Lumedo: Dynamische LED-Steuerung via Bluetooth 4.0

Mit einer App für iPhone, iPad und iPod sowie einem neu entwickelten Controller realisiert ein kleines Berliner Start-Up-Unternehmen die Steuerung von dynamisch regelbaren LED-Leuchten. Statt auf W-LAN und/oder „ZigBee“ setzt Lumedo dabei auf den Bluetooth-4.0-Funkstandard.

Lumedo-b+h-BalanceLight
Individuell regelbare Lichtstimmung: Die „BalanceLight“-LED-Leuchte von „boettcher+henssler“ schafft bis zu 900 Lumen Lichtstrom und enthält bereits einen Lumedo-Controller. Ihre je drei warm-, kalt-weißen und farbigen „Cree“-LEDs können drahtlos gesteuert werden. (Fotos: Lumedo-PR)

Lichtfarben und Helligkeit in der Wohnung je nach Stimmung, Tageszeit und Anlass – mit dynamisch regelbaren LED-Leuchten und -Lampen ist das problemlos machbar. Steuern können Sie das über verschiedene Wege: Ein weitgehend drahtgebundenes „Smart Home“-System oder ein komplett drahtloses Netzwerk. Hier dominieren bisher Lösungen mit W-LAN und/oder dem „ZigBee“-Funkstandard – etwa bei Philips „hue“ und Samsung.
LED_Controller
Das junge und noch sehr kleine Berliner Unternehmen Lumedo setzt dagegen auf Bluetooth 4.0, weil man sich davon Vorteile bei Kosten, Reichweite, Übertragungssicherheit, Latenz und Komfort verspricht. Dazu entwickelten die Ingenieure Felix Obschonka und Oscar Koller eine Kontrolleinheit namens BT-M2A (unverbindliche Preisempfehlung 159 Euro, Bild rechts), die solche Funksignale empfangen und verarbeiten kann, um sie als Steuerbefehle über fünf Ausgangskanäle an damit verbundene LED-Leuchten weiterzugeben.

Die Leuchten selbst brauchen also keinen Funkempfänger. Prinzipiell können Sie deshalb alle marktüblichen, dynamisch regelbaren Modelle anschließen – beispielsweise mehrfarbige LED-„Stripes“. Alternativ sind natürlich auch mehrere dimmbare Leuchten mit unterschiedlichen, aber fixen LED-Farben möglich, die dann ein „Kammer-Quintett“ mit individueller Lichtmischung aus „kalt-weiß“, „warm-weiß“, Rot, Grün und Blau (RGB) bilden.
Lumedo-Schaltplan
Das Schaltschema des Lumedo-Controllers. Insgesamt sind fünf individuell regelbare Ausgangskanäle à maximal 2 Ampère belegbar.

Bisher wurden offiziell Kabellängen zwischen Controller und Leuchten bis vier Meter getestet. Auf Nachfrage erklärte mir Felix Obschonka, dass theoretisch auch größere Distanzen möglich und nachzertifizierbar seien.

Lumedo-AppGesteuert und programmiert wird die Kontrolleinheit mit einer Gratis-App für iPhone (ab 4S), iPad (ab 3. Generation), iPad mini und iPod touch (ab 5. Generation). Eine Android-Version soll folgen, sobald Google ein Gerät mit Bluetooth 4.0 auf den Markt bringt. Die aktuelle App ermöglicht sowohl manuell gemischte Lichtstimmungen (Bild links) als auch feste Szenarien, Zeitsteuerungen oder Effekte und überträgt diese via Bluetooth zum Controller. Die Reichweite soll zwischen mindestens zehn und maximal 50 Meter betragen.

Einer der zeitgesteuerten Effekte nennt sich „Balance Light“. Hier können Sie tages- und nachtzeitabhängige Farbtemperaturen und Helligkeiten vorgeben, die dann automatisch und stufenlos geregelt werden. Die Spanne reicht dabei von völliger Dunkelheit über „schummriges Dämmerlicht“ und „angenehmes Warm-Weiß“ bis hin zu aktivitätssteigerndem kalten und hellen Licht.

Auch als „Licht-Wecker“ oder „Anwesenheits-Simulator“ kann die Lumedo-Steuerung genutzt werden – immer vorausgesetzt, Sie haben die passenden LED-Leuchten dazu.
Balance_Light_Leuchte LED
Diese Vorgabe entfällt, wenn Sie sich beim Lumedo-Kooperationspartner „boettcher+henssler“ bedienen: Hier bekommen Sie für 299 Euro (UVP) die elegante „Balance Light“-Wohnleuchte (Bild rechts), in der schon alles drin ist – ein abgespeckter Lumedo-Controller (350 mA) samt Netzteil, drei „warm-weiße“ (2700 Kelvin), drei „kalt-weiße“ (6500 K) LEDs und je eine rote, grüne und blaue – alle vom US-Produzenten „Cree“.

Insgesamt liefern die „High Power“-Chips maximal 900 Lumen Lichtstrom bei einer Leistungsaufnahme von 15 Watt. Das ist im Helligkeitsbereich zwischen herkömmlichen 60- und 75-Watt-Glühlampen, dann allerdings mit deutlich „kälterer“ Lichtfarbe.

Die maximale Effizienz von 60 Lumen/Watt genügt für die „A“-Einstufung beim neuen EU-Ökolabel. Der Farbwiedergabeindex varriiert je nach Lichtmischung und kann nach mir vorliegenden Angaben bis über CRI/Ra 90 reichen. Im Standby-Betrieb mit abgeschalteten LEDs werden 0,1 Watt zur Versorgung des Controllers benötigt. „Anschließen und Loslegen“ heißt die Devise bei dieser Komplettleuchte – der englischsprachige Fan nennt das „Plug & Play“ (Demo-Video bei YouTube).

Falls Ihnen eine dynamische LED-Lichtquelle nicht genügt: Die Lumedo-App kann offiziell bis zu fünf Controller oder Komplettleuchten individuell ansprechen – theoretisch auch mehr. Die Grenzen eines drahtlosen Licht-Netzwerks setzt vermutlich eher Ihr Geldbeutel als Ihre Kreativität.

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3 Gedanken zu „Lumedo: Dynamische LED-Steuerung via Bluetooth 4.0

  1. Erinnert mich an die Mi-Light.
    Aber lichtstärker in etwa 60W kompatibel. Und nur 0,1W Ruheleistung. Das ist schon mal besser als Mi-Light.
    Aber warum BT? WLAN kann man in einige Hausautomatisierungssysteme integrieren. Bei BT wird die Luft schon dünner.
    Für welche gängigen Hausautomatisierungssysteme hat der Hersteller Schnittstellen vorgesehen?
    Gibt es eine Preisliste?

  2. Die Lumedo Lösung ist super einfach und auch perfekt mit einem iPhone zu bedienen. Einige zusätzliche Effekte und Anpassungsmöglichkeiten wären toll. Aber nun der grosse Nachteil: Die Lampe lässt sich wirklich nur von EINEM iPhone aus steuern, was sowohl in Wohnungen als auch in Geschäftsräumen unbrauchbar ist. Anfragen an Hersteller bleiben einfach unbeantwortet, obwohl die erste Steuerung, welche defekt war, schnell und umkompliziert ausgetauscht wurde.
    Gruss Andi

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