auch im Online-Angebot findet sich dazu nichts. Wieso wollen die „Bauhaus“-Beilagenbastler bloß die Leistungsaufnahme geheim halten? Vielleicht hilft ja die direkt daneben im Prospekt gedruckte Vergleichstabelle weiter (Bild rechts).

Danach müssten die beiden „60 W-Glühlampenersatz“-LED-Leuchtmittel mit 806 Lumen Lichtstrom ungefähr 10 Watt haben. Und tatsächlich sind es 9,5 W bei der nicht dimmbaren „LED Star A60“ und 10 W für die dimmbare „LED Superstar A60“ – passt.

Die „LED Star A40“ mit 470 Lumen sollte laut Tabelle rund 8 Watt ziehen. Stimmt zwar bei den älteren Osram-LED-Lampen, allerdings nicht mehr für die von „Bauhaus“ abgebildete aktuelle Baureihe. Die braucht nämlich nur rund 6 Watt – das gilt sogar für die dimmbare „Superstar“-Variante. Knapp daneben.

Beim „Spot“ passt leider gar nichts

Richtig spannend wird’s beim GU10-„Spot“. Der ist nämlich mit seinen 120 Grad Halbwertswinkel offiziell gar nicht für „Akzentbeleuchtung“ geeignet (die EU-Ökodesignverordnung erlaubt maximal 90 Grad), darf deshalb nicht als „1:1-Ersatz“ für die wesentlich enger und weitreichender strahlenden 35-Watt-Halogenspots beworben werden und muss sich stattdessen den Rundstrahler-Vergleichen stellen. Seine 240 Lumen (nicht 320 lm, wie früher mal versprochen) entsprechen laut EU-Norm und „Bauhaus“-Tabelle also knapp der Helligkeit einer 25-Watt-Glühlampe. Wie schön, dass er dafür keine 5, sondern nur gut 3 Watt benötigt.

Ziemlich witzig ist auch die „Bauhaus“-Bewertung des allgemeinen Farbwiedergabeindex‘ (Ra) in der „Wussten Sie …“-Tabelle. „Ra 90-100 = ausgezeichnet“ stimmt ja durchaus, „Ra 80-90 = gut“ könnte man auch noch gelten lassen – obwohl mir da eine weitere Zwischenstufe „sehr gut“ zwischen 87 und 93 gefallen hätte.

Alles unter Ra 80 muss in keine Tabelle mehr

Dass „Bauhaus“ aber Ra 60-80 als „mittel“ durchgehen lässt, wo doch seit September 2013 EU-weit keine LED-Retrofit für die Innenbeleuchtung unter Ra 80 haben darf, nenne ich lächerlich. Nein, das ist nicht „mittel“, das ist mangelhaft, weil schon unter einem Leuchtmittel mit Ra 70-75 kaum noch eine Haut- oder Lebensmittelfarbe annähernd natürlich aussieht. Und alles mit einem Ra <60 nennen wir doch lieber „unterirdisch“ oder „grottig“.

Was lernen wir daraus? Traue keiner „Verbraucherinformation“, die den Technikstand und das Wissen von vorgestern vermittelt. Selbst das, was 2013 noch eine vermeintlich langlebige LED-Wahrheit war, könnte schon dieses Jahr überholt sein. Gilt übrigens nicht nur für aktuelle Baumarkt-Prospekte, sondern auch für viele meiner alten Blogbeiträge, die ich natürlich nicht alle rückwirkend auf den letzten Stand bringen kann. Aber die verkaufe ich ja auch nicht als „neu“.

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