LED-Deckenfluter bei „toom“ und OBI: Heller als früher, aber nicht teurer

Jeweils zwei sehr ähnlich aussehende LED-Deckenfluter-Varianten mit identischen Leistungsdaten finden Sie diese Woche im „toom“-Baumarkt und bei OBI (Prospektausschnitte unten, gültig bis 7.9.). Dass die „toom“-Fluter links 10 Euro teurer sind, erstaunt erstmal, hat aber einen einleuchtenden Grund.

toom-OBI-LED-Deckenfluter

Vermutlich sind Ihnen diese LED-Leuchten in der einen oder anderen Design-Variante schon ein paarmal begegnet: Beispielsweise vor gut einem Jahr bei „Bauhaus“ oder letzten November bei Aldi Süd. Dabei zeigte sich bis jetzt ein klarer Trend: Preise ‚runter, Leistungsdaten ‚rauf. Zuerst waren’s insgesamt (Deckenfluter + Leseleuchte) 1070 Lumen Lichtstrom für 119 Euro, dann 1170 lm für knapp 80 Euro und nun 1345 lm für 80 („toom“) bzw. nur 70 Euro (OBI).

Sonst hat sich im Prinzip wenig geändert. Die Farbtemperatur blieb bei „warm-weißen“ 3000 Kelvin, die Leistungsaufnahme bei insgesamt rund 18 Watt. Also stecken jetzt offensichtlich effizientere (nicht auswechselbare) LED-Module als früher im Fluter und in der Leseleuchte. Konkrete Werte für den Farbwiedergabeindex, den Abstrahlwinkel oder die Schaltfestigkeit suchen Sie aber auch heute noch vergeblich, obwohl diese Angaben laut einer neuen EU-Verordnung irgendwo zu finden sein müssten. Immerhin beziffert OBI die zu erwartende Lebensdauer mit 25.000 Leuchstunden.

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Blog-Leser Bernd Dietz berichtete beim letzten Mal über einen Lichteindruck „wie im Krankenhaus“, an den man sich aber nach ein paar Wochen gewöhnt habe. Eine Lichtfarbe und -Qualität wie bei einem traditionellen Halogenfluter dürfen Sie in dieser LED-Preisklasse wirklich nicht erwarten. Die Helligkeit des oberen Moduls entspricht jetzt etwa der eines 75-Watt-Halogenstabs; die Leseleuchte kann ungefähr mit einem 25-Watt-Halogenspot mithalten.

Das Design der beiden Varianten polarisiert – vielen gefällt’s; mich und einige andere erinnert es an eine Duschgarnitur mit Handbrause. Immerhin kann man sich mit einem über 80prozentigen Sparpotenzial trösten, das trägt ein wenig zur Versöhnung mit der Optik bei.

Das effizientere Modul wird schlechter eingestuft

Apropos „Strom sparen“: Seit Sonntag gilt nicht nur die neue EU-Ökodesignverordnung, sondern auch ein neues Öko-Label für Lampen und Komplettleuchten mit den Stufen E (Stromfresser, wegschmeißen!) bis A++ (super-sparsam). In der „toom“-Werbebeilage wird das bereits sehr differenziert genutzt. Das obere Modul mit gut 76 Lumen/Watt habe die Energieeffizienzklasse (EEK) A, das untere in der Leseleuchte mit nur 70 lm/W sei sogar in der A+-Klasse.

Der scheinbare Widerspruch erklärt sich durch die komplizierte EU-Berechnungsformel für den Energieeffizienzindex (EEI), die leistungsstärkere Leuchtmittel benachteiligt. 1100 Lumen aus 14,4 Watt führen zu einem EEI von knapp über 0,17, das ist die Untergrenze für Klasse A. 245 Lumen aus 3,5 Watt bringen trotz schlechterer Effizienz einen EEI von rund 0,13 und damit locker die glanzvollere A+-Einstufung. Ob das so wahnsinnig sinnvoll und logisch ist, dürfen Sie entscheiden.

Das Dimmen macht den Unterschied

Und um die Verwirrung komplett zu machen: Hätten die beiden LED-Module einen Halbwertswinkel von maximal 90 Grad, würden sie als Lampen mit „gebündeltem Licht“ gelten und wegen großzügigerer Grenzwerte beide in der A+-Klasse landen.

Und was ist mit den 10 Euro Preisdifferenz? Ganz einfach: Beim knapp 80 Euro teuren „toom“-Angebot sind offensichtlich Fluter und Leseleuchte separat dimmbar, bei der billigeren OBI-Leuchte können Sie die Helligkeit nicht stufenlos regeln, sondern nur ein- und ausschalten. Einleuchtend, oder?

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5 Gedanken zu „LED-Deckenfluter bei „toom“ und OBI: Heller als früher, aber nicht teurer

  1. Nicht wechselbare Module sollten eigentlich verboten werden…. 25.000 Stunden hin oder her, Fehler in der Produktion, die zu einem frühen Sterben so mancher Bauteile führen, gibt es immer.

    Wenn man sich jetzt dazu verleiten lässt den Fluter den ganzen Tag brennen zu lassen sind 25.000 Stunden auch nicht mehr so viel…

      • Ein DIN Standard wäre mir lieber und wenn der dann noch von der EU aus vorgeschrieben wäre, würde das wirklich mal etwas nützen.

        So wird wieder Einwegware in den Handel gebracht

  2. Wieviel muss man mind. für einen Fluter mit angenehmer Lichtfarbe + Qualität ausgeben? Haben Sie Beispiele (Links) für höherwertigere Produkte?

    • Sorry, mangels ausreichender eigener Erfahrungen möchte ich keine konkrete Produktempfehlung liefern, sondern die Frage an meine besser informierten Leser weitergeben.

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