Osram Soleriq S 13: 1500 Lumen aus einem Mini-LED-Modul

So hell wie ein 100-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler leuchtet das neueste Osram-LED-Modul – mit nur 15 Watt und einer Lichtfläche von 13,5 Millimeter Durchmesser. „S 13“ heißt das dritte und kleinste Modell aus der „Soleriq“-Linie mit montage-freundlicher „Chip on board“-Technologie (Osram-PR-Bild).
OSRAM Soleriq S13-Modul
Das hier ist nichts für‘ Baumarkt-Lampenregal oder LED-Hobbybastler; hier müssen Profis ‚ran: Lampen- und Leuchtendesigner beispielsweise, Produzenten von hochwertigen und sehr hellen Lichtlösungen, wie sie etwa in der Gastronomie, in Verkaufsbereichen oder sehr großen und anspruchsvollen Privathaushalten gebraucht werden.

Dafür hatte „Osram Opto Semiconductors“ (Regensburg) bereits im April 2012 zwei leistungsstarke COB-Module namens „E 30“ und „E 40“ vorgestellt, die mit zahlreichen integrierten Einzel-Chips beispielsweise bei einer Farbtemperatur von 4000 Kelvin und einer Effizienz von 103 Lumen/Watt eine typische Helligkeit von 2700 bzw. 4000 Lumen Lichtstrom liefern können. Allerdings sind diese Strahlemänner mit 30 und 36 Quadratmillimeter Grundfläche nicht gerade Zwerge im Land der LED-„Arrays“.

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Deutlich kompakter kommt das neue „S 13“-Modul daher: Nur 18 x 18 mm Gesamtgröße mit einer Leuchtfläche von 13,5 mm Durchmesser, in der 30 rund angeordnete LED-Chips unter einer gemeinsamen Luminiszenz-Konversions-„Haube“ versammelt sind. So was passt problemlos auch in GU10- oder GU5.3-Retrofit-LED-Spots ‚rein, die herkömmliche Halogenstrahler ersetzen können. Drei Hauptvorteile: Die Lebensdauer der Module von über 50.000 Leuchtstunden, die Energieeinsparung von rund 85 Prozent und die Flexibilität bei der Lichtfarbe.

Wie seine größeren „Soleriq“-Brüder kann das „S 13“-Modul mit verschiedenen Farbtemperaturen zwischen 2700 (warm-weiß) und 6500 Kelvin (tageslichtähnliches Kalt-weiß) geordert werden. Der Farbwiedergabeindex ist stets über Ra/CRI 80. Bei 3000 K beträgt die Effizienz etwa 100 Lumen/Watt, der typische Lichtstrom 1500 Lumen. Das entspricht etwa einer 100-Watt-Hochvolt- oder einer 75-Watt-Niedervolt-Halogenlampe. Damit lassen sich auch große Flächen und Räume hell erleuchten.

OSRAM Soleriq S13-Lounge
Einsatzbeispiel für die neuen „Soleriq S 13“-Module: Die indirekte Beleuchtung einer Lounge. (Foto: Osram-PR)

In vielen Fällen empfiehlt es sich wohl für Leuchten- und Lampen-Produzenten, eine dimmbare Vorschaltelektronik einzubauen, weil vermutlich nicht ständig die volle Leistung gebraucht wird. Alles andere ist ziemlich simpel: Die weitgehend homogene Leuchtfläche mit ca. 120 Grad Abstrahlwinkel lässt sich problemlos in eine Optik koppeln; die mechanische und elektrische Verbindung kann mit Kleber und Schrauben oder einem kombinierten Halter erfolgen. Bei „Chip on board“-Modulen ist nämlich im Gegensatz zur SMD-Technik kein Löten der Anschlusskabel notwendig.

Sogar ein nachträglicher Einbau oder Austausch des Moduls ist ohne elektronische Akrobatik möglich, weil es dem firmenübergreifenden „Zhaga“-Standard für „LED Light Engines“ entspricht.

Unter anderem mit solchen Produkten im „B2B“-Segment hofft Osram, den LED-Licht-Anteil im Konzern-Gesamtumsatz weiter zu steigern. Zum Ende des letzten Quartals lag der nach Unternehmensangaben immerhin schon bei 31 Prozent; allein „Osram Opto Semiconductors“ verzeichnete einen Umsatzzuwachs von über 17 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf nun 279 Millionen Euro.

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12 Gedanken zu „Osram Soleriq S 13: 1500 Lumen aus einem Mini-LED-Modul

  1. „Bei “Chip on board”-Modulen ist nämlich im Gegensatz zur SMD-Technik kein Löten notwendig.“

    Das stimmt so ja nicht, da Modul selbst muss nicht verlötet werden aber die Kabel müssen trotzdem ans Modul angelötet werden 😉

    Schön ist das man das Modul mit Wärmeleitkleber auf einer Kühlfläche verkleben kann, dumm daran ist immer das mal wieder lösen zu müssen.

    • Nein, die Kabel müssen eben nicht ans COB-Modul gelötet werden – siehe die Osram-Pressemitteilung mit dieser Erklärung:

      „Im Gegensatz zu handelsüblichen High Power-LED ist bei der neuen Soleriq S 13 zur Montage kein SMT-Löten nötig – Kleber, Schrauben oder Halter genügen. Zwar kann man die Anschlusskabel immer noch per einfachem Handlöten miteinander verbinden. Auf dem Kühlkörper werden sie dann durch Kleben oder Verschrauben fixiert. Die weitaus einfachere Möglichkeit ist jedoch die Nutzung eines Halters, der die elektrische Kontaktierung und mechanische Montage vereinfacht. Löten ist in diesem Falle nicht mehr notwendig – die Anschlusskabel müssen nur noch in die dafür vorgesehenen Klemmen gesteckt und so fixiert werden.“

      Habe ich das etwa missverständlich wiedergegeben?

      Siehe dazu auch diesen Twitter-Dialog, den ich neulich mit Cree zu diesem Thema führte:

      • Das klingt irgendwie nach einer „Sockellösung“ zumindest die Montage per Halter.
        Ein paar einfache Grafiken von Herstellerseite würden das ganze wesentlich besser erklären.

          • Es gehört trotzdem zum guten Marketing wenn man seine Produkte ordentlich vorstellt um damit auch neue Kunden anzulocken…. wenn Osram der Meinung ist die sollen sich durch Listen mit Internationalen Standards wühlen oder sich auf der Website zu Tode suchen um Infos über die Sockel zu bekommen ist das einfach nur arm.

            Aber arm und armseelig liegt seit Jahren im Trend und ist in der Wirtschaft als auch der Politik als Normalzustand anerkannt 😉

        • Diese „Sockellösungen“ machen im Objektbereich Sinn. Bei einer teuren – vielleicht sogar in die Einrichtung bzw. Architektur integrierten – Beleuchtung, die 24/7 läuft, sind die 50.000h Lebensdauer des Leuchtmittels nach 6 Jahren verbraucht. Dann haben die Sockel Vorteile.
          Wenn eine Privatperson eine Qualitätslampe 5h pro Tag an hat, dann halten die LEDs 27a – da spart man sich den Sockel.

          • Der Zhaga-Standard sieht meines Wissens eine solch einfache Austauschbarkeit zwingend vor. Diese COB-Halterungen ohne Lötung können die Produktion eventuell auch vereinfachen und billiger machen.

            Finde ich übrigens auch für den Privatbereich sinnvoll. Eventuell tauscht man ja so ein Modul nicht erst dann, wenn’s kaputt geht, sondern beispielsweise, weil man irgendwann zu einer anderen Lichtfarbe wechseln will.

  2. Ich bin zwar nicht im LED-Geschäft tätig, aber ich fürchte, daß es bei Lampen für den Privatbereich um jeden Cent geht. Das heißt, alles auf eine Platine incl. Netzteil und Anschlußklemmen, möglichst viel in SMD. Ein Sockel wird ganz schnell weggespart.

    Aber der Sockel bietet theoretisch einen weiteren Vorteil: Man könnte COB-LEDs bauen, deren Farbkonversionsschicht die SMD-Löttemperatur nicht überstehen würde. Keine Ahnung, ob das von Relevanz ist oder einmal wird.

    Zum Thema Farbwechsel: Habe mittlerweile Hue-ähnliche LED-„Birnen“ von „Mi-Light“. Habe im Umfeld des Hue-Artikels etwas dazu geschrieben.

  3. Diesen Chip würde ich gern in zukünftigen 230V 50W GU10 Retrofitlampen sehen. Mit genügend Lichtreserve zum Dimmen und breiterer Ausleuchtung. Das wäre dann ein echtes Upgrade. Am liebsten auch noch mit CRI ab 90.

    • Vermutlich liegt hier das Limit beim Platz- und Kühlungsbedarf der Vorschaltelektronik, die bei einem solchen Leistungsniveau derzeit kaum in den GU10-Standardmaßen unterzubringen ist. Statt ca. 52 mm Gehäuselänge dürften 80 mm oder mehr notwendig sein. Passt dann halt nicht überall.

    • Wenn man das über die Nummer denn finden würde, tut man aber nicht.

      Manche Dinge sollte man besser verlinken.

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