„LG“-LED-Lampen bei „Penny“: Zu dunkel, zu teuer

Schön, wenn’s im Discounter um die Ecke LED-„Retrofits“ im Sonderangebot gibt. Weniger schön, wenn das Preis-/Leistungsverhältnis nicht stimmt und/oder wichtige Daten verschwiegen werden. Beispielsweise bei den „LG Electronics“-Lampen in der neuen Werbebeilage der REWE-Discount-Tochter „Penny“ (Angebot gültig ab Donnerstag, 22. November, Ausschnitt unten).

Penny-LG-LEDs 11/12

„Stück ab 9,99“ Euro sollen die beiden LED-Lampen der Südkoreaner bei „Penny“ kosten. Genauer heißt das: Für die 2-Watt-„Kerze“ mit schwachen 60 Lumen Lichtstrom müssen Sie 9,99 Euro hinlegen, für die weitaus hellere „A19-Birne“ mit 450 Lumen 12,99 Euro. Bei keinem dieser Preise würde mir spontan der Begriff „Schnäppchen“ in den Sinn kommen. Nach längerem Nachdenken erst recht nicht.

„Penny“ ist immerhin so rücksichtsvoll, in seinem Prospekt nicht zu verraten, dass „LG“ die Lampen auf seiner Website zum Teil „LED-Glühbirnen“ nennt (obwohl da nix mehr glüht). Oder dass die 60-Lumen-Kerze mit ihrer Farbtemperatur von 3000 Kelvin, einem Abstrahlwinkel von 250 Grad und einem Farbwiedergabeindex von Ra 80 allenfalls ein Ersatz für eine herkömmliche 10-Watt-„Glühkerze“ sein kann (das sehen Sie nur bruchstückhaft auf der abgebildeten Verpackung). Oder dass die beiden Lampen nicht dimmbar sind. Oder dass „LG“ für seine LED-„Retrofits“ nur 15.000 Schaltzyklen bis zum vorzeitigen Ausfall garantiert.

Die „Birne“ strahlt nicht rund

Verschwiegen wird auch, dass die 7,5-Watt-E27-„Birne“ nicht rundstrahlend, sondern ein verkappter Richtstrahler ist. Zwar sind 450 Lumen mit 2700 Kelvin und Ra 81 ziemlich nahe an einer 40-Watt-Glühlampe, wie sie auf der Verpackung als Vergleich angegeben wird. Die „LG“-LED schafft aber mit ihrem engen Abstrahlwinkel von 140 Grad nur etwas mehr als ein Drittel ihres Lichtkegels und ist dafür in der vom Sockel abgewandten Richtung erheblich heller als ihr Urahn.

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Wenn Sie das Teil also hängend in einer Leuchte über einem Tisch montieren, bleibt die Decke ziemlich dunkel und der Tisch wird etwa so hell erleuchtet, als ob eine traditionelle 75-Watt-Lampe darüber hinge. Funktioniert natürlich auch anders herum bei stehender Montage, wenn Sie von unten her die Decke anstrahlen wollen. Wäre ja möglich, dass Sie genau so was brauchen.

Dafür und angesichts der Effizienz von 60 lm/W können Sie natürlich knapp 13 Euro bei „Penny“ ausgeben, müssen Sie aber nicht. Inzwischen gibt es nämlich Besseres für’s gleiche Geld, erheblich Besseres für etwas mehr oder Vergleichbares zu kleinerem Preis. Osram hat sogar schon eine 470-Lumen-Lampe für unter 10 Euro kurz vor dem Serienstart – das wird die reguläre unverbindliche Preisempfehlung, kein kurzfristiges Sonderangebot. Eines der ersten Exemplare wurde mir bereits zum Testen versprochen.

„Kerze“ aus der LED-Kreidezeit

Ein noch schlechteres „Penny“-Angebot ist die sehr dustere und überteuerte „LG“-E14-LED-„Kerze“. 60 Lumen aus 2 Watt bedeuten eine Energieeffizienz aus der LED-Kreidezeit (vor zehn Jahren oder so). Und dafür knapp 10 Euro blechen? Nö. In dieser Preislage haben Sie nämlich woanders die freie Auswahl in erheblich höheren Leistungs- und Effizienzklassen. So bietet Philips eine LED-„Kerze“ mit 4 Watt und satten 330 Lumen als Ersatz für eine 30-Watt-Kerzen-Glühlampe an.

(Okay, im Vergleich zum Elektronikversender ELV ist „Penny“ mit seinem 60-Lumen-Funzel-Angebot noch sehr günstig: Dort kostet die „LG“-Lampe unfassbare 14,95 Euro plus Versand.)

Selbst wenn also Prospektfloskeln wie „Nur für kurze Zeit“ oder „*Dieser Artikel ist nur vorübergehend in unserem Sortiment und nicht in allen Filialen erhältlich“ oder „Dieser Artikel kann aufgrund begrenzter begrenzter Vorratsmengen bereits am ersten Angebotstag ausverkauft sein“ zur Eile beim Kaufen mahnen: Hier können Sie auch als LED-Fan am Donnerstag völlig entspannt bleiben und ihre Pennies stecken lassen – Sie verpassen nichts.

Auf meiner Bewertungsskala für LED-Angebote verdient die aktuelle „Penny“-Aktion insgesamt nur
LED-Stern einen Stern.

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3 Gedanken zu „„LG“-LED-Lampen bei „Penny“: Zu dunkel, zu teuer

  1. Die Kerzen LED von LG ist wirklich nicht besonders.

    Die 7,5 Watt allerdings schon. Die aufgezählten Alternativen sind alle nicht wirklich vergleichbar und besser, die E27 A55 Globe 7W ist zwar effizienter, leider aber nur durch die kühlere Lichtfarbe also kein wirklicher Ersatz für eine normale Glühbirne mit warmen Farbton, die LED Lampe, E 27, Standard (A60), warmweiß, 9W ist inefizienter also nicht ebenürtig zur LG und die 9,5 Phillips ist zwar minimal effizienter, hat aber eine deutlich geringere Lebensdauer 25000h zu 15000h. vermutlich wegen des deutlich kleineren Kühlköpers.(?) Die LG ist m.M. nach der beste Ersatz von den eben genannten

  2. @tribolaun: Effizienz ist nicht alles. Meist werden bessere Lichtqualität und wärme Farbtemperatur mit geringeren Lumen/Watt-Werten erkauft – siehe:
    http://www.ledon-lamp.com/de/entwicklung-einer-led-lampe-teil-2.htm
    Eine etwas ineffizientere Lampe als „nicht ebenbürtig“ zu bezeichnen, geht also weit an der Realität vorbei. Teils wäre sogar eher das Gegenteil richtig.
    .
    Die Lebensdauer- und Schaltzyklen-Angaben werden nicht nach einer gemeinsamen Norm ermittelt, sind meistens hochgerechnet (extrapoliert) und deshalb leider nicht wirklich vergleichbar. Manche Unternehmen sind bei ihren Angaben eher konservativ, andere eher optimistisch. Ich hatte schon mehrfach Exemplare, die nicht mal 100 Stunden durchhielten.

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