RZB-„Turtle“: Das mobile Design-LED-Lichtobjekt aus Bamberg

Nicht billig, aber originell ist eine LED-Leuchte im „Schildkröten“-Design. Die RZB-„Turtle“ kann flexibel gestellt, gelegt, aufgehängt oder verschraubt werden.
RZB-Turtle
Mehr Lichtobjekt als nur profane Beleuchtung: Die RZB-„Turtle“ kommt einsatzbereit mit 1,80 Meter textilummanteltem Kabel und Schalter im Schuko-Stecker. (Fotos: RZB-PR)

Ja, unsere Rotwangen-Schmuckschildkröte „Tilly“ sieht etwas anders aus als die „Turtle“ und ist auch viel besser für lange Tauchgänge geeignet. Und die üblichen Lumen/Watt– oder Lumen/Euro-Berechnungen können Sie bei dieser mobilen LED-Leuchte sowieso gleich vergessen. Hier geht’s nämlich nicht um ein Discounter-Schnäppchen, sondern um ein Retro-Designobjekt der Leuchtenfirma RZB (Rudolf Zimmermann, Bamberg), die 2014 ihr 75jähriges Bestehen feiern kann.

Basis der „Turtle“ aus der „RZB Loft“-Linie ist die schon etwas ältere und mehrfach preisgekrönte RZB-„Areno“-Leuchte des Designers Helmut Heinrich, die an traditionelle Industrie- und Kellerleuchten erinnert. Während jene aber fest montiert und angeschlossen werden müssen, will die „Turtle“ genau so flexibel sein wie unsere „Tilly“, die jedes Jahr zur Paarungszeit in unglaublichem Tempo den heimischen Teich verlässt, dabei enorme Kletterkünste beweist und häufig erst Tage später in einem weit entfernten Teil des Dorfs wieder gefunden wird. Von wegen „träge Schildkröte“ …

RZB-Turtle-Kuechenreling
Keine Blendungsgefahr: Die „kalt-weiße“ LED-Schildkröte an einer Küchenreling. Mit knapp 25 cm Länge, rund 9 cm Höhe und gut 13 cm Breite nimmt sie auch nicht viel Platz weg.

Ähnlich fix können Sie die knapp 1 kg leichte LED-Leuchte wandern lassen – Hauptsache, in maximal 1,80 m Distanz ist eine Steckdose, in der sie den Schuko-Stecker mit integriertem Schalter einstöpseln. Dann haben Sie in Ihrer Küche, im Flur, im Regal, an der Wand, auf der Arbeitsfläche oder im Mobiliar eine moderne Interpretation der Licht-Vergangenheit; sehr stabil mit Aluminium-Druckguss-Gehäuse und innen lackierter, bruchfester Glasabdeckhaube.

Rund die Hälfte des Lichts wird „geschluckt“

Die ist auch dafür verantwortlich, dass vom Licht der drei 4-Watt-LED-„Packages“ drinnen nicht allzu viel nach außen dringt: Gerade mal 258 Lumen Lichtstrom bei der „warm-weißen“ Variante mit 3000 Kelvin Farbtemperatur und 330 lm bei der „kalt-weißen“ mit 6500 K. Das entspricht bei einem Abstrahlwinkel von rund 120 Grad ungefähr der Helligkeit einer herkömmlichen 25/40-Watt-Glühlampe.

Wirklich nicht viel bei einem eher durchschnittlichen Farbwiedergabeindex Ra 80 und der gesamten Leistungsaufnahme von 12 Watt, was beim neuen EU-Ökolabel gerade mal für Klasse B (Energieeffizienzindex 0,45) bzw. A („kalt-weiß“, EEI 0,37) reicht, obwohl die „Areno“-Leuchtmittel selbst mit A+ angegeben sind (pdf-Download des Datenblatts). Aber wer fragt bei stylischen Designobjekten für’s Loft schon nach Effizienz?

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Sonderlich preissensibel sollten Sie ebenfalls nicht sein. RZB vertreibt nämlich seine über 8000 hochwertigen Produkte normalerweise nur an Handelspartner, hat aber für die „Turtle“ eine Ausnahme gemacht und bietet sie erstmals auch Endkunden an – via Ikarus für satte 189 Euro plus Versand. Bei diesen Dimensionen dürfen Sie zuverlässig davon ausgehen, dass dieses Blog kein Gratis-Testexemplar bekommen hat.

Vielleicht bald „Turtle 2.0“?

Wie ich allerdings im Umfeld der Münchener „Light+Building-Preview“ erfahren habe, könnte diese „LED-Schildkröte“ eventuell noch neue Evolutionsstufen erleben. Im Gespräch sind effizientere Chips und ein digitales „Tuning“ der Vorschaltelektronik. So existiert wohl schon ein fernsteuerbarer „Turtle“-Prototyp, den sich die deutsch-schweizerische Firma „digitalSTROM AG“ innerhalb weniger Tage aus einem Serienexemplar gebastelt hat.

Die ehemalige „aizo AG“ schafft es nämlich mit Mikroprozessor-bestückten Spezial-Lüsterklemmen und einem zentralen Steuergerät, aus dem normalen Stromnetz sowie den vorhandenen Lampen und Leuchten ein digitales „Smart Home“-Netzwerk zu machen. Leider funktioniert diese geniale Technik nicht mit Wasserschildkröten, wo wir uns für „Tilly“ doch so dringend eine fernsteuerbare Rückholfunktion wünschen würden.

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4 Gedanken zu „RZB-„Turtle“: Das mobile Design-LED-Lichtobjekt aus Bamberg

  1. Ich mag ja Schildkröten und habe auch einen Nerv für wirklich alte Lichttechnik. Aber bei so einem Produkt zu dem Preis trotz Alu nur bescheidene Effizienz bei bescheidener Farbwiedergabe: R(a) 65?!? Diese Kröte kommt mir weder in die Küche noch sonstwohin!
    @RZB: Bitte bis zu einer Neuauflage mit anno 2014 akzeptablen LEDs elegant als „ausverkauft“ deklarieren…

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