Nur noch mit LED: „Powermoon“-Leuchtballons vom Niederrhein

Sie sorgen für helles, blendfreies Licht an Unfall- und Baustellen, bei Naturkatastrophen, Filmaufnahmen oder Militärübungen: Die „Powermoon“-Leuchtballons aus Rheinberg am Niederrhein. Im Sommer 2014 wurden die tragbaren Leuchten durchweg auf LED-Technik umgestellt und liefern pro Stück bis zu 160.000 Lumen Lichtstrom.
Powermoon-Leuchtballon
Rund einen Meter breit und knapp 70 Zentimeter hoch sind die mobilen „Powermoon“-Leuchtballons – oben das Modell „LED-Master 700“ mit ca. 70.000 Lumen. Eingesetzt werden sie normalerweise auf speziellen Stativen (unten links). Dank des „Federschirm“-Aufklappsystems können sie von einer Person schnell und einfach ausgepackt und montiert werden. (Fotos: Nölle IUT GmbH)

Powermoon LED an-StativSolche „Leuchtmonde“ haben Sie sicher schon mal gesehen – etwa bei Einsätzen von Feuerwehr, Polizei, Rettungsdienst oder Katastrophenschutz; in der Adventszeit sind sie mir auch als Lichtspender für ambulante Christbaum-Verkaufsflächen aufgefallen. Angeboten werden die mobilen „Powermoon“-Leuchten seit Ende der 1990er-Jahre von einem mittelständischen Betrieb mit Hauptsitz am Niederrhein, gegründet vom Diplom-Ingenieur Jürgen Nölle.

Ein Riesen-Vorteil dieses Ballon-Konzepts: Im Gegensatz zu Halogen-Flutlichtstrahlern sorgt es von oben her für weitgehend blendfreie Beleuchtung einer großen Fläche. Wer schon mal an einer Strahler-beleuchteten Unfallstelle vorbei gefahren ist, kennt vermutlich das Sicherheitsrisiko durch plötzliche, starke Lichtblendung.

Jahrzehntelang dienten vor allem Halogenmetalldampflampen (HQI) als Lichtquelle unter der teils transparenten Leuchtballon-Haube – mit entsprechend hohem Stromverbrauch, der bei mobilen Einsätzen durch leistungsstarke Generatoren oder Fahrzeug-Akkus gedeckt werden muss. 2011 bot Nölles Firma die ersten Hochleistungs-LED-Leuchten an – inzwischen kriegen Sie die Ballons aus Rheinberg nur noch mit LED-Bestückung. Sie erzeugen eine Tageslicht-ähnliche Farbtemperatur von 5500 Kelvin, sind dank Schutzart IP54 weitgehend wetterfest und mit verschiedenen Stativ-Adaptern erhältlich.

powermoon-led-baustelle
Zwei LED-„Powermoon“ im Straßenbau-Einsatz – ein tagheller Arbeitsplatz mitten in der Nacht. Da brauchen Sie beim Fotografieren kein Blitzlicht.

Fünf Grundmodelle mit jeweils mehreren Varianten stehen zur Auswahl: „LEDMoon 400“ (laut mir vorliegender Preisliste 1.449 Euro Netto-UVP), „LEDMoon 600“ (1.649 €), „LED-Master 400“ (ab 2.134 €), „LED-Master 700“ (ab 2.759 €) und „LED Master 1600“ (ab ca. 4.250 €), wobei die Zahlen in der Modellbezeichnung für die ungefähre Leistungsaufnahme in Watt stehen.

Bordnetz- oder Haushaltsstrom-Versorgung

Die „Moon“ werden direkt an 230 Volt Wechselspannung angeschlossen und bieten mindestens 40.000 bzw. bis zu 65.000 Lumen Lichtstrom mit rund 120 Grad Halbwertswinkel; die „Master“-Versionen arbeiten serienmäßig mit 12-, 24- oder 48-Volt-Bord-Gleichspannung und schaffen sogar bis zu 160.000 lm. Powermoon-HuelleFalls Sie mal besonders viel Licht für Ihre nächste nächtliche Gartenparty brauchen: Das entspricht etwa der Helligkeit von vier jeweils 2.000 Watt starken Hochvolt-Halogenstrahlern.

Mit speziellen, externen Netzteilen sind die „Master-Powermoons“ wahlweise ebenfalls für Haushaltsstrom geeignet und deshalb besonders flexibel verwendbar. Zwischen den Einsätzen nehmen die Leuchten nicht viel Platz weg: Zusammengeklappt und eingepackt (Bild rechts) messen sie samt PVC-Hülle nur 1,30 m bis 1,50 m Länge und 25 cm Durchmesser; die Ballons selbst wiegen je nach Modell gerade mal 12,5 bis 17 Kilogramm.

Es geht auch noch etwas kompakter

compact-600-leuchteWer’s noch kleiner und wetterfester mag, bedient sich bei den gekapselten, staub- und wasserdichten „Compact“-Leuchten (Schutzart IP68, Bild links). Die sehen zwar nicht wie „Leuchtmonde“ aus, bieten aber bei Gleichspannungs-Versorgung immerhin satte 27.000 bis 60.000 Lumen – aus LED-bestückten Zylindern mit maximal 43 cm Länge und 20 cm Durchmesser, die ebenfalls auf höhenverstellbare Stative gesetzt werden können.

Solche mobilen Beleuchtungsanlagen werden in Fachkreisen und Kinderzimmern deshalb auch „Lichtgiraffen“ genannt (kleiner Kopf, langer Hals – Sie wissen schon). Bei den „Compact“-Modellen vom Niederrhein können Sie durch Drehen des Einstellrades unten sogar zwischen gerichtetem und diffusem Licht umschalten.

Billiger als ähnlich helle „Powermoons“ sind sie allerdings nicht: Je nach Variante müssen Sie zwischen knapp 2.000 und rund 2.960 Euro netto hinlegen. Passende Netzteile kosten nochmal 399 bzw. 649 Euro extra.

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