Gastbeitrag: Netzhaut-Risiko „blue hazard“ bei LED-Licht

Können unsere Augen durch Kunstlicht Schaden nehmen? Sind energiereiche Blau- und Violettanteile in LED-Lampen besonders gefährlich für die Netzhaut? Und können im Gegensatz dazu Rot-/Infrarot-Töne solche Schäden verhindern oder gar heilen? Diese Fragen kamen im Mai in der Diskussion unter der Vorstellung eines neuen Verbatim-LED-Spots mit „Violet Chip“-Technologie auf. Auf Vermittlung meines Augenspezialisten Prof. Dr. Albert Augustin schrieb mir freundlicherweise dazu Prof. Dr. Siegfried Hünig, renommierter Experte für Makuladegeneration und Lichtschutz, einen Gastbeitrag für dieses Blog:

LEDblau_gross
Je blauer, desto gefährlicher? LED-Licht kann tatsächlich der Netzhaut langfristig schaden, meint Blog-Gastautor Prof. Dr. Siegfried Hünig. (Fotos: W. Messer)

Lichtquellen für den täglichen Bedarf müssen sich grundsätzlich nicht nur an der Helligkeit des Tageslichtes messen, sondern auch an den Anteilen der in ihnen verborgenen Regenbogenfarben. Dies geschieht am besten durch die Farbtemperatur: Die Temperatur, die ein schwarzer Körper beim „Glühen“ haben müsste, um Licht dieser Farbe abzustrahlen (vom dunklen Rot bis zum strahlenden Weiß).

Dabei ist das abgestrahlte Glühspektrum immer kontinuierlich. Das gilt für die Glühlampen und deren Sonderform, die Halogenlampen, aber nicht für die jetzt gebräuchlichen Energiesparlampen und Leuchtstoffröhren. Bei letzteren schlägt immer das Linienspektrum des zur Lichterzeugung verwendeten Quecksilberdampfes durch.

Verbatim-Violet-Chips
Ausgangspunkt der Diskussion hier im Blog: Die vier LED-Chips mit “VxRGB® technology” im neuen Verbatim-“Vivid Vision”-Spot. Trotz der ursprünglich violetten Lichtfarbe haben die Leuchtdioden durch eine mehrstufige Luminiszenz-Konversionsschicht eine „warmweiße“ Farbtemperatur von 2900 Kelvin.

LED-Lampen bieten grundsätzlich die Möglichkeit, kontinuierliche Strahlungsspektren unterschiedlicher Farbe zu entwickeln. Ausgangspunkt ist dabei immer ein hoher Violett- und Blauanteil. Gerade dieser, auch „blue hazard“ oder „blue light hazard“ genannt, ist ein Risikofaktor, der an der über 20 Jahre dauernden, „stummen“ Entwicklung der Makuladegeneration mitwirkt. Man muss also das Abstrahlungsspektrum bis hin zum Rot in der erforderlichen Intensität erweitern.

Charakteristische Farbtemperaturen

Die folgende (beispielhafte) Übersicht zeigt die Farbtemperaturen des Tageslichtes unter verschiedenen Bedingungen, der Glüh- und Halogenlampen, sowie der heute angebotenen LED-Lampen:

Lichtquelle                                                                                          Farbtemperatur

Vormittags-/Nachmittagsonne:                                                               5500 Kelvin

Mittagssonne, Bewölkung:                                                                     5500-5800 K

Bedeckter Himmel:                                                                                 6500-7500 K

Blauer (wolkenloser) Himmel auf der beschatteten Nordseite,
kurz nach Sonnenuntergang oder kurz vor Sonnenaufgang
(„Blaue Stunde“):                                                                                    9000-12000 K

Man erkennt sehr gut die Änderung der Farbtemperatur des Tageslichtes bis hin zur „blauen Stunde“, die aber wegen ihrer geringen Lichtstärke keine Rolle spielt.

Glühlampe (200 Watt):                                                                           3000 K

Halogenlampe (Niedervolt):                                                                    3000-3200 K

Leuchtstofflampe (neutralweiß):                                                             4000 K

LEDs werden unter anderem angeboten in:

„warmweiß“                                                                                           2700-3300 K

„neutralweiß“                                                                                         3300-5000 K

„kaltweiß“                                                                                              5000-6000 K

Auch am Arbeitsplatz nur „warmweißes“ LED-Licht

„Kaltweiße“ (oder auch bläuliche) LED-Lampen kommen nur für Räume infrage, in denen man sich nicht längere Zeit aufhält (Keller, Treppen, usw.). Für den Arbeitsplatz (Betrieb, Büro, Laden usw.) und natürlich im privaten Bereich kommen nur „warmweiße“ LED-Lampen infrage. Selbst diese haben noch einen höheren Blauanteil als die „warmweißen“ Halogenlampen.

Man kann nur hoffen, dass in der jetzigen Entwicklungsphase von LED-Lampen – in unserer rasch alternden Gesellschaft mit dramatischer Zunahme der altersbedingten Makuladegeneration – die Bedürfnisse der Augen Vorrang haben und Spektren entwickelt werden, die denen der Glühlampen möglichst ähnlich sind.

Kurzfristige Vorteile, langfristige Schäden?

Allerdings wurde der entscheidende Sprung in der Lichtfarbe bereits beim Übergang von der Glühlampe auf die Leuchtstofflampe gemacht. Diese schafft eine höhere Aufmerksamkeit und Wachheit am Arbeitsplatz und im Supermarkt, hat also ökonomische Vorteile.

Man muss sich allerdings fragen, ob diese durch unbeabsichtigte Folgewirkungen eingeschränkt werden können. Es ist nicht auszuschließen, dass die bedrohliche Zunahme der Altersschäden am Auge mit der Dauerbelastung durch „kaltweißes Licht“ zusammenhängt.

Zur Frage des Infrarotlichtes habe ich nicht genügend Informationen. Es könnte durchaus noch zum „Lichtgefühl“ beitragen; ich halte es aber für wenig wahrscheinlich, dass damit die Blau-Belastung kompensiert werden kann.

Mehr zum Thema:

Schweizer Studie: Keine Blaulicht-Gefahr bei üblichen LED-Leuchtmitteln

Leuchten LEDs meistens blau und sind LED-Leuchten ökologisch bedenklich?

„Sehschaden im Alter vorbeugen und mildern – Informationen und Empfehlungen zur altersbedingten Makuladegeneration und zum Grauen Star“
(Prof. Dr. Siegfried Hünig, Würzburg, pdf-Download, 63 Seiten)

„Ensuring safety in LED lighting“
(Alun Williams in „Electronics Weekly“)

„Eye safety with LED components“
(CREE technical article, pdf-Datei, 4 Seiten)

„Wanhoffs wunderbare Welt der Wissenschaft“
(Podcast mit Bezug auf diesen Blogbeitrag sowie einem weiteren LED-Thema)

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48 Gedanken zu „Gastbeitrag: Netzhaut-Risiko „blue hazard“ bei LED-Licht

  1. Vielen Dank für den Gastbeitrag an Prof. Dr. Hünig bzw. auch Wolfgang für das Initiieren desselben.
    Wir hatten hier ja auch schon so manche Diskussion, wobei die Vorliebe vieler Kunden für warmweisses Licht als Modeerscheinung oder ‚was der Bauer nicht kennt, usw.‘ abgetan wurde. Vielleicht ist es eher so, dass der Mensch intuitiv auch jenes Licht wählt, welches ihm gut tut. Sicher gibt es auch Ausnahmen, aber ich war ja nebenan schon der Meinung (nicht zuletzt auf Grund vieler gelesener Kundenbewertungen), dass der Großteil der Privatkunden warmweisse LEDs bevorzugt – und auch ich war der Meinung, dass mir persönlich das hier diskutierte 4000 K Licht (oder noch höher) in so mancher Wohnumgebung schlicht unmöglich erschiene.
    Ob sich nach solchen Erkenntnissen kaltweiss nun großflächig etablieren wird? Mir fehlt der Glaube dazu jetzt erst recht…

  2. Auch von mir einen herzlichen Dank an Prof. Hünig und Wolfgang Messer. Mit den Augen ist nicht zu spaßen.
    Als Freund der weißen Farbtemperaturen trifft mich die Aussagen natürlich besonders.
    Habe mir mal das sehr hilfreiche und konkrete Dokument “Sehschaden im Alter vorbeugen und mildern – Informationen und Empfehlungen zur altersbedingten Makuladegeneration und zum Grauen Star” vorgenommen.
    Bisher war ich immer der Meinung, beim Lesen benötige man helle Beleuchtung und zu dunkle würde die Augen schädigen? Ist das falsch, oder kann man auch hier „auf beiden Seiten vom Pferd fallen“?
    Gibt es Erkenntnisse, wie die Schädigung mit der Intensität steigt? Sonnenlicht insbes. auf See (s. Kroatische Studie) ist ja um Größenordnungen intensiver als die häusliche Beleuchtung. Gibt es Schwellwerte oder ist die Schädigung linear bzw. nichtlinear kumulativ?
    Das gelbliche Glühlampenlicht macht mich beim Lesen schnell müde. Weißeres Licht um 3600K bzw. 4000K nicht so sehr. Es erscheint mir angenhmer und ich kann entspannter und länger lesen. Heißt das, daß ich durch weißeres Licht die Augen stärker „ausbeute“ und ich (aus Sicht der Augen) weniger lesen sollte?
    Wie sieht es mit dem Lesen am LED-hintergrundbeleuchteten LCD-Display aus? Das macht bei mir mittlerweile das Gros des Leseaufkommens aus. Intensitäten und Schriftgrößen können hier ja variiert werden.
    Lesen mit teilabgedeckten Buch zur Reflexionsminderung werde ich mal testen.
    Lesen (und manchmal auch Autofahren) mit der Baseball-Mütze habe ich bei ungünstigen Beleuchtungssituationen (Deckenlampe) schon betrieben. Mag zwar unseriös aussehen, hilft aber. Nach Einführen einer dimmbaren LED-Lesebeleuchtung von hinten-oben kann ich aber auf die Mütze verzichten.
    Vielen Dank auch für die praktischen Ernährungs- und Ernährungsergänzungshinweise. Zumindest bei letzterem kann ich sicher noch was machen. Zur Ernährung an sich sind die Inputs aus verschiedenen medizinischen Richtungen oft so unterschiedlich, daß ich leider den Überblick verloren haben.

    • Hallo Jürgen! Meines Wissens ist die angebliche Schädlichkeit von zu schwachem Licht mittlerweile widerlegt. Mehr als Kopfschmerzen und schnellere Ermüdung passiert nicht. Wäre auch schlimm, wenn es anders wäre, denn dann wäre zumindest die visuelle Hobbyastronomie tot (schonmal den Orionnebel oder einen Kugelsternhaufen durchs Okular statt auf CCD-Aufnahmen betrachtet? Da werden die Augen schon ordentlich gefordert).

      Die Lichtfarbe dürfte für den Lesevorgang selbst weniger bedeutend sein; bei der abendlichen Romanlektüre bevorzuge ich, entgegen meiner sonstigen Gewohnheit, durchaus niedertemperiertes Licht (durchaus auch von Halogen), wenn Müdigkeit gerade erwünscht ist. Auch im Straßenverkehr wäre eine Begrenzung der Farbtemperatur der Scheinwerfer überlegenswert, weil höherer Blauanteil zu stärkerer Blendung des Gegenverkehrs führt; zudem streuen kurzwellige Anteile bei Neben stärker als langwellige. Hier geht Sicherheit vor Ästhetik. In Frankreich sind/waren ja sogar gelbe Frontscheinwerfer üblich.

      Zu der Blaulichtgefährdung halte ich die von Wolfgang verlinkte Broschüre der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin für durchaus aufschlussreich; hier liegt die kritische Blau-Leuchtdichte in der Größenordnung typischer Tageslichtsituationen (z.B. Sonnenschein auf Schneedecke; ich habe es überschlägig nachgerechnet!). Damit wäre Kunstlicht nur beim direkten Blick in die Lichtquelle schädlich, und bei LEDs auch nur, wenn diese „nackt“ oder mit Reflektoren ausgestattet sind (Taschenlampe, Strahler), wobei die angenommene Regenerationsbeit bei 10000 Sekunden, also knapp drei Stunden liegt. Indirektes blaues Licht ist demnach ungefährlich, und auch von Infrarot als Voraussetzung für die Regeneration ist keine Rede. Offenbar wirkt IR allenfalls unterstützend, aber die Retina regeneriert sich wohl auch bei Dunkelheit (Schlaf!).

  3. @Prof. Dr. Hünig: Von mir auch vielen Dank für den Beitrag. Allerdings muss ich leider sagen, dass mir Ihre Schlussfolgerungen bisweilen wenig schlüssig erscheinen. Konkret meine folgenden Einwände:

    1. Es wurde ja im Beitrag erklärt, dass das natürliche Tageslicht durchweg im (paradoxerweise meist als „kalt“ bezeichneten) hohen Farbtemperaturbereich liegt, ausgenommen die wenigen Minuten nach Sonnenauf- und vor Sonnenuntergang. D.h. wer, wie ich, in einem Büro mit viel Tageslichteinfall arbeitet, verbringt den ganzen Tag unter „kaltweißem“ Licht. Wenn selbst am Arbeitsplatz nur (irreführend als „warm“ bezeichnetes) rotlastiges Licht verwendet werden dürfte, dann müssten konsequenterweise auch alle Fenster bräunlich getönt oder das Tragen von braungetönten Sonnenbrillen vom Arbeitgeber verordnet werden. Das ist natürlich wirklichkeitsfremd; stattdessen wird der Tageslichteinfall meist mit drehbaren Sonnenlamellen farbneutral dosiert. Man beachte ferner, dass das Tageslicht selbst an bedeckten Tagen im Freien ein Vielfaches der Beleuchtungsstärke von Zimmerbeleuchtung und selbst Arbeitsplatzbeleuchtung hat. Und schon ein kurzer Spaziergang bei Sonnenschein (100 Kilolux) erbringt eine Blaulichtdosis vergleichbar einer ganzen Nachtschicht bei >5000 K (1 Kilolux), selbst wenn man die variierende Pupillengröße berücksichtigt.

    2. Die Aussage, der Blauanteil einer „warmweißen“ LED/ESL sei höher als der einer Halogenlampe (ich setze mal gleiche Farbtemperatur voraus), ist, man verzeihe mir die Direktheit, falsch. Denn der Blauanteil wird ja gerade per definitionem durch die Farbtemperatur ausgedrückt. Mehr noch: Alle von mir recherchierten Quellen, sofern sie Details dazu liefern, geben an, dass die Blaulichtgefahr auf der Photochemie der blau sehenden S-Zapfen beruhe, und auch verfügbare Wirkungsspektren decken sich mit dem Empfindlichkeitsspektrum der S-Zapfen. Mit anderen Worten: Die möglicherweise bedenkliche Blaulichtdosis spiegelt sich im wahrgenommenden Farbton multipliziert mit der Bestrahlungsstärke sehr genau wider, und eine LED mit 6500 K hat keinen höheren Blauanteil als das Licht des bedeckten Himmels, und eine mit 2500 K hat, selbst bei einem Ra<70 etwa den gleichen retinawirksamen Blauanteil wie eine 40-Watt-Glühlampe (im Gegensatz dazu liegt das zirkadiane Wirkungsspektrum eher im blaugrünen Bereich).

    Es bleibt also als einziges(!) Argument der Blaulicht-Paniker, dass ESL-/LED-Licht, im Gegensatz zum Tageslicht, kaum Infrarotanteile hat, die angeblich für das Auge nicht nur gesundheitsförderlich, sondern sogar lebensnotwendig seien (etwa wie ein pH-Äquivalent beim Licht), und somit selbst vergleichbar schwaches Kunstlicht ohne IR-Anteil die Makula langsam zerfresse. Letzteres gilt es zu beweisen, und auch, dass der tagsüber aufgenommene natürliche IR-Gehalt nicht ausreicht, ansonsten bleibt es bei unnötiger Panikmache. Aber vielleicht ist es schon längst widerlegt durch Jahrzehnte unter Fluoreszenzlicht, die meines Wissens in keinem einzigen belegten Fall zur Makulardegeneraton geführt haben (im Gegensatz z.B. zu Sonnenlicht in äquatornahen Regionen, obwohl auch dies laut Wikipedia beim Menschen noch nicht erwiesen ist. Es wäre nicht das erste Mal, dass Schlüsse von der Ratte auf den Menschen in die Irre geführt hätten.

    Ich beobachte den neuerlichen Hype um die Blaulichtgefahr mit Sorge, da sie offenbar genutzt wird, einen wesentlichen Teil an Lebensqualität, nämlich die Farbe Blau, für immer aus unserem Leben zu verbannen. Schon heute ist es schwierig, vernünftiges weißes LED-Licht zu bekommen. Voreilige Blau-Panikmache könnte die EU dazu veranlassen, nach den Glühlampen auch Licht mit >3300 Kelvin zu verbieten. Etwas ähnliches gab es schon mit dem Acrylamid-Hype, der genutzt wurde, die Zubereitung knusprig-brauner (hier mag ich diese Farbe!) Pommes zu vergällen. In der Gastronomie sind laut Wikipedia Fritiertemperaturen über 175 Grad Celsius (die aber erforderlich sind für optimales Aroma!) mittlerweile sogar verboten. Wenn das so weiter geht, werden unsere Nachkommen ihr ganzes Leben in lichtdichten unterirdischen Bunkern bei gelbbraunem Schummerlicht verbringen und sich von exakt abgestimmten Lebensmittelpräparaten ernähren, ohne Freude, ohne Genuss. Werden unsere Kinder und Enkel noch unbeschwert ein Picknick unter dem blauen Sommerhimmel genießen können? Oder mit einem realen Mountainbike durch reales Gelände fahren statt durch eine gefahrlose TÜV-geprüfte Simulation? Die Gruppe Genesis hat das Thema (damals ging’s um die immer neuen Mode-Diäten) schon Anfang der 1990er aufgegriffen in ihrem Song „Living forever“. Do you really want to live forever?

    Ich habe bei mir zuhause überwiegend freundlich-weißes LED-Licht (4000-6500 K in div. Leuchten), weil mich das gelbbraune „Volkslicht“ depressiv macht (die Seele schaut mit!) und sich im Zwielicht mit dem restlichen Tageslicht beißt. Nur am späten Abend oder für nächtliches Toiletten-Orientierungslicht setze ich auf melatoninfreundliches langwelliges Licht, um den Schlaf nicht zu stören.

    Ich wünsche mir zu diesem Thema jedenfalls noch mindestens eine weitere, unabhängige Meinung. Zu meiner Person: Ich arbeite derzeit in der Astronomie/Astrophysik, und bin zudem auch mit dem Konzept des CIE-XYZ- und neuerer Farbräume (incl. Berechnung der Farbtemperatur und Farbwiedergabeindizes) einigermaßen vertraut.

  4. Also ehrlich gesagt mir ist jetzt nicht so klar, was ich nun aus dem Artikel nun für einen Schluß ziehen soll:
    Augenkrankheiten können durch ein bestimmtes Lichtspektrum verursacht werden (was laut Kommentatoren aber auch umstritten ist).
    Was unklar bleibt: Enthalten LED-Lampen und ich spreche mal von „normalen“ Lampen (also für Wohn- und Arbeitsräume) dieses Licht? Oder ist das von Fall zu Fall verschieden? Bräuchte es da Schutz-Vorschriften oder sollte man nur Lampen kaufen, die irgendwo getestet worden sind, so dass man das weiß?
    Irgendwie mache ich mir jetzt Sorgen, die ich vorher nicht und weiß gar nicht, ob dies überhaupt nötig ist.

    • In der erwähnten Broschüre des BAuA ist in Abbildung 5.2 das Wirkungsspektrum der möglichen Blaulichtgefährdung dargestellt. Dieses ist, bis auf die Fehlerunsicherheit, gleich dem Empfindlichkeitsspektrum der blau sehenden S-Zapfen. Der Grund hierfür ist nach meinem Verständnis der, dass die Blaulichtgefährdung unmittelbar mit der Funktionsweise der S-Zapfen zusammenhängt, die bei Anregung freie Radikale freisetzt („oxidativer Stress“). Das vereinfacht die Sache für den Laien: Die betreffende Strahlung ist identisch mit der, die einen blauen Seheindruck erzeugt, und die Gesamtbelastung ist gleich der Stärke des Blau-Eindrucks (Farbton und Helligkeit). Damit ist die genaue Gestalt des Spektrums egal, es kommt nur auf die Summe an, die wiederum in den sichtbaren Farbeindruck (und damit in die Farbtemperatur) einfließt. Eine LED oder Leuchtstoffröhre mit 5000 Kelvin Farbtemperatur hat also den gleichen prozentualen Anteil an möglicherweise(!) schädlichem Blaulicht wie die Vor-/Nachmittagssonne (ca. 20 Grad über dem Horizont bei klarem Wetter auf Meeresniveau). Die auf ESL-Panik-Seiten manchmal suggerierte Ansicht, die spitzen Spektrallinien würden wie spektrale Nadeln wirken, ist falsch (sonst wäre der Anblick eines Regenbodens bereits gefährlich!). Es zählt die Summe bzw. das Integral gewichtet über das Wirkungsspektrum (s.o.).

      Wer also auf Nummer Sicher gehen will, der muss den sichtbaren Blauanteil komplett herausfiltern – und damit auch auf eine der drei Grundfarben aus seinem Leben verbannen. Nie mehr blauer Himmel, nie mehr blaue Kornblumen, nie mehr Blaulicht auf Rettungswagen… Man sieht, wie realitätsfern dies wäre. Die o.g. Broschüre nennt als auch nur starke Leuchtdichten als gefährlich; ganz grob gesagt alles, was unangenehm blendend wirkt (etwa Lichtreflexe von nasser Straße, Schneedecke usw.). LED-Licht ist demnach ungefährlich, wenn man den direkten Blick in nackte LEDs (insbesondere ohne mattierten Kolben, z.B. bei Strahlern) vermeidet. Ob das Licht nun „kaltweiß“ oder „warmweiß“ ist, dürfte hingegen unbedeutend sein, zumal lediglich die absolute Blaulichtdosis zählt, und nicht das Mischungsverhältnis mit anderen Farben. Eine 2000-Lumen-Halogenbeleuchtung liefert viel mehr integriertes Blaulicht als eine 500-lm-LED mit Lichtfarbe „Daylight“. Für den Alltag viel relevanter ist die Melatoninsuppression, die m.W. schon bei 5-10 Lux den Schlaf stört und ähnlich wie ein Jetlag wirkt. Daher sind blaue Status-LEDs bei manchen Netzteilen oder gar Uhrendisplays etc. eine Unsitte, die hoffentlich bald wieder verschwindet.

      • @Mark: Ich würde – eher laienhaft – durchaus auch als einen der Schlüsse daraus ziehen, dass schlecht designte und gefertigte LED-Lampen unter Umständen eine langfristige, schleichende Gefahr darstellen können – selbst wenn sie als „warmweiß“ deklariert sind.

        Dies dürfte vor allem für jene Produkte gelten, bei denen die ursprünglich blauen LED-Chips mit einer falsch/nachlässig zusammengesetzten (gelben) Konversionsschicht überzogen sind, die zu viel Blauanteile durchlässt.

        Möglicherweise trifft das auch für billige (eventuell farbsteuerbare) RGB-LED-Lampen zu, die die gewünschte Lichtfarbe mit additiver Mischung verschiedenfarbiger Chips erzeugen und dabei einen zu hohen Blau- oder Violett-Anteil entwickeln können.

    • @Marc: Einer der Ausgangsfragen für diesen Beitrag, war die irgendwo veröffentlichte Meinung, daß die Augen den IR-Anteil, der im Sonnenlicht und auch in Glühlicht reichlich enthalten ist, aber in LEDs eben nicht, für ihre Gesundheit bräuchten.
      Diese Meinung unterstützt Prof. Hünig nicht:

      „Zur Frage des Infrarotlichtes habe ich nicht genügend Informationen…. ich halte es aber für wenig wahrscheinlich, dass damit die Blau-Belastung kompensiert werden kann.“

      Das heißt, man kann auch ohne Glühlicht gesund leben.
      Die generelle Regel gegen Makuladegeneration, die aus dem referenzierten Artikel entnehme ist: „schone die Augen, setzte sie möglichst wenig Licht und besonders wenig blauem Licht aus“
      Nicht genau beantwortet ist die Frage nach den schädlichen Intensitäten. Vielleicht ist die Frage aufgrund der komplexen Zusammenhänge auch gar (noch) nicht beantwortbar.
      Sonnenlicht ist um Dekaden stärker als die künstliche Raumbeleuchtung. Aus nichtmedizinischer Sicht würde ich daher hier zuallererst ansetzen. Ordentlicher Sonnenschutz, was für einen Brillenträger eine besondere Herausforderung ist.
      Den direkten Blick in Leuchtmittel vermeiden, was für einen LED-Experimentator ebenso eine Gefahr darstellt wie für den Hobbyhandwerker, der im Strahle eines Bauscheinwerfers werkelt.
      Dann gibt es im verlinkten Dokument auch noch einige Ernährungshinweise. Mit den allgemeinen Hinweisen kollinear geht z.B. Überdosis Obst, Omeg3 statt Omega6-Fettsäuren, kein Zucker, kein Weißmehl.Vitamin E und C sowie Lutein.

      • @Jürgen: […]kein Zucker, kein Weißmehl[…].

        Viel einfacher: Alles weglassen, was irgendwie mit Genuss verbunden ist. Denn es steht geschrieben, im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen 😉 Oder habe ich da jetzt irgendwas falsch verstanden?

        Ersetze „kein“ durch „weniger“, und wir kommen ins Geschäft 😉

        Für AMD-Patienten würde ich neben der gerne verordneten Gelb-/Kantenfilterbrille auch eine mit farbneutralem Graufilter (und UV-Schutz) empfehlen – denn zwischendurch möchte man auch als Netzhautkranker mal den blauen Himmel sehen (mit Kantenfilter dürfte er eher dunkelgrau wirken), und sei es nur für ein paar Augenblicke. Ich selbst habe (als Nichtpatient) graue Polfilter-Sonnengläser als Brillenaufsatz, und habe damit u.a. als Autofahrer bisher ganz gute Erfahrungen gemacht.

        • graue Polfilter-Sonnengläser als Brillenaufsatz

          Habe ich auch, schon mal wegen der Klappmöglichkeit. Wichtig für Einfahrt in Tunnels und Wälder.
          Allerdings sind meine bisherigen Teile nicht genau spezifiziert. Deshalb suche ich nach UV400-spezifizierten mit breitem Überstand wegen der seitlichen Einstrahlung. Hier scheint es praktisch nur ESCHENBACH 29262 zu geben. Natürlich noch einige China-Importe, aber da bin ich nie sicher, ob die UV400 nicht nur wegen „customers like it“ draufschreiben. Und leider habe ich keinen Zugang zu einem UV-VIS mehr.

  5. Update: Ich habe mal die weiterführende Lektüre unter dem Beitrag um zwei englischsprachige Beiträge mit weiteren Aspekten und teils abweichenden Ansichten über die Schädlichkeit von LEDs ergänzt.

    Deutschsprachiges findet sich dazu im Netz leider wenig Aussagekräftiges (gebt mal „blue hazard“ LED bei Google ein und beschränkt die Suche auf deutschsprachige Seiten 😉 ).

  6. Update 1.7.: Heute bekam ich auf Nachfrage eine Stellungnahme von Jeanine Chrobak, Business Development Manager LED EUMEA bei Verbatim, zu diesem Gastbeitrag:

    Jeanine Chrobak„Die Thematik „schadet blaues Licht dem Menschen und seinem Sehvermögen“ wird definitiv kontrovers diskutiert und in Fachkreisen gehen die Meinungen genauso auseinander wie unter Laien.

    Evolutionstechnisch gesehen ist der Mensch, was seine Rezeptionsfähigkeit von Licht angeht, 100% auf die Sonne und Ihr Spektrum ausgerichtet. Hierbei geht es darum, welche Teile des Lichtspektrums wir mit dem Auge wahrnehmen können, in was für Anteilen diese eventuell schädlich oder gar notwendig sind und um weitere biologische Prozesse wie z.B. die Bildung einiger Vitamine unter Sonneneinstrahlung auf unsere Haut. Alles in allem ein ziemlich komplexes Thema und sicher auch von medizinischer Seit noch nicht 100% erforscht. Viele Forscher sagen, das Wunder des Lebens verstehen wir höchstens zu 5-10%.

    Im wahren Leben brauchen wir für den Aufenthalt in Gebäuden künstliche Lichtquellen und leider ist die Kopie der Sonne in Form von Glühbirnen, Halogenlampen und ähnlichem immer halt nur eine Kopie und somit mangelhaft.

    Ein Stichwort, was hierbei immer wieder fällt, ist „Blue Hazard“, was leider oft missinterpretiert wird. Ja, mit „Blue Hazard“ wird die potentielle Gefahr der Schädigung der Retina mit hochenergetischem kurzwelligem Licht violett/blau (von 380nm-500nm) bezeichnet. Allerdings muss das Licht dazu monochromatisch sein, um die notwendige Energie aufzubringen, wie z.B. ein Laserstrahl und wir müssten ohne Schutz konzentriert für einige Millisekunden den Blick in den Strahl gerichtet halten. Dieses wird durch den Lidschlußreflex verhindert.

    Für Allgemeinbeleuchtungszwecke müssen alle Produkte den IEC Standard IEC61547 „Photobiological Safety“ erfüllen, der genaue Richtlinien und Grenzwerte festsetzt, damit keine Schädigungen auftreten, und alle Produkte, die auf dem Markt vertreten sind, müssen diese erfüllen.“

  7. Nachtrag zum Beitrag von Frau Chrobak: Den Hinweis auf Monochromatizität kann ich nicht nachvollziehen. Die in der weiter oben verlinkten Broschüre angebenene Gewichtungskurve weist ja gerade darauf hin, dass es nicht auf die exakte spektrale Zusammensetzung ankommt, sondern auf die integrierte Gesamtdosis des blauen Lichts, gewichtet mit eben dieser Wirkungsfunktion (ganz analog zur Berechnung des Lumen, das die V-Lambda-Funktion zur Gewichtung verwendet). Demnach ist es vollkommen gleichgültig, ob man z.B. blaues und gelbes Laserlicht (diffus gemacht durch eine Streuscheibe) zu 1000 Lux weißem Licht von 6000 K mischt, oder ob man 1000 Lux Tageslicht durchs Fenster herein scheinen lässt.

    Das Problem bei monochromatischem Licht ist eher, dass das Licht (gerade im Blau-/Violettbereich) aufgrund von V-Lambda dunkler erscheint als es seiner belastenen Intensität entspricht. Ähnliches kennt man auch von Infrarot (wo überhaupt kein Lidschlussreflex stattfindet!), weshalb Infrarotlaser als gefährlicher gelten als gleich starkes sichtbares Laserlicht.

    Update: Was die Langzeitschäden der Netzhaut angeht, sehe ich bislang keine Hinweise darauf, dass sachgemäß (blendfrei) eingesetztes Kunstlicht, einschließlich TV- und Computerbildschirme, hier in irgendeiner Weise relevant sei, sondern die wenigen Indizien auf AMD durch Langzeitexposition allesamt auf Sonnenlicht sowie Umwelteinflusse und ungesunde Lebensweise hindeuten, aber mit sehr großer Unsicherheit aufgrund mangelnder bekannter Fakten.

    Lediglich die Wirkung auf den zirkadianen Rhythmus ist hinreichend belegt, so dass man durchaus festhalten kann, dass zuviel TV oder Computerarbeit am Abend durchaus den Schlaf (und damit die Gesundheit insgesamt) beeinträchtigen kann. Aber auch hier scheint es zwei Lager zu geben: Das eine sieht nur die integrierte Einwirkung des kurzwelligen Spektrums als relevant an (erscheint mir am plausibelsten), während andere die Farbmischung als solche für bedeutsam halten, was meiner Meinung nach nur über die psychologisch (und damit individuell verschiedene) Wirkung der Farben verstehbar sein könnte (vgl. auch die Diskussion, ob der Vollmond den Schlaf stört).

    Zu der Zellregeneration durch IR scheint es verschiedene Meinungen zu geben. Einige Pro-Glühlampe-Seiten sehen es als gefestigte Tatsache an, dass das Auge nahes IR braucht, um gesund zu bleiben, andere sehen lediglich eine heilungsfördernde Wirkung (auch auf Zellen der Körperhaut), die nur bei Bedarf erfolgen muss und ansonsten durch das natürliche Tageslicht ausreichend gegeben sei. Hier steht die Forschung wohl erst am Anfang. Ebenso hinsichtlich der Frage, ob neben der Gesamtspektralverteilung auch die räumliche Anordnung eine Rolle spielt, vgl. Zuständigkeit der linken und rechten Gehirnhälfte, Licht von oben oder von unten, Wirkung von Formen auf das Bewusstsein wie in Preston und Childs Roman „Wheel of Darkness“ usw.

    Vielleicht sind die 5-10% bzgl. des erforschten Anteils sogar noch zu hoch gegriffen 😉

  8. Pingback: Anonymous

  9. Das Thema BlueLightHazard mit der Makula-Schädigung (Maximum 440nm) und die chronobiologische Melatonin-Subpression (Maximum 460nm), die über Burnout-Symptome unser Immunsystem nachhaltig beeinträchtigen kann, dürften uns noch weiter beschäftigen. Wirklich neu sind diese Erkenntnisse nicht einem Artikel von 2007 zufolge. In diesem Artikel weist Fig 4 aber auch einen Ausweg, nämlich eine unproblematische Wellenlängenlücke um die 350nm (320..380nm) zwischen BlueLightHazard und UV-Hazard.

    Im Frühjahr brachte LGinnotek eine hocheffiziente 5W-UVA-LED mit 365nm Peak heraus, mit der man ebenso Fluoreszenz-Mischphosphore (auch in Form eines blendreduzierten Remote-Phosphors wie zuvor bei den Neonlampen) oder multispektrale Quantum-Dot-Mischungen mit optimierten Farbspektren anregen könnte. Leider wird die bislang noch in sehr begrenzten Stückzahlen hauptsächlich für fotolithografische Anwendungen angeboten und entsprechend zu Preisen über 100 US-$.

    Was aber spricht eigentlich dagegen, diesen Prozess etwa auf die neuen LED-Filament-Retrofitlampen mit entsprechender Marktskalierung und sukzessiver Kostensenkung zu übertragen, um derartige Gesundheitsrisiken durch eine LED-basierte Allgemeinbeleuchtung einfach auszuschließen?

  10. Wie verhält sich das bei Tageslichtlampen? Sind die dann nun eventuell gefährlicher als warm-weiße Lampen?
    Ich komme auch mit dem Begriff Vollspektrum durcheinander. Bisher dachte ich, dass Vollspektrumlampen automatisch Tageslichtlampen sind. Aber in den Test habe ich manchmal auch von Vollspektrum warm-weißen Lampen gelesen.
    Ich wollte eine Tageslichtlampe haben, weil ich mich bei dem Licht besser konzentrieren kann. Aber jetzt nach dem Artikel habe ich etwas Angst. Kann jemand eine Tageslichtlampe empfehlen? Einmal mit E27 und einmal mit GU10 Fassung.

    • Es gibt eine Studie der französischen Behörde für Gesundheitsschutz, Ernährung, Umwelt und Arbeitssicherheit (ANSES) aus dem Jahr 2010 zu den gesundheitlichen Auswirkungen von LED-Beleuchtungssystemen („Effets sanitaires des systèmes d’éclairage utilisant des diodes électroluminescentes [LED]“, pdf-Download). Darin werden die Benutzer vor der abgegebenen blauen Strahlung gewarnt. Diese könne vor allem bei einer Farbtemperatur von 5600 Kelvin problematisch sein.

      Ich persönlich glaube das zumindest von den aktuellen LED-Leuchtmitteln nicht und würde deshalb auch nicht von situations- und bedarfsabhängiger neutral- oder kalt-weißer Beleuchtung abraten – natürlich am besten blendfrei und ohne lange, direkte Blickkontakte. Vor fünf Jahren (zum Zeitpunkt der Studie) waren die LED-Luminiszenzkonversions-Beschichtungen wohl noch unausgewogener und eventuell „gefährlicher“.

      Der Begriff „Vollspektrum“ ist bei Consumer-LED-Lampen vor allem eine Marketing-Bezeichnung ohne große praktische Hilfe bei der Einordnung der Lichtqualität.

      • Vielen Dank für die Antwort. Ich möchte hier gleich noch etwas nachfragen.

        Ich hatte bisher eine Schreibtischlampe mit Tageslicht als Kompaktleuchtstoffröhre (über Daylight bei Amazon zu finden). Die hat wirklich super tolles weißes Licht gehabt. Leider ist mir die Schreibtischlampe leicht kaputtgegangen und würde auch gern auf LED umsteigen. Ich weiß jedoch nicht, wie viel Kelvin die hatte. Bisher habe ich für E27 nur eine Tageslichtlampe von Viva-Lite gesehen, aber für über 30 Euro. Zumindest eine Lampe wo ich denke, dass die gut ist und nicht einfach nur blau leuchtet.
        Bei dem Test von Ihnen für die Sigalux Double, gefällt mir das 4000K sehr. Wobei ich da als Vergleich gern mal eine Lampe mit 6000K gesehen hätte. Aber so eine 4000K Lampe mit E27 (ohne Double Click) suche ich auch. Hab welche von Osram gesehen. Die 4000K sollen ja neutral weiß sein. Auf der Philips Homepage steht aber, dass 5000K Neutralweiß sein soll und 3000K wäre weiß. http://www.philips.de/e/led-beleuchtung/warmweisses-led-licht.html
        Wenn ich mir das Foto anschaue, finde ich 3000K am besten, aber ich lese immer wieder, dass 3000K eigentlich warm-weiß ist und anders aussieht. Und die 6500K auf der Philips Homepage ist eher blau, als dass das Tageslicht ist. Das hat nichts mit der Farbe zu tun, wie sie meine Tageslichtlampe hatte. Ich bin deshalb total verwirrt, welche Kelvin Zahl ich nun brauche. Ich möchte, dass ein weißes Blatt wirklich richtig schön weiß – eigentlich wie bei Tageslicht aussieht. Welche Kelvin Anzahl brauch ich da? Ich möchte kein blaues Licht, sondern eben richtig schönes helles Licht, was die Farbe weiß auch tatsächlich als solches zurückgibt. Die Tageslichtlampe die ich bisher hatte, hat genau das gemacht. Ich konnte damit sehr lange Bücher lesen und arbeiten, ohne das die Augen müde wurden (also für viele Stunden).

        Dann brauch ich eine für das Bad und dem Flur. Ich möchte das dort die Farben möglichst echt aussehen. Sie geben bei den Tests immer den Ra oder CRI Wert an. Gut und schön, aber das sind ja meistens 2700K. Bei der Sigalux Double Click empfinde ich die Farben bei den 4000K als gut. Aber bei den 2700K sind die doch anders. Ich hatte mal einen Link von Ihnen gesehen, wo Sie das Ducati Foto bei Tageslicht fotografiert haben (den Link finde ich grad nicht). Genau diese Farben möchte ich möglichst exakt haben. Ich verstehe nicht was es mir bringt, wenn ich eine 2700K Lampe mit meinetwegen 94 Ra habe, aber die Farben dann trotzdem anders aussehen als bei Tageslicht. Es ist ja schon ein großer Unterschied bei der Double Click Lampe zu sehen. Paulmann hat in seinen Badlampen 3000K verbaut. Aber wieso? Wenn ich mich schminken möchte (aus Sicht einer Frau), dann möchte ich das doch möglichst so sehen, wie es dann auch die Menschen sehen, die mich betrachten. Da ist doch echtes Tageslich (oder vielleicht auch 4000K) besser geeignet. Aber reine 4000K hab ich bisher nur mit 80 Ra gesehen. Und die angeblichen Tageslichtlampen mit 6000K sind ja eher blau als dass das Tageslicht wäre.

        Es wäre gut, wenn man sich auf Ihrer Seite, die Tests auch nach Kategorien anzeigen lassen könnte. Also Tests über einen bestimmten Sockel, z.B. E27. Oder alle Tests von Lampen mit 4000K anzeigen lassen.

        Zu dem Blue Hazard gehe ich bei dem Kommentar von Ingo noch mal ein.

        Viele Grüße
        Michael

      • Noch eine zweite Sache.
        Sie schreiben Vollspektrum ist eher ein Marketing-Bezeichnung. Wenn ich eine Tageslichtlampe suche, brauch ich also nicht extra drauf achten, dass dort Tageslicht drauf steht, sondern es reicht allein aus, wenn kalt-weiß drauf steht?
        Ich hatte in den Bewertungen von Amazon immer mal gelesen, dass extra Tageslichtlampe auf dem Leuchtmittel drauf stehen muss, da ansonsten das Licht einfach nur bläulich aussieht und nichts mit Tageslicht zu tun hat. Und manche meinten eben, dass man auf Vollspektrum acht geben muss. Ich kann solche Lampen aber eben mal nicht selbst testen um das wirklich mal zu sehen. In den Videos die ich gefunden hatte, sehen die 5500 – 6500K Lampen alle nur bläulich aus und das schreckt mich ab. Aber meine Leuchtstoffröhren Tageslichtlampe hatte wirklich richtig schön weiß geleuchtet. So möchte ich das gern mit LED. Sie könnten das doch auch mal testen mit Ihrem Ducati Bild. Und als Vergleich eben die Originalaufnahme. Wobei ich mir unsicher bin, ob es vielleicht bei kleinem Abstand weiß aussieht, aber wenn ein ganzer Raum beleuchtet wird, dann wieder bläulich, weil die Lux Menge geringer ist.

    • Unabhängig von diversen Studien sollte man folgendes im Auge(sic!) behalten:

      1. Alle Prozesse auf der Netzhaut folgen relativ breiten Verteilungsfunktionen, d.h. sowohl die Wahrnehmung der Farbanteile, der Helligkeit, als auch die zirkadiane Wirkung (die wach macht) und auch der „blue light hazard“ (BLH). Letzterer folgt ziemlich genau der Empfindlichkeitskurve der blau sehenden S-Zapfen. Daher ist der potenzielle BLH proportional zum sichtbaren(!) Blauanteil. Die genaue spektrale Verteilung ist nicht so bedeutsam, d.h. ob der Blauanteil in spitzen Spikes oder als flache Verteilung vorliegt, ist egal, solange die sichtbare Farbe die gleiche ist. Sollte die Wissenschaft hier zu einem anderen Ergebnis kommen, wäre das sehr überraschend, würde es doch ganz andere als die bekannten photochemischen Prozesse erfordern.

      2. Tageslicht ist typischerweise um etwa zwei Größenordnungen stärker als die übliche Schreibtischbeleuchtung. Mittägliches Sonnenlicht schafft bis zu 100000 (hunderttausend!) Lux, und auch mit Sonnenbrille dürften es noch ca. 10000 „gefühlte“ Lux sein, während am Schreibtisch selten mehr als 1000 lx gebraucht werden. Selbst wenn man die helligkeitsabhängig unterschiedliche Pupillenöffnung berücksichtigt, bleibt immer noch genug „Luft“ dazwischen.

      3. Sonnenschein hat ca. 5500 Kelvin, bedeckter Himmel ca. 6000-7000 (Wolken lassen mehr Blau als Rot durch), und blauer Himmel nördlich des Zenit bis über 30000 K, gelegentlich sogar „unendlich“ (was übrigens nur wenig blauer als 30000 K ist).

      Von daher sehe ich bei blendfreier Installation keine Bedenken. Ich selbst bevorzuge „neutralweißes“ Licht für die Wohnungsbeleuchtung und habe auch eine Schreibtischleuchte mit integrierten LEDs mit bis zu 6000 K (in vier Stufen + vier Helligkeitsstufen regelbar), und habe bisher keinerlei Problem damit.

      • Hallo, danke für die ausführliche Antwort.

        Ich habe folgende Fragen zu Ihren Punkten:
        zu 1.)
        Das sichtbare Licht fängt ja glaube bei ca. 390nm an. Bei den Tests von Wolfgang beginnt ja hier in etwa die Messung. Hier sind vor allem im Blaubereich bei 450nm immer wieder Spikes zu sehen. Aber 450nm ist doch das sichtbare Licht. Dann würde der Spike ja doch etwas ausmachen. Oder meinen Sie mit dem sichtbaren Licht, dass Licht, wass am Ende wirklich als „Gesamtmischung“ hinten rauskommt? Wenn ich mir manche Tageslichtlampen mit 6500K so anschaue, sehen die manchmal aber schon ziemlich bläulich aus.
        Ich habe mir mal eine blaue Neonröhre gekauft (bei Aldi oder Lidl). Die ist glaube nur innen blau beschichtet. Wäre das, zumindest nach der Blue Hazard Theorie, auch schädlich?

        zu 2.)
        Ich habe vor, mir eine 6-flammige Deckenleuchte mit GU-10 Sockel zu kaufen und auf meinen Schreibtisch zu richten (2m lang). Wenn ich dort Lampen mit 400 Lumen reinschraube, komme ich pro Lampe schnell auf 400 Lux. Zwei Lampen würden ungefähr auf die gleiche Stelle leuchten und das wären dann ca. 800 Lux. Zusätzlich würde ich mir eine Schreibtischlampe mit einer Tageslichtbirne oder eben 4000K mit ca. 1050 Lumen hinstellen. Ich weiß nicht von welchem Abstrahlwinkel ich da ausgehen muss. Aber jedenfalls wären das dann wohl (je nach Schreibtischlampe) ca.zusätzlich zwischen 800 und 1700 Lux. Also zusammen mit Deckenlampe und Schreibtischlampe sind das dann zwischen 1600 und 2500 Lux.
        Wäre das dann gefährlich? Zur Sonne ist ja trotzdem noch viel Luft.

        Sie schreiben Sie haben eine LED mit bis zu 6000K. Sieht dann weißes Papier wirklich weiß aus, oder eher bläulich? Ich habe das Gefühl, dass bei den Tageslichtlampen mit ca. 5500-6000K es nur wie Tageslicht aussieht, wenn die richtig stark sind. Also wenn es eine mit 450 Lumen ist, sie bläulich wirkt, aber wenn es eine mit 1100 Lumen ist, es vielleicht wirklich weiß ist. Zumindest ist das meine Vermutung.
        Sie schreiben Sie ziehen Neutralweiß vor. Welche Kelvin Zahl haben Sie da? Weil Philips bei Neutralweiß von 5000K spricht, aber woanders meistens 4000K steht. Können Sie ein Leuchtmittel für E27 und GU10 mit Neutralweiß empfehlen?

        Wolfang und Sie schreiben, dass es blendfrei sein soll. Im Flur die Leuchte hat keinen Lampenschirm. Das Leuchtmittel ragt also sichtbar heraus. Wenn ich nicht in die Lampe reinschaue, sondern geradeaus zur Tür, werde ich dann trotzdem geblendet oder ist das dann bereits blendfrei? Also die Lampe scheint ja trotzdem direkt in meine Augen, aber da ich nicht direkt hineinschaue blendet es mich ja nicht. Das gleiche war mit der Schreibtischlampe. Das Leuchtmittel war schon leicht auf Augenhöhe, aber ich habe nicht aktiv auf das Leuchtmittel geschaut. Ist das dann trotzdem schlecht fürs Auge?

        Vielen Dank
        Michael

        • Hallo Michael!

          Zu 1) Ja, es kommt auf die Mischung an bzw. auf die Summe der spektralen Verteilung im Blaubereich (die anderen Farben spielen für den BLH ja naturgemäß keine so große Rolle). Daher ist es völlig egal, ob das blaue Licht als steile Spitze, wie bei LEDs, als schmale Linie, wie bei Leuchtstoffröhren, oder als breite niedrige Flanke, wie bei Glühlampen oder Sonnenlicht (dort mit entsprechend hohem Blauanteil) vorliegt, wenn die Summe die gleiche ist. Und da die in verschiedenen Publikationen gezeigte spektrale Wirkungskurve des BLH im Rahmen der Messgenauigkeit mit der des Blau Sehens (S-Zapfen) übereinstimmt, entspricht der potenziell schädliche Blauanteil auch genau dem sichtbaren Blauanteil, zumindest bei vergleichbarer Helligkeit (Helligkeiten absolut einzuschätzen fällt unserem Gehirn schwer). Ich nehme da gerne den Vergleich mit dem Geldbeutel mit 100 Euro Gesamtinhalt: Ob da nun zwei Fünfziger, zwangzig Fünfer oder eine bunte Mischung aus allem inkl. Münzen drin ist, ändert nichts an der Gesamtsumme, für die man einkaufen kann.

          Zu 2) 2500 Lux sind zwar schon ziemlich hell, und ich könnte mir vorstellen, dass es auf die Dauer unangenehm sein könnte, aber wirklich schädlich dürfte es nicht sein. Zumal der Blauanteil bei 6500 K auch nur etwas mehr als doppelt so hoch ist wie bei 2700 K.

          Zu den restlichen Fragen: Neutralweiß wird üblicherweise der Bereich zwischen 3300 und 5300 K genannt, darüber dann Tageslicht. Ich vermute, dass Ihre alte Lampe an dieser Grenze gelegen haben dürfte, allerdings deklarieren manche Hersteller/Händler selbst 4000 K fälschlich als „Tageslicht“. Für mich erscheint der Bereich zwischen 4000 und 5000 K bei moderater Helligkeit am neutralsten (genau diesen Ton bevorzuge ich für die Wohnung; an 2700 K kann sich mein visueller Cortex irgendwie nicht gewöhnen, und alles sieht schmutzig-vergilbt aus, selbst nach Stunden der Eingewöhnung). Am Schreibtisch bei bewölktem Tageslichteinfall mag ich es leicht bläulich, da dies nach meiner Erfahrung nach am ehesten zum leicht bläulichen Tageslicht passt. Bei Sonne brauch ich die Lampe ohnehin nicht. Bei morgendlichen blauen Himmelslicht, wenn die Sonne noch nicht ins Büro scheint, wirkt selbst mit 6500 K deklarierte (allerdings nicht selbst kalibrierte) Monitor gelblich. Ich habe mal mit dem Linux-Tool „Redshift“ spaßeshalber die Farbtemperatur hoch geregelt und kam bei weit über 10000 K zu einer Übereinstimmung zur Farbe der weißen Wand dahinter. Dass 6000 K bei niedrigerer Stärke leicht bläulich aussieht, liegt an der unterschiedlichen Farbwahrnehmung bei unterschiedlichen Helligkeiten. Oder anders ausgedrückt: Nachts sind alle Katzen grau, aber in der Dämmerung sind sie blau 😉

          Zur Blendfreiheit: Der BLH bezieht sich auf die Makula, also dem zentralen Bereich des Sehfeldes. Da ist eine nackte Lampe an der Decke höchstens unangenehm oder auch nur unschön, aber nicht schädlich.

          Insgesamt gibt es meines Wissens beim Menschen bisher keine Hinweise auf einen Blue Light Hazard durch normale Lampen, der direkt nur an Ratten nachgewiesen wurde (dort auch nur unter unnatürlichen Beleuchtungsbedingungen, z.B. 48 h ohne Unterbrechung). Indirekt gibt es Hinweise, dass langjähriger häufiger und langer Aufenthalt in der äquatornahen Sonne (z.B. landwirtschaftliche Gesellschaft in Afrika) zu früherer Makula-Degeneration führen kann. Ich lasse meine Kenntnisse aber gerne updaten.

          • Vielen Dank für Ihre Antwort. Also mein Bedenken vor dem Blue Hazard bei Tageslichtlampen ist jetzt erst einmal verschwunden. 🙂

            Meine Theorie mit den 6000K und notwendig hoher Luxzahl, damit es nicht zu bläulich wirkt, lese ich zumindest auch bestätigt heraus.

            Ich werde mir mal eine E27 Osram oder Megaman LED mit 4000K kaufen und schauen wie das im Bad wirkt. Bei Osram finde ich bei E27 nur welche mit 80 Ra. Megaman hat aber welche mit 92, deshalb wird wahrscheinlich eine von Megaman.
            Bei Paulmann gibt es viele mit 6500K.

            Ich glaube ich habe nun eine Angabe zu dem Leuchtmittel gefunden, mit dem ich so zufrieden war. Es hat wohl 6000K und 85 Ra. Zumindest sehen die Schreibtischlampen und das Leuchtmittel von Verilux meiner ehemaligen Schreibtischlampe extrem ähnlich. Aber so ganz sicher darf man sich da wohl nicht sein. Verilux selbst macht keine Angabe.

            Auf dieser Seite sind mal verschiedene, angeblich natürliche Tageslichtlampen aufgelistet. Die haben alle um die 5500K und >=90Ra. Also das scheint dann wohl so zu sein wie Sie vermutet haben.
            Leider sind es nur Leuchtstoffröhren. Aber Viva-Lite hat ja auch eine LED – und Überraschung, die hat auch 5500K. Leider ist die ziemlich teuer und man sollte sicherlich die 12W Variante nehmen. Die 910 Lumen werden für den Schreibtisch wohl reichen.

            Bei dem hier oft genannten Ledon kann man leider nicht nach Farbtemperatur filtern lassen. Da hab ich auf der Homepage nichts mit 4000K gefunden. Nur über Google hab ich was gefunden, aber mit 80Ra.

            Sie schreiben das Sie 4000 – 5000K für Ihre Wohnung bevorzugen. Welchen Leuchtmittelhersteller verwenden Sie? LED oder Sparlampen? Können Sie bestimmte LED für E27 oder GU10 zwischen 4000 – 5000K empfehlen?

            Viele Grüße
            Michael

            (Anm. d. Red.: Bitte die Kommentarregeln beachten und keine „rohen“ Links posten. Solche Kommentare gehen automatisch in die Moderation, erscheinen also nicht sofort und werden von mir modifiziert oder gelöscht.)

    • @Michael, auf die Frage nach meinem bevorzugten Leuchtmittelhersteller:

      Ich habe u.a. LEDs von Mi-Light (vergleichbar mit IWY, aber etwas preiswerter), die per Fernbedienung zwischen ca. 2700 und 6500 K regelbar sind, allerdings ohne Farbskala, d.h. nur nach Gefühl. Ich bevorzuge für die Allgemeinbeleuchtung die mittlere Einstellung, und als Tageslichtergänzung ein paar „Ticks“ darüber, Richtung 6500 K. Geschätzt dürfte das dann bei 5000 K liegen. Die niedrigeren Bereiche verwende ich eher selten. Die Farbtreue liegt bei Ra=80, aber ausreichend.

      Zusätzlich, falls ich mal „volle Pulle“ brauche (z.B. morgens), habe ich noch LEDs von TIWIN, 5700 K, Ra=81, 1200-1400 Lumen bei 13W Verbrauch laut Hersteller (einfach auf Amazon suchen, da ist sogar ein Messprotokoll). 5700 K entspricht ungefähr der tropischen Mittagssonne. Im Bad habe ich noch eine ESL mit 6500 K, weil es LEDs bei der Anschaffung noch nicht in der Stärke gab. Wenn sie ausfällt, wird sie wohl durch LED ersetzt (nicht unter 5000 K; im Bad habe ich gerne etwas „blauen Himmel“ ;-)).

      • Ich habe mal bei Mi-Light geschaut. Wenn ich richtig geschaut habe, haben die leider nur eine E27 mit 6W, wo man die Farbtemperatur wechseln kann. Ich konnte auf die Schnelle auch nichts finden wo man die kaufen kann. Amazon hat nur die RGB Lampen.
        Und Iwy hat 9W, wobei später was von 7,5W steht. Ich hätte dieses Licht gern mal im Badezimmer getestet. Da habe ich jedoch nur einen einzigen E27 Sockel. Da erscheinen mir die Lumen etwas zu gering. Schade, ich hätte das gern mal getestet. So eine Tiwin schaut echt interessant aus. Hätte im Bad zwar lieber 90 Ra, aber kann ich ja trotzdem mal testen.

        Vielen Dank
        Michael

  11. Michael – haben Sie einen größeren Baumarkt in der Nähe? ich glaube, Sie sollten sich einfach mal ein paar Leuchtmittel aus der Nähe anschauen statt über kaltweiss vs. blau zu spekulieren.

    Alternativ besorgen Sie sich doch einfach mal so ein Leuchtmittel mit umschaltbarer Farbtemperatur und probieren es selber aus. Sie gehen da von einer Menge Fehlannahmen aus, die im Rahmen dieser Kommentarfunktion nur sehr umständlich zu korrigieren sind.
    Im unmittelbaren visuellen Vergleich zu üblichen 2700k Leuchtmitteln sehen Leuchtmittel mit 5500K oder gar 6500K immer ‚blau‘ aus, das liegt in der Natur der Sache, und irgendwelchen Darstellungen solcher Leuchtmittel auf irgendwelchen Abbildungen oder Webseiten können Sie ohnehin nicht trauen. Ihr Auge adaptiert auf unterschiedliche übliche Lichtfarben innerhalb weniger Minuten. Nur in Mischlichtsituationen ist man genötigt, eine Differenzierung zwischen verschiedenen Lichtfarben zu treffen. Und das mit dem Blue-Hazard würde ich an Ihrer Stelle erstmal ganz vergessen…

    Gehen Sie mal in einen Baumarkt oder die Lampenabteilung eines größeren Möbelhauses. Sie werden dort zunächst mal fast ausschließlich 2700-3000k Lichtfarbe sehen, und die wenigen 5500 oder 6500K Leuchtmittel werden sehr deutlich auffallen. Vielleicht hilft Ihnen das bei der Orientierung.

    Ich persönlich brauche kein kaltweisses Licht zum Lesen, es muss nur hell genug und blendfrei sein. Es hat schon seinen Grund, warum die 2700K Leuchtmittel für Konsumenten überwiegen, und im Bereich der Arbeitsplatzbeleuchtung 4000K üblich sind. Das muss Sie freilich nicht davon abhalten, in ihrem persönlichen Umfeld auch noch kälteres Licht zu installieren. Nur ist eben das Angebot da sehr klein.

    – Carsten

    • Ich werde in meiner Wohnung auch 2700K einbauen, aber eher nur im Wohnzimmer. Über dem Schreibtisch möchte ich es auf jeden Fall nicht. Mit meiner alten Tageslichtlampe konnte ich sehr gut und lange lesen und so etwas möchte ich wieder haben (aber als LED), aber ich weiß nicht was ich mir dazu kaufen muss – falls es überhaupt mit LED möglich ist. Zudem sollte die Deckenbeleuchtung auch gleich, zumindest ungefähr, auf diese Farbtemperatur eingestellt sein, damit ich nicht so sehr an die kleine beleuchtete Fläche der Schreibtischlampe gefesselt bin. Nachdem ich von dem Blue Hazard gelesen hatte, war ich mir jedoch etwas unsicher.

      Ich war auf Baumärkten, Elektronikmärkten und vielen Möbelhäusern. Dort stecken entweder nebeneinander ganz viele Leuchtmittel in einer Leiste und der Markt wird natürlich auch mit eigenem Licht bestrahlt. Oder in den Möbelhäusern hängen ganz viele Lampen neben- und übereinander. Da habe ich keinerlei Eindruck von der Qualität des jeweiligen Leuchtmittels. Dort mischt sich quasi das gesamte Licht. Und für mich werden die nicht das Licht im gesamten Markt abschalten. Aber selbst wenn, wirkt das Leuchtmittel in einem so großen Raum/Halle ja ganz anders, als in einem kleinen Wohnraum. Heute erst war ich in einem Möbelladen. Dort fand ich die 3000K richtig schön weiß. Aber in dieser Ecke hingen auch circa 8 Lampen mit diesem Licht und somit mit circa 20 Leuchtmitteln, inklusive dem Licht von allen anderen Lampen und Tageslicht von draußen. Ich glaube nicht, dass ich mich dann danach richten kann. Und wenn ich in das Leuchtmittel reinschaue, kann ich nach ein paar Sekunden gar nichts mehr richtig unterscheiden. Nur wo soll ich in einem so großen Raum, wo schätzungsweiße 100-200 Lampen rumhängen, oder mehrere Leuchtmittel in einer Reihe aufgestellt sind, denn hinschauen, wenn ich wissen will wie genau dieses eine Leuchtmittel leuchtet? Da ist so ein Test wie es Wolfgang macht schon besser. Wenn das Ducati Bild dann bläulich wäre, könnte es natürlich auch an meinem Monitoreinstellungen liegen, aber wenn er es auch im Text dazu schreibt, oder das Vergleichsbild bei richtigem Tageslicht dazulegt, wäre ich mir relativ sicher das es so ist (falls die Kamera nichts verfälscht). Auch den Farbwiedergabeindex kann Wolfgang besser nachprüfen als ich in einem Geschäft. Ich könnte mir natürlich auch 10 Leuchtmittel online bestellen, testen und dann 9 wieder zurückschicken. Aber das würde ich nur sehr ungern tun. An ein Leuchtmittel mit unterschiedlichen Farbtemperaturen habe ich auch schon gedacht. Aber da gibts ja nicht so viele verschiedene. Die von Wolfgang getestete Sigalux mit 2700K und 4000K hätte ich mir ja versuchshalber gekauft, wenn die Standardeinstellung 4000K gewesen wäre. Und dann müsste ich mir noch eine kaufen die 5000K und 6000K hat. Da weiß ich gar nicht ob es da auch eine gibt. Das ist mir dann auch etwas zu viel, da dann die ungenutzten Leuchtmittel nur sinnlos rumliegen. Zudem ist die Gefahr, dass gerade dieses Leuchtmittel die 5000K schlecht darstellt und ich dann glaube, dass 5000K ungeeignet sind. Somit müsste ich mir mehrere 5000K kaufen.
      Deshalb finde ich so ausführliche Tests wie von Wolfgang ja gut – um die Auswahl schon mal einzuschränken. Ich werde mir wohl auch mal eine 4000K Lampe kaufen um zu schauen ob die auch so schön leuchtet wie meine alte Leuchtstoffröhren Tageslichtlampe. Aber ich hätte eben auch gerne mal eine LED Tageslichtlampe gesehen die mit gut bewertet wird und andere Hersteller mit 4000K. Baumärkte etc. helfen da nicht. Ich war auch mal in einem sogenannten Lampenfachgeschäft. Aber die konnten mir auch nur vorlesen was auf der Packung steht.

      Viele Grüße
      Michael

      • Ich glaube nicht, dass Sie es schaffen, mit bezahlbaren Mitteln 2500lx auf ihrer Arbeitsfläche zu erreichen. Fernsehstudios haben typisch z.B. 1000lux.

        Man kann natürlich darüber streiten, ob solche T8 oder T5 Röhren schöne Leuchten sind – aber meiner Meinung nach erreicht man damit wegen der großen Abstrahlfläche noch am ehesten ein gutes, homogenes Arbeitslicht, und darüber hinaus bekommt man die sowohl konventionell, also als Leuchtstoffröhre, also auch als LED, in nahezu jeder üblichen Lichtfarbe und CRI. Und obendrein sehr bezahlbar. Bei keinem anderen Leuchtentyp werden Sie nahezu jede Lichtfarbe zwischen 2700 und 8800K einfach durch Wechsel eines verhältnismäßig günstigen Leuchtmittels einstellen können. Und das bei großer erzielbarer Helligkeit und sehr guter Effizienz. Und wer die nackte Röhre nicht mag, kauft sich halt etwas mit ‚Designqualitäten‘. Googlen Sie z.B. mal nach ‚Hängeleuchte T8‘ (Bildersuche).

        – Carsten

        • Ein Fernsehstudio muss aber einen viel größeren Raum ausleuchten und nicht nur einen 2m langen Schreibtisch in einem kleinen Wohnraum und davon eigentlich sogar nur ca. 1m mit 2500 Lux. Die Schreibtischlampe hat ja meist eine Höhe von 30-40cm. In einem Fernsehstudio sind die Leuchten ja weiter entfernt. Also das kann man dann so nicht vergleichen. Mir reichen natürlich um die 1000 Lux aus. Aber das addiert sich dann halt so zusammen, wenn ich die Schreibtischlampe einschalte. Wobei ich da nicht weiß von welchen Abstrahlwinkel ich da ausgehen muss. Also ob ich den vom Leuchtmittel nehmen muss, oder von dem Lampenschirm. Ich glaube ja eher vom Lampenschirm, wenn dieser Länger als das Leuchtmittel ist. Deshalb meine Schätzung so zwischen 1600 und 2500 Lux.

          Zur Not schraube ich eine LED aus der Deckenleuchte wieder raus wenn es doch zu hell sein sollte, oder lasse sie leicht woanders hinstrahlen. Das kann ich im Vorfeld noch nicht richtig einschätzen, weil ich noch nicht weiß wie das Licht dann tatsächlich aussieht. Die Deckenleuchte soll hell genug sein, damit ich größtenteils allein mit dieser gut arbeiten kann. Die Schreibtischlampe möchte ich erst dann nutzen müssen, wenn wirklich Nacht ist. Aber nur eine starke Schreibtischlampe und schwacher Deckenlampe ist auch nicht gut hab ich mitbekommen. Dann ist der Kontrast irgendwie zu groß, sobald ich den kleinen Ausleuchtungsbereich der Schreibtischlampe verlasse. Das schaut sich dann total komisch. Als ob man einen Grauschleier vor den Augen hat. Also es sollte schon 1m sein der richtig schön tageslichthell ist (oder neutralweiß wie auch immer) und der Rest vom Schreibtisch kann gern um die 700 Lux haben. Dass sollte reichen. Zumindest in meiner jetzigen Theorie. Wie es in der Praxis ist, werde ich dann sehen.

          Ich werde es mit LED mal probieren. Die Viva-Lite als Schreibtischlampe denk ich mal, sollte so ähnlich wie meine alte Lampe sein. Leider um einiges teurer und nicht so hell. Unterstützt mit der Deckenlampe müsste dann aber ungefähr das gleiche rauskommen, wenn sich die Farbtemperatur nicht zu sehr unterscheidet. Ich bin gespannt wie es in der Praxis dann ist.

          tschaui
          Michael

          • Und es soll trotzdem noch wohnlich aussehen. Deshalb soll es ein 6-flammiger Strahler sein. Die gibts bereits für ca. 40 Euro. So eine große Leuchtstoffröhre wirkt dann doch etwas zu büromäßig. Wobei die Auswahl und Farbechtheit da sicherlich besser wäre.

          • Ein Fernsehstudio muss aber einen viel größeren Raum ausleuchten

            Natürlich kann man das vergleichen – wenn man den Unterschied zwischen Lux und Lumen versteht. Lux bedeutet die lokale Helligkeit. Natürlich benötigt ein Fernsehstudio mehr installierte Lichtleistung, um diese auf der gesamten benötigten Fläche zu erreichen. Entscheidend ist aber die Beleuchtungsstärke, die für zufriedenstellendes Arbeiten benötigt wird. Arbeitsstättenrichtlinien geben für Büroflächen zwischen 300 und 500 lux vor.

            Aber sei es drum, Sie werden ohnehin keine Leuchten finden, die ihnen ihre 2500lux spenden können.

            – Carsten

        • @Carsten & Michael: Mein Hauptauftraggeber ARTE hat gerade eines seiner Nachrichtenstudios auf LED umrüsten lassen. Dabei musste u. a. auch der Transmissionsverlust der Führungskameras durch die vorgesetzten Teleprompter berücksichtigt werden (entspricht etwa 1,5 Blenden). Die Vorgabe war deshalb 2000 Lux – die LED-Haupt-Scheinwerfer leuchten nun in ca. 6 m Entfernung mit bis zu 500 Watt.

          Übrigens leuchten die neuen Scheinwerfer mit 3200 K; wegen „des Komforts für die Benutzer und die Moderatoren sowie die Möglichkeit der Zusatzbeleuchtung mittels der vorhandenen Wolfram-Scheinwerfer“ (Zitat aus der Ausschreibung, Download der zip-Datei). Dabei wurde explizit auf die oben verlinkte ANSES-Studie und die dort behaupteten „Blue Light Hazard“-Gefahren verwiesen.

          Zumindest eine näherungsweise Schätzung der Auswirkungen einer Lichtquelle erlaubt dieser Lumen-/Lux-/Winkel-/Candela-Rechner.

          • Danke für die Ergänzung Wolfgang. An dem Lumen/Lux Rechner sieht man sehr gut, dass man schnell auf 2000 Lux kommen kann, wenn die Entfernung gering ist.
            Ich muss aber anmerken, dass ich mal gelesen habe, dass man bei kleinen Winkeln eine andere Formel nehmen sollte. Dann ist die Lux-Zahl etwas niedriger. Die Webseite nutzt eine einzige Formel für alle Winkel. Aber egal. Ich bin auch kein Physiker um zu sagen was richtig ist. So ungefähr stimmts ja.

            Na da werde ich doch tatsächlich mal Arte schauen um zu sehen wie das Nachrichtenstudio leuchtet. Welche Nachrichtensendung wird denn in diesem Studio ausgestrahlt? Wobei man dann wahrscheinlich HD braucht um das besser zu beurteilen.

            Mir hätte es für meine Entscheidung besser gefallen, wenn sich Arte für 4000K – 5000K entschieden hätte. 🙂

            Dankeschön
            Michael

          • Es sind hauptsächlich die „Journal“-Sendungen montags bis freitags um 13.20 Uhr und 19.10 Uhr sowie samstags und sonntags ab 19.15 Uhr. Auf der verlinkten Website kann man auch die jeweils aktuellste Sendung in HD anschauen – ansonsten via Astra (diverse Kabel-TV-Anbieter senden Arte leider nur in SD).

            Und dass die Umrechnungsseite nur Näherungswerte liefert, hatte ich ja ausdrücklich erwähnt. Dort wird auch keinerlei Streulicht berücksichtigt, das in der Realität einen großen Anteil haben kann.

  12. Hier ein sehr guter, einstündiger englischsprachiger Vortrag zum Thema „Blue Light Hazard“.

    Ich bin etwas enttäuscht von diesem Gastbeitrag, da er nur die oft gehörten Vorbehalte wiedergibt, ohne diese mit konkreten Referenzen auf wissenschaftliche Fachliteratur zu begründen. Aber lassen sich solche Vorbehalte überhaupt vernünftig begründen?

    Im o.g. Vortrag werden die immer wieder zur Argumentation für den angeblichen „Blue Light Hazard“ angeführten Studien genauer betrachtet. In einer mageblichen Studie von 1978, die seitdem immer wieder in ähnlicher Form widerholt wurde, wurden beispielsweise Resus-Affen blauen Licht ausgesetzt, das Lesionen auf der Netzhaut erzeugte. Soviel hört man von den Mahner und Warnern.

    Was jene allerdings (wohlweißlich?) unterschlagen sind die genauen Bedingungen des Experiments: was den Rhesusaffen, da auf die Netzhaut projeziert wurde war das auf 1 mm² gebündelte Licht einer 1,5 kW(!) Xenon-Lampe, in der auf der Netzhaut eintreffenden Beleuchtungsstärke lt. Autoren entsprechend dem direkten Blick in die tropische Mittagssonne.

    Tut mir leid, aber ich kann beim besten Willen nicht nachvollziehen, wie irgendein rational denkender Mensch aus einer solchen oder ähnlichen Studie eine Gefahr für die Netzhaut durch LED-Innenraumbeleuchtung ableiten kann.

    Das ist in etwa so sinnvoll und verhältnismäßig, wie von einem „Water Hazard“ zu fabulieren und ganz allgemein davor zu warnen, Wasser zu trinken, weil es bekanntermaßen tödlich sein kann, wenn man 10 Liter Wasser auf einmal trinkt.

  13. Also das mit dem Wasser würde ich mal nicht so fahrlässig verharmlosen, im Unterschied zum Blue Light Hazard ist da echt was dran:

    Wasser

    – Carsten

    • Stimmt, das war eigentlich geradezu fahrlässig von mir – zumal die Spanne von normal bis kritisch bei der Wasserzufuhr ja nur etwa bei Faktor 10 liegt, beim „Blue Light Hazard“ eher bei Faktor 1000 – wobei selbst dann nur Sehverlust und nicht gleich der Tod droht.

      Man könnte im Fachsprech auch sagen: Licht hat eine größere therapeutische Breite als Wasser.

      Danke also für diese wichtige Anmerkung! 😉

  14. Hallo,
    Eine Frage zum LED-Licht.
    Ich weiß nicht, ob das hier die richtige Plattform für meine Frage ist:

    Mein Sohn ist 17 Monate und guckt gerne ins Licht. Ab wann ist eine LED-Lampe schädlich für seine Augen?
    Ich wollte ihm nämlich in seine Ikea Kinderküche LED-Beleuchtung einbauen. Es kann sein, dass er in die Lampe reinguckt. Generell guckt er gerne in alle Lampen, ich habe gehört, das Glühbirnenlicht nicht so schlimm ist. Bei LED, Infrarot und Halogen soll es aber anders sein.
    Greift bei ihm auch der Lidreflex (bei Infrarot nicht, ich weiß)?

    Viele Grüße!

    Jaana

    • Ein direkter Blick in Lichtquellen jeder Art (egal, ob LED, Glühlampe, Sonne etc.) kann je nach Lichtstärke schon nach einigen Sekunden schädlich sein – besonders für sehr junge Augen. Nehmen Sie also am besten „warm“ (2700 Kelvin oder weniger) und relativ schwach leuchtende LEDs bzw. Lampen mit mattierten Hauben.

      Ob Ihr Kind einen Lidschlussreflex bei Lichtreizen hat, weiß ich natürlich nicht, weil er nicht bei jedem Mensch vorhanden ist. Bitte klären Sie das mit einem Kinder- bzw. Augenarzt.

      • Vielen Dank für die schnelle Antwort.

        Ich habe mit meinem Kinderarzt über die Problematik mit dem „ins Licht gucken“ gesprochen. Er meinte, es sei nicht schlimm für die Augen, wenn Kinder hinein gucken.
        Ich war mir da aber nicht so sicher, da es für Erwachsene ja schon super hell ist und wir nach ein paar Millisekunden weggucken.

        • Ich würde sicherheitshalber zusätzlich die Expertise eines gut aus- und fortgebildeten Augenarztes einholen – siehe auch hier. Lieber mal einen eventuell schädlichen Einfluss ausschließen oder minimieren, auch wenn nicht ganz klar ist, ob er tatsächlich ein Risiko darstellt – bei Babys und Kleinkindern sowieso.

  15. Wenn wir nach ein paar Millisekunden weggucken, dann weil wir dem Auge ’sicherheitshalber‘ keine Zeit lassen wollen, sich zu adaptieren. In der Regel ist das aber zunächst keine Folge der absoluten Helligkeit des Lichtes, sondern des wahrgenommenen Kontrastes, also dem Unterschied zwischen Lichtquelle und Hintergrund.

    Wenn jemand längere Zeit in ein helles Licht schaut, dann wird, gesundes Auge vorausgesetzt, die Iris sich anpassen. Dabei kommt es in der Regel weniger auf die Lichtmenge an, die das Leuchtmittel aussendet, sondern um die Leuchtdichte des Leuchtkörpers, bei einem typischen E27 Leuchtmittel mit matt-weissem Globus drauf ist das die Leuchtdichte, mit der das Auge die Aufsicht-Fläche dieses Globus‘ sieht. Hier gibt es aber keinen fundamentalen Unterschied zwischen z.B. einer matten 60Watt Glüchbirne und einem A60-LED Leuchtmittel, vom geringen winkelbedingten mal abgesehen.

    Der Lidschlussreflex wird nur für spontane, kurzzeitige Blendungen wirksam. Dazu kommt in diesem Fall, dass jüngere Menschen in der Regel blendungsresistenter sind als ältere (was aber natürlich nicht zwangsläufig heisst, dass sie auch gesundheitlich dafür unempfindlicher sind).

    Ein dunkel-adaptiertes Auge kann sogar vom Mondlicht geblendet werden. Aber eine Blendung ist eben noch keine Schädigung.

    Auch emittieren LED-Leuchtmittel kein nennenswertes IR oder UV. Der BlueLight-Hazard bei LEDs ist weiterhin eine unbewiesene Fiktion der Energiesparlampen-Verschwörungstheoretiker.

    Hier kann man ein bißchen was Amtliches dazu nachlesen:

    BSI – Blendung durch natürliche und künstliche Lichtquellen

    – Carsten

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