Im Test: Neue 10-Watt-LED-„Birne“ von LEDON – rundum gut

Deutlich runder als ältere LEDON-„Birnen“ leuchtet der neue 10-Watt-LED-Ersatz für herkömmliche Glühlampen bis 60 Watt. Mit 260 Grad Halbwertswinkel ist die 600-Lumen-Lampe universell einsetzbar.

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Im Gegensatz zu älteren Modellen leuchten die „Cree“-LED-Chips (siehe Update) in der neuen LEDON-Lampe nicht mehr im Rechteck vom Boden aus, sondern in runder Formation ein gutes Stück höher unter der matten Haube. Und weil auch der Sockel nicht allzu breit baut, gibt’s deshalb mehr Licht nach unten als früher. (Fotos: W. Messer)

Bisher hatten die stärkeren LED-„Birnen“ des österreichischen Retrofit-Spezialisten LEDON meist Abstrahlwinkel von rund 160 Grad. Das war für viele Zwecke ausreichend, aber kein universeller, perfekter Ersatz für rundstrahlende Glühlampen. Ab sofort heißt der neue Richtwert aus Lustenau für die Flaggschiffe des Sortiments mit E27-Schraubsockel aber „260 Grad“ – fast zwei Drittel eines Vollkreises.

LEDON-10W-600lm-aus1Jeweils drei Versionen gibt es laut aktueller Pressemitteilung bereits jetzt oder in naher Zukunft von den beiden Neuerscheinungen (13 Watt/800 Lumen Lichtstrom und 10 W/600 lm): Nicht dimmbar, dimmbar und „Double-Click“. Für die dritte Variante genügt ein normaler Lichtschalter. Wenn der bei eingeschaltetem Licht zweimal kurz hintereinander betätigt wird, reduziert sich die Helligkeit auf 30 Prozent des Maximalwerts.

Zum Test bekam ich eine dimmbare 10-Watt-„Birne“ (Bild rechts), die im LEDON-Online-Shop für knapp 25 Euro verkauft wird und EU-offiziell eine (fiktive) 48-W-Glühampe ersetzen kann. Subjektiv erschien sie mir jedoch mindestens so hell wie eine als Referenz hinzugezogene, klare 60-Watt-„Glühbirne“.

Vermutlich hat die helle Österreicherin eher ca. 640 bis 660 als die angegebenen 600 Lumen – und mit solchen Einschätzungen täusche ich mich selten. Jemand Lust auf ’ne Wette? (Update 9.10.: Laut LEDON lag der höchste bisher gemessene Wert bei knapp 620 lm – die Wette hätte ich dann wohl verloren.)

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Die neue 600-Lumen-LEDON in der Packung und „in Aktion“.

Massiv, schwer und wertig kommt sie daher, die neue LEDON: Nachgewogene 165 Gramm, 60 mm im Durchmesser und 120 mm lang. Der weiße Metallsockel wird vertikal von Luftkanälen durchzogen, die unterhalb der matten Glashaube in einem umlaufenden Schlitz enden. Damit soll eine passive „Kamineffekt“-Kühlung der Vorschaltelektronik erzeugt werden. In meiner offenen Testfassung habe ich nach zwei Stunden Dauerleuchten an der heißesten Gehäusestelle rund 75 Grad gemessen, die Haube kam dagegen nicht über 35 Grad – insgesamt unkritische Werte.

LEDON-10W-600lm-LabelAn einem gewöhnlichen Schalter gab es keine merkliche Ein- oder Ausschaltverzögerung; die Leistungsaufnahme lag laut meinem „Energy Meter“ bei 10,3 Watt, der elektrische Leistungsfaktor bei sehr guten 0,84 (offiziell sind’s nur 0,75 – siehe pdf-Datenblatt).

Dabei blieb die Lampe komplett geräuschlos. Der von mir berechnete Energieeffizienzindex beträgt 0,19 – am besseren Ende des neuen EU-Ökolabels A (Packungsausschnitt links, Grenzwert zu A+: 0,17).

Mit einem 20-bis-315-Watt-Phasenabschnittdimmer ohne Justierschraube war die Leistungsaufnahme (inklusive Dimmer) zwischen 3,8 und 11,9 Watt regelbar – hier lag der beste Leistungsfaktor bei den auch von LEDON genannten 0,75. Die Helligkeit änderte sich stufenlos und flackerfrei – herunter bis auf geschätzte 150 Lumen. Dabei war jedoch in 5 bis 10 Zentimeter Distanz ein leichtes Surren zu hören.

Beim Ein- und Ausschalten gab es etwas mehr Reaktionszeit als am Schalter. Nach längerer Inaktivität und bei dunkelster Einstellung kann es durchaus rund eine halbe Sekunde dauern, bis die Lampe den Schaltbefehlen folgt.

Bei Phasenanschnitt surrt’s deutlich lauter

Das gilt ebenso für einen testweise angeschlossenen Standard-Phasenanschnittdimmer aus dem Baumarkt. Hier lag der Regelbereich zwischen 2,9 und 10,9 Watt, ohne dass die LEDON-Lampe jedoch dunkler leuchtete als mit der anderen Dimmer-Variante. Allerdings war das Surrgeräusch aus dem Gehäuse etwa doppelt so laut wie zuvor. Immerhin: Trotz der mit 60 Watt viel zu hohen Mindestlast gab’s keine der sonst mit Billigdimmern und LED-Lampen üblichen Flacker- und Regelprobleme.

Und wie sieht’s mit dem „Unique Selling Point“ (USP) des Vorarlberger Premium-Herstellers aus? Schließlich rechtfertigt LEDON die überdurchschnittlich hohen Preise mit der besonders guten Lichtqualität seiner LED-Retrofits. Tatsächlich gibt’s an der Farbtemperatur nichts zu meckern: 2700 Kelvin („warm-weiß“) stehen drauf und so wirkt es auch – allerdings mit weniger Rot-Anteil als eine herkömmliche Glühlampe.

Das sieht man auch beim Farbtreue-Vergleich mit meinem Standard-„Model“:

Farbtreue-LEDON-10W-Gluehlampe
Eine rote Ducati 916 im Kleinformat auf weißem Untergrund – links von der 10-Watt-LEDON angestrahlt, rechts von einer klaren 60-Watt-Glühlampe. (Weißabgleich „bewölkter Himmel“, ohne Farbkorrektur, gleiche Belichtung)

LEDON-10W-600lm-DatenDas Rot wirkt zwar mit der Glühlampe (Farbwiedergabeindex Ra 100) etwas satter, die LEDON schlägt sich aber mit ihrem auch auf der Packung genannten Ra 90 (Bild rechts) sehr beachtlich, lässt sogar Weißes etwas näher am Original, liegt auch sonst recht nahe bei der Wahrheit und mischt höchstens ein wenig mehr Gelb dazu als der Glühfaden rechts.

Ähnlich anständig gibt diese Retrofit-„Birne“ menschliche Hauttöne oder farblich Anspruchsvolles aus Gemüsegarten und Metzgerei wieder. Dieses Licht können Sie also bedenkenlos auf die Damen vor Ihrem Schminkspiegel, Tomaten in der Küche und Steaks auf Ihrem Esstisch loslassen. Die beim „allgemeinen Farbwiedergabeindex“ Ra nicht berücksichtigten Werte für die Einzelfarben R9 („Rot gesättigt“) und R13 (Rosa/Hautfarbe) liegen mit Sicherheit ebenfalls deutlich über dem Durchschnitt von „Consumer“-LED-Lampen.

Lichteindruck wie bei der „kleinen Schwester“

Spontan erschien mir der subjektive Lichteindruck identisch mit jenem der im Januar getesteten 7-Watt-LEDON-Lampe – natürlich abgesehen von den Unterschieden bei Helligkeit und Abstrahlwinkel. Die beiden Schätzchen haben wohl nicht nur gleiche Nennwerte für Farbtreue und Lichtfarbe, sondern auch sonst ein paar Gemeinsamkeiten bei den „Cree“-Chips (siehe Update) unter der Haube. Offensichtlich arbeiten dort nur hochwertige „weiße“ LEDs, ohne Zumischung von roten oder „Bernstein“-Typen wie in früheren Modellen.

Die offiziellen Lebensdauerwerte gleichen sich ebenfalls: Mindestens 25.000 Leuchtstunden und 100.000 schadlose Schaltzyklen. Die übliche Zwei-Jahres-Garantie verlängert sich für „LEDON-Club“-Mitglieder ohne weitere Kosten auf drei Jahre.

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Mein Testurteil:

Knapp 25 Euro für eine dimmbare 600-Lumen-LED-Lampe sind happig. Dafür bekommen Sie aber auch eine sehr gute Lichtqualität, mehr Helligkeit als erwartet, einen sehr breiten Abstrahlwinkel und eine offensichtlich in den letzten Monaten weiter verbesserte Vorschaltelektronik. Die Verträglichkeit mit verschiedenen Dimmermodellen hat bei LEDON jetzt endlich ein akzeptables Niveau erreicht. Gegenüber vergleichbaren Glühlampen sparen Sie mit der LEDON-„Birne“ über 80 Prozent Strom. Für das alles kann ich doch mal mit vollen Händen ins Bewertungstöpfchen greifen und die Maximalwertung für dimmbare LED-Lampen vergeben:
fünf Sterne.

Update 3.10.: Auf meine Twitter-Nachfrage wollte mir LEDON heute nicht verraten, welche Chip-Typen genau drin stecken – überraschte mich aber mit dem Hinweis, dass in dieser Lampe keine von „Cree“ drin seien:

Mehr zum Thema:

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10 Gedanken zu „Im Test: Neue 10-Watt-LED-„Birne“ von LEDON – rundum gut

  1. Sehr schön, dass die Elektronik sich hinsichtlich der Dimmbarkeit immer weiter verbessert.
    Trotzdem sind diese Lampen immer noch teurer als die, die man von Cree selber in den USA schon für 10 Dollar bekommt.
    Und die 80% Stromersparnis gelten für uns Stromspar-Freaks sowieso nicht, da wir schon jahrelang vorher Energiesparlampen genutzt haben und diese von der Wattzahl fast identisch mit den LEDs sind.

  2. An dieser Stelle standen drei Kommentare, die ich nachträglich gelöscht habe. Es hat absolut keinen Sinn und widerspricht den Kommentarrichtlinien, billigere „Alternativen“ zum vorgestellten Produkt zu posten und dabei zu verschweigen, dass es ältere Modelle mit Ra 80 statt Neuentwicklungen mit Ra 90 sind. Natürlich reden wir hier von zwei preislichen Ligen.

    Die genannten Lampen wurden hier im Blog schon mehrfach erwähnt oder vorgestellt – falls es dazu im Moment irgendwelche Sonderaktionen gibt, postet das bitte unter die richtigen Beiträge und nicht hier.

    Falls Ihr das nicht einsehen wollt, schließe ich die Kommentare.

  3. Sehr geehrter Herr Messer!

    Wie glühlampenähnlich ist das Licht; auch im Vergleich zur neuen Osram Superstar A40 (Eintrag vom: 26.08.2013) oder im Vergleich zur Philips Master LEDbulb (Eintrag vom: 20.08.2013)?

    Mit freundlichen Grüßen

    • In dieser Disziplin liegen die LEDON und die Osram ziemlich nahe beieinander – jedenfalls wenn’s um den direkten Blick auf die Lampe geht. Das abgestrahlte Licht ist jedoch bei der LEDON durch den höheren Farbwiedergabeindex sicher Glühlampen-ähnlicher, wie auch der Farbtreue-Fotovergleich im Beitrag zeigt.

      Die Philips wirkt im Vergleich etwas „kühler“, was prinzipiell aber kein Nachteil sein muss. Da sind die Geschmäcker bekanntlich verschieden.

      Off topic: Nochmal der Hinweis auf Punkt 1 der Kommentarrichtlinien, die laut meinem Hinweis am Fuß des Blogs auch hier gelten:

      „Der Kommentierende gibt seinen Klarnamen (mindestens Vornamen) und eine zutreffende E-Mail-Adresse an.“

      Eigentlich hätte ich einen Kommentar von „1111“ also auch löschen können.

  4. Habe mich auf Grund dieses Testes extra für die ältere 10 W Ledon Double Click entschieden. Für den Esstisch war neuer grüner Lampenschirm angeschafft worden, rund strahlende ESL reflektierten zu stark im Schirm –> schlimmer Grünstich. Nun die ältere Ledon mit 10 W, nur 165 °C Abstrahlwinkel und 600 lm eingebaut und bin sehr zufrieden. Licht natürlich deutliche Verbesserung, keine Geräusche, Double Click Funktion einfacherer als gedacht. Arbeiten -> 100%, Essen -> 30 %.

  5. Ich habe, u.a. aufgrund dieses Tests sowie der von LEDON veröffentlichten Informationen nun doch dazu durchgerungen, auch am niedrigen Ende der Kelvinskala zu investieren. Der erste Eindruck dieser Lampe ist schon sehr gut, deutlich besser als die der früheren Ledons oder auch die Osram Parathom (gab es auch als E14-Kerze) mit Ra=90, die mit separaten Rot-LEDs arbeiten, und v.a. nach dem Einschalten ein leicht rosastichiges Licht abgeben. Die Ledon A60 wirkt hier deutlich ausgewogener (Grund: keine Spitzen beim Rot, sondern ein breites Phosphorspektrum, wie man dem Datenblatt entnehmen kann), und sie muss sich nicht erst „warmlaufen“, um die richtige Farbe zu bekommen. Für einen gemütlichen Abend nach anstrengender Arbeit durchaus eine Alternative bzw. Ergänzung zu Naturweiß.

    Mir fiel allerdings nach dem ersten längeren Betrieb ein leichter Plastikgeruch auf (nicht aufdringlich, nur in unmittelbarer Nähe der gerade ausgeschalteten Lampe wahrnehmbar), und frage mich, ob das bei neuen Lampen normal ist und sich mit der Zeit geben wird.

    • Glückwunsch zur mutigen „Ausreißer“-Kaufentscheidung und danke für die Beurteilung, die ich absolut unterschreiben kann.

      Mir selbst ist beim Test kein Plastikgeruch aufgefallen. Als einer der letzten kräftigen Raucher im Land fehlt mir aber vermutlich der ausreichende Geruchssinn, um das allgemeingültig bewerten zu können. 😉

Kommentare sind geschlossen.