OBI kämpft gegen LED-Lampen-Deflation

Möglicherweise gibt es auch im OBI-Baumarkt in Ihrer Nähe derzeit einige LED-„Sonderangebote“, die Ihnen bereits seit längerer Zeit bekannt vorkommen. Auffallend dort: Das anhaltend hohe Preisniveau selbst für veraltete und leistungsschwache Lampen – offenbar völlig unbeeindruckt vom allgemeinen Deflationstrend auf dem LED-Markt.

OBI-Spots 1700/12
Eines der bis 20. Oktober geltenden Angebote des OBI-„Biber Fan-Wochen“-Prospekts 1700/12. Bauart, Alter und Leistung der LED-Spots passen nicht zu den verlangten Preisen.

Ich weiß nicht genau, wo und wie der OBI-Biber seine scharfen Zähne einsetzt. Er nutzt sie aber keinesfalls zum Abknabbern der LED-Lampen- und Leuchtenpreise in den Baumärkten der Kette. Während diverse Hersteller und Händler immer bessere Produkte zu stetig fallenden Preisen anbieten, setzt OBI auf strikte Stabilität.

Die oben abgebildeten GU10- und GU5.3-Spots von „16east“ aus Hongkong mit 3 Watt Leistungsaufnahme, ca. 130 Lumen Lichtstrom, einem Abstrahlwinkel von 60 Grad, einer Lichtstärke von 150 Candela und einer Farbtemperatur von 3200 Kelvin waren schon vor rund einem Jahr in einer OBI-Werbebeilage und seither immer mal wieder – durchweg als „Sonderangebot“ für jeweils 8,99 Euro.

Dass sie nun auch als Dreierpack für 17,99 Euro im Regal stehen (Einzelpreis also ca. 6 Euro), macht die Sache nicht wesentlich besser. Schließlich reden wir von LED-Lampen, die schon vor drei Jahren höchstens durchschnittlich waren und maximal ein ziemlich unvollkommener Ersatz für 15-Watt-Hochvolt-Halogenspots sind.

Sonderpreise? Bei uns doch nicht!

Das bessere Konkurrenzangebot liefert OBI kurioserweise direkt darunter in seiner Werbebeilage – mit der relativ neuen, aber inzwischen schon weit verbreiteten „Low Budget“-LED-Lampenserie von Philips.

OBI-Philips-LED-Lampen

Drei dieser Lämpchen sind schon seit Mai in diversen Edeka/“Scheck-in“-Märkten zu haben – kurz danach gab’s dort zusätzlich die „Tropfen“-Lampe. Alle vier waren auch bereits im September bei OBI zu haben, allerdings im Prospekt weniger ausführlich und teils sogar falsch beschrieben. Diesmal hat das besser geklappt: Die 4W-”Kerzenlampe” und der 4W-„Tropfen“ leuchten nun auch laut OBI in der matten Version mit 330 Lumen statt mit nur 310. Die Farbtemperatur liegt bei 2700 Kelvin, der Farbwiedergabeindex bei über CR/Ra 85.

Die “LED-Normallampe” mit E27-Fassung und 6 Watt hat eine Farbtemperatur von 2700 Kelvin und einen etwas schlechteren Farbwiedergabeindex von mindestens CRI/Ra 80. Der 4 Watt starke GU10-Spot schafft nach Philips-Angaben die gleiche Farbtreue und einen Lichtstrom von 165 Lumen mit einer etwas “kälteren” Farbtemperatur von 3000 Kelvin bei einem Abstrahlwinkel von 36 Grad. Bei meinem Test im Juni kam er mir deutlich heller vor als offiziell angegeben, weshalb er meines Erachtens zwar mindestens als Ersatz für einen 25W-Halogenstrahler, aber nicht unbedingt – wie im OBI-Prospekt behauptet – für einen 35W-Halo taugt.

Der Einheitspreis von 9,99 Euro bei OBI entspricht der unverbindlichen Empfehlung von Philips, vielen anderen Online- oder Offline-Angeboten, sogar dem früheren Angebotspreis bei OBI für diese vier LED-Lampen und ist somit nichts Besonderes. Das Preis-Leistungsverhältnis ist dennoch signifikant besser als bei den „16east“-Spots ganz oben.

LED-Spotserie noch schlapper als vermutet

Ungewohnt offenherzig waren die Prospektbastler jetzt bei einem anderen LED-„Dauerbrenner“ aus dem OBI-Sortiment:

OBI-Spotserie 1700/12

Erstmals verraten sie bei ihrer LED-Spotserie im „Raketen-Design“ nicht nur die Leistungsaufnahme (2,5 Watt pro Lampe), sondern auch die Lichtstärke: Schlappe 70 Candela – das ist noch weitaus weniger, als ich bisher vermutet hatte. Zwar fehlt die Angabe zum Abstrahlwinkel, aus der man den Lichtstrom kalkulieren könnte; wahrscheinlich dürften es aber rund 60 Grad und damit deutlich weniger als 100 Lumen sein.

Der Einer-Spot könnte demnach als Ersatz für einen 10-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler zum Beispiel ein kleines Modellauto aus geringer Entfernung anständig beleuchten, die Zweier-Leiste wäre ein Äquivalent für einen 15W-Halo, der Dreifach-Spot bietet die Helligkeit eines einzigen 25-Watt-Halogenspots und die Vierer-Leiste liegt im Bereich eines 35W-Halos.

Unterirdische Lichtqualität

Im Gegensatz zu diesen herkömmlichen Leuchtmitteln dürfen Sie aber von den altertümlichen LED-Billigheimern bei OBI keine anständige Lichtqualität erwarten. Wahrscheinlich ist die Farbtemperatur mit ca. 3200 K merklich „kälter“ als bei Halogenlampen (ca. 2800 K), der Farbwiedergabeindex bei rund CRI/Ra 70 (statt bei 100) und die Spektralverteilung könnte deutliche und unangenehme Spitzen bei grün und blau aufweisen.

All das lesen Sie natürlich weder in den Prospekten noch im OBI-Online-Angebot. Über die zu erwartende Lebensdauer werden ebenfalls keine Angaben gemacht, das darf der Kunde völlig selbstständig im Alltagsbetrieb ‚rausfinden. Na, danke. Für solche Leuchten erscheint mir jede Summe zu hoch – bei OBI ist die Spotserie zudem nicht billiger als bereits Ende August. Man kann’s auch übertreiben mit der Preis- und Sortimentsstabilität.

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Ein Gedanke zu „OBI kämpft gegen LED-Lampen-Deflation

  1. Mir ist das schon seit Jahren aufgefallen, als hagebau immer wieder neue LED-Produkte liegen hatte, hatte OBI noch keine und später nur eine kleine Auswahl. Erst als man die Glühbirne 60 W aus dem Sortiment nehmen musste, gab es eine große Auswahl, aber beim genaueren Hinschauen waren die Glühbirnen schon veraltet und sehr teuer und das hat sich bis jetzt noch nicht so richtig geändert. Und außerdem sinken die Preise bei LED-Glühbirnen und Spots auch nicht so, wo bei der Konkurrenz immer was billiger ist.
    Bis dann.

Kommentare sind geschlossen.