LED-Splitter: Neues von Osram, LEDON und Philips

Heute in den LED-Splittern: Die Osram Licht AG geht wohl im Juli an die Börse und bringt kurz darauf eine ganze Palette von neuen LED-Lampen auf den Markt; „Retrofit“-Spezialist LEDON hat deutlich weniger Premieren, erklärt uns aber die Geheimnisse der Lichtqualität; und Philips hat innerhalb eines Jahres 100 frische Lizenznehmer für seine LED-Leuchten- und Lampen-Patente gefunden.

Osram-Palette
Über ein Dutzend „Retrofit“-LED-Neuheiten verspricht uns Osram für August und September – darunter auch Lampen mit digitaler „Ledotron“-Dimmertechnologie. (Fotos: Osram-PR/Montage: W. Messer)

Dieser Sommer wird spannend für den Münchener Lichtgiganten Osram: Vermutlich in der zweiten Juliwoche soll der „Spin-off“ von Siemens mit dem Börsengang der neuen „Osram Licht AG“ endgültig vollzogen werden, nachdem Einsprüche von einzelnen Aktionären zurückgewiesen wurden und der Aufsichtsrat neu besetzt wird. Siemens-Aktionäre erhalten dann automatisch für jeweils zehn ihrer Anteilscheine eine der neuen Osram-Aktien; weitere Investoren sind jedoch willkommen.

Bereits im August startet ein Neuheiten-Feuerwerk – zuerst mit LED-Spots: Auch preislich ganz weit oben steht die „Parathom Pro PAR16 Ledotron“ mit der schon vor längerer Zeit eingeführten digitalen Regeltechnik, die spezielle Dimmer benötigt und mit den üblichen Geräten nicht kompatibel ist.

Zusätzliche Farbtemperatur-Versionen

Die bisherige „Parathom Pro MR16 50 Advanced“ wird durch die „Parathom Pro MR16 42 Advanced“ ersetzt und bekommt mit 4000 Kelvin eine zusätzliche Farbtemperatur-Variante. Die künftige „Parathom Pro PAR16 50 Advanced“ schrumpft von 85 auf 58 mm Länge. Die „MR16 50 Advanced“ ersetzt die jetzige „MR16 60 Advanced“ und wird ebenfalls alternativ in einer 4000-K-Version angeboten. Das gilt genau so für die neue „PAR16 20 36°“, die dann auch als dimmbare „Advanced“-Version im Sortiment ist.

Eine neue Lichtfarbe (3000 K) erhalten die „PAR16 35 36°Advanced“ und die „PAR16 50 36° Advanced“. Der Niedervolt-Spot „Parathom MR16 20 36°“ als Ersatz für eine herkömmliche 20-Watt-Glühlampe wird zusätzlich als nicht dimmbare Version verfügbar sein. Eine Leistungsstufe höher sind die „MR16 35 36°“ (nicht dimmbar) und die „MR16 35 24°/36° Advanced“ (dimmbar) als 35-Watt-Halo-Ersatz.

Ab September neue „Birnen“, „Kerzen“ und „Tropfen“

Im September geht’s dann mit neuen „Classic“-LED-„Retrofit“-Lampen weiter, vor allem mit einer komplett überarbeiteten, nicht dimmbaren „Classic A“-Serie: „CL A15 E27“, „CL A25 E27“, „CL A40 E27“ und „CL A60 E27“. Bei den dimmbaren „Advanced“-Lampen wird es neben den bisherigen „frosted“-Versionen mit mattem Lampenglas dann neu die „Classic A40 Advanced Clear Sparkling“ und die „Classic A60 Advanced Clear Sparkling“ mit Klarglas geben.

Auch die kleineren LED-Tropfen- und Kerzenlampen von Osram bekommen Zuwachs: Die „Classic P25 Advanced“ für E27- oder E14-Fassungen wird es in einer zusätzlichen „Clear Sparkling“-Variante geben. Komplett überarbeitet präsentieren sich die dimmbaren und nicht dimmbaren „Classic B/P“-LED-Leuchtmittel als Ersatz für herkömmliche 40-Watt-Glühlampen. Star der künftigen Rundstrahler wird wohl die nur mit speziellen Digital-Dimmern regelbare „Parathom Classic A60 Ledotron“.

Neuheiten-Trio bei LEDON

Erheblich übersichtlicher ist die Neuheiten-Palette der inzwischen ebenfalls selbstständigen LEDON Lamp GmbH aus Österreich: Den 5 Watt starken R50-LED-Spot mit E14-Schraubsockel für knapp 17 Euro kennen Sie schon von meinem Test im Mai, die seit Januar verkaufte 7-Watt-A60-„Birne“ mit 400 Lumen Lichtstrom gibt es nun für 17,49 Euro auch in einer dimmbaren Variante. Laut LEDON-Pressemitteilung wird hier eine neue, digitale Technologie eingesetzt, mit der „die Regulierung der Helligkeit in Kombination mit handelsüblichen Dimmern stark verbessert“ worden sei. Überprüfen kann ich das mangels Testexemplar noch nicht.

Ledon_P45Ebenfalls noch nicht auf meinem Tisch gelandet ist die 5 Watt starke, nicht dimmbare „P45“-LED-Tropfenlampe für 19,99 Euro (LEDON-PR-Bild links) als passgenauer 1:1-Ersatz für Tropfen-Glühlampen mit E27-Schraubsockel bis zu 25 Watt. Dafür sollen 230 Lumen Lichtstrom mit einer Farbtemperatur von 2700 K genügen. Highlight des Leuchtmittels ist die überdurchschnittlich hohe Farbwiedergabe von Ra 90. Zum Vergleich: Eine traditionelle Glühlampe hat Ra 100.

Und wo wir schon bei Lichtqualität sind: In seinem aktuellen Newsletter für die Kunden verweist LEDON unter anderem auf einen neuen Online-Beitrag. „Woran erkennt man eigentlich gutes Licht?“ lautet dort die Gretchenfrage, und die ausführliche Antwort befasst sich vor allem mit Lichtspektren, Farbtemperaturen und Farbwiedergabeindizes. Das alles gibt’s zwar auch ausführlich und in Einzelartikeln in meinem Blog, wird bei LEDON aber kompakter und allgemein verständlich erläutert.

LEDON-Club-Mitglieder können übrigens mit eigenen Augen die Spektralverteilung ihrer Lampen zuhause kontrollieren: Sie bekommen bis zum 30. Juni die jüngst von der „Stiftung Warentest“ geprüfte 10-Watt-„Double-Click“-Lampe 10 Prozent billiger im firmeneigenen Online-Shop und mit jeder Bestellung ein kostenloses LEDON-Handspektroskop dazu.

Weltweit 300 Philips-LED-Lizenznehmer

Vor etwa einem Jahr hatte ich hier im Blog erklärt, dass Philips-LED-Technologie auch in vielen Leuchten und Lampen drinstecken kann, auf denen nicht „Philips“ steht. Rund 200 Lizenznehmer aus diesem Sektor nutzten zu diesem Zeitpunkt die Dienste der Philips-Abteilung „Intellectual Property & Standards“, kurz IP&S, in Eindhoven (Niederlande). Mit rund 400 Mitarbeitern verwaltet und verwertet sie insgesamt über 54.000 Patente, 70.000 Geschmacksmuster, 39.000 Marken- und Warenzeichen sowie 4.400 Domain-Namen.

IP&S startete 2008 das Lizenzierungsprogramm für LED-Leuchten und Lampen und freut sich seither über einen rapide wachsenden Kundenkreis, wie diese Philips-Grafik zeigt (für erweiterte und größere Darstellung hier klicken):

Philips-Lizenznehmer

Aktueller Stand laut Pressemitteilung: 300 Lizenznehmer weltweit – eine Steigerung um 50 Prozent allein zwischen Mai 2012 und Mai 2013. Unter den 127 Nutzern in Nordamerika, 149 in Europa und 24 im asiatisch-pazifischen Wirtschaftsraum (APAC) sind durchaus auch einige direkte Mitbewerber auf dem LED-Markt. Details werden deshalb naturgemäß meist nicht verraten.

Mehr zum Thema:

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Im Test: Der erste LED-Spot von LEDON zum Schrauben

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9 Gedanken zu „LED-Splitter: Neues von Osram, LEDON und Philips

  1. “ “Classic B/P”-LED-Leuchtmittel als Ersatz für herkömmliche 40-Watt-Glühlampen…
    . “
    Wird es von Osram jetzt endlich im Sockel E14 Bereich einen vollwertigen Ersatz für 40 Watt Glühlampen / 8 Watt Energiesparbirnen geben ?

    Denn ich brauche in einigen Sockel E14 Lampen deutlich mehr Licht als die bisher gebotenen höchstens 250 Lumen.

    frankkl

      • Wunderbar genau darauf warte ich schon länger,
        die Adapter von E27 auf E14 sind nur ein kompromiss der nicht überall funktioniert.

        Wünsche mir hochwertige Produkte mit einer normalen durchschnittlichen Lebensdauer von 25000 bis 30000 Stunden,
        wenn die qualität stimmt werde ich mir dann wohl mindestens 4 Sockel E14 LED Birnen/Kerzen (~ 400 Lumen) zukünftig kaufen.

        frankkl

  2. Interessant finde ich das Handspekrtoskop. Bei Ledon habe ich dazu nichts weiter gefunden, aber bei astromedia. Pappbasatz für 8 EUR. Klasse Idee, zumindest für qualitative Beurteilungen. Damit sich die 5 EUR Porto auch rentieren, vielleicht das Beugungsgitter einzeln dazu. Vielleicht kann man damit in Zusammenhang mit der Digicam was quantititavies basteln.
    Erfreulich ist die Ankündigung von OSRAM auch 4000K zu bedienen.
    Hingegen lobt der Ledon-Geschäftsführer in seinem Schulungsvideo weiterhin die Glühlampe als das Maß für Lichtqualität.
    Dazu und zu unserer häufigen Diskussion, welche Farbtemperaturen denn für eine objektive Farbbegutachtung besonders empfehlenswert sind, habe ich auch folgende halbamtliche Empfehlung gefunden:
    Dimmer.de hat einen Auszug aus der Arbeitsstättenverordnung „Gütemerkmale der Beleuchtung nach DIN EN 12464-1“ zusammengestellt.
    Unter 2.16.4 „Farbkontrolle bei Mehrfarbendruck“ wird für diese Tätigkeit 1 500 lux, ein Ra von 90 und eine Farbtemperatur von T=4000 K empfohlen. Und Druckereien müssen wissen, was sie tun. Die haben sicher nach einem guten Kompromiß zwischen Sonnenlicht und Glühlicht gesucht, da die Druckerzeugnisse überall bestehen müssen. Ein ähnliche Empfehlung gibt es für Qualitätskontrollen im Holzhandwerk und die Auswahl von Furnierhölzern. Diese explizite Farbempfehlung bestärkt mich in meiner Meinung, daß 2700K Schummerlicht nicht wirklich farbtreu, sondern allenfalls durch Gewöhnung akzeptiert ist.

  3. @Jürgen: Interessant, ich bin bisher davon ausgegangen, dass im „colorproof“-Sektor der Farbtemperaturbereich von 5000 (Fotografie, Kunstausstellungen) bis 6500 K (Industrie, Medizin) optimal ist. 4000 K wirken bei Zimmerlichtstärke neutralweiß, bei 1000 Lux und mehr allerdings gelblich (Purkinje-Effekt; Verschiebung des Weißpunktes bis ca. 6500 K bei Tageslichtstärke). Deswegen sind wohl auch Lampen mit Ra>90 vorwiegend in diesem Farbberreich erhältlich. Bei Druckerzeugnissen kommt es natürlich auch darauf an, in welcher Lichtumgebung diese am Ende verwendet werden, d.h. für Zeitschriften gelten sicher andere Kriterien als für die Außenwerbung.

    • ich bin bisher davon ausgegangen, dass im “colorproof”-Sektor der Farbtemperaturbereich von 5000 (Fotografie, Kunstausstellungen) bis 6500 K (Industrie, Medizin)

      Ja, Ingo, das ist völlig richtig. Ich habe heute morgen vorschnell geschrieben. Die 4000K haben mir keine Ruhe gelassen. Schon mal, weil ich andernorts hier im Blog abgeleitet habe, daß Ra-Werte unter 5000K für die Farbtreue bei Tageslicht nicht wirklich aussagefähig sind. Im Nachgang habe ich etwas genauer recherchiert. Die Arbeitsstättenverordnung scheint zumindest bezüglich des Druckgewerks veraltet. Ich habe dazu einen sehr interessanten Artikel über die neuere ISO 3664 : 2009 gefunden. Habe die ISO mal eingesehen und nach meinem ersten Eindruck trifft der Artikeln den Kern sehr gut. Früher wurde wohl unter Normlicht D65 abgestimmt. Heute aufgrund der gestiegenen Anforderungen und der besseren Möglichkeiten bei D50 (Tageslicht mit Normspektrum 5000K) und Ri (i=1…8) jeweils >80 und Ra>90. Ri bzw. Ra nach CIE 13.3-1995.
      Das alles bei 2000lux mit einer Homogenität +/- 250 lux.
      Kurz und knapp: Die Drucker, die ja von Farbechtheit etwas verstehen und auch davon leben, setzen derzeit auf 5000K – also auf Tageslicht – wenn es um Farbtreue geht. Bei Farbtemperaturen um 2700 bis 3000K können wir beim Ra vielleicht von Farbähnlichkeit zur Glühlampe reden. Für die Hersteller sicherlich wichtig, um die Migration für die tradionsgeprägten Kunden zu erleichtern. Aber Farbtreue sollte man meiner Meinung nach bei diesen Farbtemperaturen nicht erwarten oder versprechen.

      • Früher wurde wohl unter Normlicht D65 abgestimmt. Heute aufgrund der gestiegenen Anforderungen und der besseren Möglichkeiten bei D50

        Das verstehe ich nicht, und das wird auch in dem von Dir verlinkten Artikel (ansonsten sehr interessant, danke dafür!) leider nicht erklärt: Warum wurde nun der Normweißpunkt von 6500 auf 5000 K gesenkt? Inwieweit hat das mit welchen gestiegenen Anforderungen zu tun? Fakt ist: 6500 K (SRGB) beim Computerdisplay wirken knallweiß, 5000 K leicht gelblich (beim Mac kann man das einstellen, sowie auch mit dem auch für Windows erhältlichen Bildschirm-Dimmer-Tool F.lux). 6500 K entspricht dem Weißpunkt bei hoher Lichtstärke (Tageslicht), während 5000 K schon bei 1000 Lux nicht mehr weiß, sondern gelblich wirkt (bei 50 Lux hingegen u.U. leicht bläulich). 5000 K entspricht übrigens dem Sonnenschein bei ca. 20 Grad hohem Sonnenstand (später Nachmittag bzw. früher Abend im Sommer) auf eine zur Sonne ausgerichtete neutral reflektierende („weiße“) Fläche. Und wir alle wissen, dass das Sonnenlicht da schon einen deutlichen goldenen Ton hat. Die Mittagssonne erreicht ca. 5600 K, und bedeckter Himmel 6000-7000 K.

        Meines Erachtens kann der Grund für die Absenkung nur sein, dass Druckerzeugnisse sowohl bei Tageslicht als auch bei Kunstlicht gut aussehen sollen, und daher 5000 K als Kompromiss gewählt wurde.

        • Meines Erachtens kann der Grund für die Absenkung nur sein, dass Druckerzeugnisse sowohl bei Tageslicht als auch bei Kunstlicht gut aussehen sollen, und daher 5000 K als Kompromiss gewählt wurde.

          Jetzt bin ich kein Druckexperte und lese gerade mal ein paar Minuten in diesem Genre; es scheint aber in diese Richtung zu gehen.

          Die Fogra Forschungsgesllschaft hat 2009 einen Artikel mit dem Titel Warum verwendet die Druckindustrie nicht D65?veröffentlicht. Mein Fazit: Druckereien nutzten sowohl Durchlichbekeuchtung für Dias bzw. Folien als auch Auflichtbeleuchtung für die Papiererzeugnisse. Projektionslampen mit 3000K bis 4000K für die Dias und als Auflicht meist Tageslicht, Nordfenster.
          Tageslicht ist allerdings nicht konstant, deshalb der Wunsch nach Normlicht.
          Als Normlicht hat sich dann 5000K als Kompromiß zwischen diesen beiden Welten eingebürgert.
          D50 werde auch durch eine Studie gestützt, nach der die durchschnittliche Farbtemperatur in Innenräumen bei Tag 4700K betragen soll. Wie auch immer dieser Durchschnitt bei einer so nichtlinearen Größe definiert ist.

          • Danke für den Link. Offenbar wurde im Druckbereich schon immer D50 benutzt (bzw. vorher eben überhaupt kein D-Normlicht, sondern einfach Tageslicht einerseits und 3500 K Projektionslampe andererseits). Die 4700 K Durchschnitt könnten allenfalls durch Mischlicht zwischen Tageslicht und 4000-K-Bürolicht zustande kommen. BTW bei mir sind es mitunter schätzungsweise um die 8000-10000 K, zumindest morgens, solange nur der blaue Himmel rein scheint. Ist ein sehr angenehmes erfrischendes Licht, besonders in Verbindung mit Kaffee 🙂

Kommentare sind geschlossen.