OBI-LED-Deckenfluter: Fakten fehlen

OBI LED-DeckenfluterDie Baumarktkette OBI schien mir ja bereits im April bei ihren LED-Sonderangeboten auf dem Weg der Besserung zu sein. Dieser Trend zu mehr Information über Helligkeit, Verbrauch und Farbtemperatur der Leuchten und Leuchtmittel hat sich aber leider nicht fortgesetzt. Im aktuellen Werbeprospekt zu den „Biber-Bonus-Wochen“ (gültig bis 22. Oktober) taucht ein LED-Deckenfluter-Sonderangebot auf (siehe Prospektausschnitt rechts), das diverse Fragen unbeantwortet lässt.

Aber ich fange mal mit dem Positiven an: Schön, dass OBI eine Alternative zu einem der stromhungrigsten Geräte anbietet, die in Privathaushalten zu finden sind. Deckenfluter sind nämlich in der Regel mit Halogenleuchtmitteln ausgestattet, die bis zu 300 (oben in einer R7-Fassung) bzw. 50 Watt (in der GU10-Fassung der Leselampe) verbrauchen. Selbst gedimmt können da noch über 100 Watt zusammenkommen.

Natürlich ist es mit viel Geld und etwas Aufwand möglich, solche Stromfressmonster nachträglich durch den Austausch gegen „Retrofit“-LEDs zu zähmen. Es gibt inzwischen tatsächlich dimmbare LED-„Stablampen“ mit R7-Fassung, dimmbare GU10-LED-Spots sogar schon deutlich länger. Wir haben damit bei uns zwei Deckenfluter (einer mit, einer ohne Leseleuchte) „nachbehandelt“, was aber wegen Platzmangels im „Deckenteller“ einige Umbauarbeiten erforderte und nicht mit jedem vorhandenen Dimmer gut funktioniert. Gesamtkosten: Rund 80 Euro für drei LED-Leuchtmittel.

Die maximale Helligkeit war anschließend deutlich geringer, aber noch ausreichend. Der Stromverbrauch beträgt jetzt nur noch 12 statt zuvor 200 Watt, bzw. 8 statt 150 Watt (Deckenfluter ohne Leseleuchte) – das ist schon eine anständige Einsparung.

Ähnlich sparsam soll auch der OBI-LED-Deckenfluter sein: 15 Watt oben und 5 Watt unten ergeben überschaubare 20 Watt, die auch noch separat dimm- und schaltbar sein sollen. Der von den „Biber-Bonuswochen“ kleingeknabberte Preis von rund 130 Euro darf „sensationell“ genannt werden, auch wenn die LEDs laut Prospekt „fest integriert“ und damit nicht auswechselbar sind.

Hier hört’s aber schon auf mit den nachvollziehbaren Fakten: Keine – eigentlich vorgeschriebene – Angabe zum Lichtstrom in Lumem und nichts zur Farbtemperatur. Wie meistens bei solchen Sonderangeboten kann ich Ihnen da nur eine kleine Entscheidungshilfe auf Grund von Schätz- und Vergleichswerten liefern.

Ein ähnlicher Deckenfluter mit identischen Watt-Zahlen wird zum Beispiel hier angeboten. Dort gibt’s aber auch keine näheren Angaben, nur einen saftigen Preis von rund 300 Euro. Etwas besser sieht’s hier aus – da ist der Preis mit rund 415 Euro noch heftiger, wir lesen aber immerhin etwas von einer Farbtemperatur von ca. 3500 Kelvin. Das ist deutlich „weißer“ als Halogenlicht (rund 3000 Kelvin). Da es auf dem Markt sehr nur wenige dimm- und integrierbare 15-Watt-LED-Module gibt, die physisch in solche Deckenfluter und kalkulatorisch in den gegebenen Preisrahmen passen, können Sie davon ausgehen, dass die Bestückung bei diesen drei Geräten weitgehend identisch ist.

Basierend auf einer geschätzten Effizienz von 50 bis 60 Lumen pro Watt hätten Sie damit beim OBI-Fluter oben in Richtung Decke einen Lichtstrom von 750 bis 900 Lumen und damit etwa die Entsprechung einer Halogenleuchte von 60 bzw. 75 Watt. Von der 5-Watt-Leselampe dürfen Sie zwischen 250 und 300 Lumen erwarten – das entspricht etwa einem 25-Watt-Halogenspot. Der Lichtaustritts- (oder Abstrahl-)winkel dürfte oben rund 120 Grad betragen, bei der Leseleuchte wahrscheinlich deutlich weniger (ich schätze mal etwa 40 bis 60 Grad; das heißt, das Licht ist stärker gebündelt).

Wenn Ihnen diese Helligkeitswerte genügen und Sie mit der an „Energieparlampen“ erinnernden, etwas „kühlen“ Farbtemperatur leben können, dürfen Sie dem OBI-Biber den LED-Deckenfluter bedenkenlos entreißen – das Preis/Leistungs-Verhältnis ist derzeit kaum zu toppen. Allerdings müssen Sie darauf hoffen, dass keines der beiden LED-Module vorzeitig den Geist aufgibt (in der Regel sollten sie mindestens 30.000 Brennstunden halten). In diesem Fall können Sie nämlich nicht einfach ein anderes Modul ‚reinschrauben, sondern müssen den ganzen Deckenfluter gegen einen neuen tauschen. Nach der Garantiezeit wird das vermutlich ein teures Vergnügen.

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2 Gedanken zu „OBI-LED-Deckenfluter: Fakten fehlen

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