Sing mir das Lidl von den Lumen

Wenn ein Discounter, ein Baumarkt oder eine Handelskette LED-Leuchtmittel und -Lampen in die Sonderangebote packt, muss er/sie damit rechnen, dass ich’s unter die Lupe nehmen. Das Urteil fällt in der Regel bestenfalls gemischt aus, teils auch vernichtend und nur selten überwiegend positiv. Der Discounter „Lidl“ hat sich hier bisher eher nicht ins beste Licht gesetzt und will diesen Ruf offenbar auch verteidigen.

Folgerichtig gibt’s ab kommenden Donnerstag dieses hübsche Angebot:

Lidl-Livarno-LED-Deckenleuchte
(Für größere Darstellung auf’s Bild klicken)

Die Leuchte überzeugt auf den ersten Blick durch das klare, moderne Design, die nette Farbkombination silber/schwarz und natürlich durch den Preis. 40 Euro für einen Vierer-LED-Spot sind äußerst günstig. Auf den zweiten Blick gibt’s aber jede Menge Fragezeichen:

  • Wie hell sind die Spots (die Lumen-Angabe ist eigentlich vorgeschrieben)?
  • Welche Farbtemperatur haben die LEDs?
  • Wieviel Strom braucht die gesamte Deckenleuchte?
  • Welchen Abstrahlwinkel haben die Spots?

Der Kunde erfährt leider nur, dass vier Leuchtmittel mit GU10-Fassung mitgeliefert werden, die „sehr hell, langlebig und energiesparend“ seien. Den Rest muss er sich zusammenreimen und kann deshalb auch kaum entscheiden, wo und wie er diese Deckenleuchte in der Wohnung sinnvoll einsetzen kann. Vielleicht kann ich Ihnen dabei mit ein paar Erfahrungs- und Schätzwerten helfen.

Die LED-Leuchtmittel mit jeweils drei Einzel-LEDs scheinen die gleichen zu sein wie bei der schon früher angebotenen dreiflammigen, ovalen Deckenleuchte von Livarno. Dort gab es immerhin eine Produktbeschreibung, in der von 3 Watt Leistungsaufnahme pro Spot, einer Farbtemperatur von rund 3100 Kelvin und einem Lichtstrom von etwa 100 Lumen die Rede war. Offenbar handelt es sich um eine veraltete Baureihe, wie sie etwa von GP Lighting in Taiwan hergestellt wurde, denn eine LIchtausbeute von nur 33 Lumen pro Watt ist schon lange nicht mehr zeitgemäß. Der Abstrahlwinkel dürfte wegen einer fehlenden Streuscheibe bei etwa 40 Grad liegen; der Lichtkegel ist also recht eng.

Die gesamte Vierer-Deckenleuchte verbraucht rund 12 Watt, bietet ein „warm-weißes“ Licht (das aber eher nach „Energiesparlampe“ aussieht) und liefert eine Helligkeit, die knapp einem 35-Watt-Halogenspot entspricht. Dieses schwache Ergebnis könnte glatt verdoppelt werden, wenn aktuelle LED-Spots mittlerer Effizienz eingesetzt würden. Dann aber wäre der Preis auch deutlich höher.

Fazit: Wieder mal ein LED-Sonderangebot, das weniger der ordentlichen Aufhellung eines Zimmers als mehr der punktuellen Akzentbeleuchtung aus nicht zu großer Entfernung dient.

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