LED-Deckenleuchten und -Spots bei „Bauhaus“: Viel heller als früher

Kleine Überraschung beim Durchblättern der neuen „Bauhaus“-Werbebeilage (gültig bis 29. Juni, Ausschnitte unten, regional unterschiedlich): Fast eine Seite voller LED-Leuchten – manche scheinbar altbekannt, aber bei näherem Hinsehen leistungsstärker als frühere Sonderangebote der Baumarkt-Kette.

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Mit 49 bis 69 € sind diese drei LED-Deckenleuchten jeweils 10 Euro teurer als noch im Oktober 2012 bei „Bauhaus“ – eigentlich Anlass für heftige Empörung über die Beilagen-Schlagzeile „Günstiger? Geht nicht!“. Wäre aber unfair. Denn jetzt stecken offenbar stärkere GU10-LED-Spots drin als damals in den identisch aussehenden Leuchten: Immerhin haben sie offiziell 200 statt nur 130 Lumen Lichtstrom pro Stück.

Die nicht dimmbaren Lampen werden im Prospekt leider nicht weiter beschrieben – es fehlen Stromverbrauch, Farbtemperatur, Abstrahlwinkel, Lichtstärke und Farbwiedergabeindex. Vermutlich sind es günstige Leuchtmittel dieser Art: 3 Watt, ca. 3000 Kelvin, 120 Grad, maximal 200 Candela und Ra/CRI-Wert rund 75. Ein direkter Vergleich mit Halogenspots ist schwer, weil diese LED-Leuchten einen erheblich breiteren Lichtkegel haben, aber auch viel weniger Reichweite.

Wie hell sind diese Deckenleuchten?

Das Vierer-Quadrat hat also nominell 800 Lumen, was etwa der Gesamthelligkeit eines 50-Watt-Hochvolt-Halogenstrahlers entspricht. Die fünfflämmige „Teller“-Leuchte schafft mit 15 Watt und 1000 lm grob gerechnet die Leistung einer 75-Watt-Glühlampe, und das Sechser-Rechteck leuchtet mit 18 Watt und 1200 lm fast so hell wie eine herkömmliche 100-Watt-„Birne“.

Ein Verstellen der Leuchtrichtung ist nicht möglich – Sie sollten also schon sehr genau kalkulieren, ob der Lichtkegel in der Breite von etwa einem Drittel eines Vollkreises für den vorgesehenen Einsatzort passt. Bei sehr hohen Decken kann es sein, dass unten zwar breit gestreute, aber nur geringe Helligkeit ankommt.

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Wenn Ihnen eine stärkere Fokussierung und eventuell auch Dimmbarkeit wichtig wäre, ginge ein Austausch der serienmäßigen GU10-LED-Spots gegen selbst gekaufte, besser geeignete Exemplare. Das ist ohne Umbau möglich, so lange die Außenmaße der Spots übereinstimmen. Die gesamte Leuchte wird dann aber vermutlich rund doppelt so teuer.

„Bauhaus“ verschweigt fast alle Daten

Mehr Power für weniger Geld gibt’s gleich darunter in der „Bauhaus“-Werbebeilage: Fünf LED-Strahlerleisten aus der „Arras“-Serie zwischen 9,95 und 59,95 Euro – mit äußerst dürrer Beschreibung.

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(für größere Darstellung einfach auf den Ausschnitt klicken)

Ebenfalls im Oktober 2012 war ein ähnliches Angebot um Einiges teurer und noch dazu erheblich leistungsschwächer: Nur 3 Watt pro Spot statt aktuell 5. Sonst hält „Bauhaus“ mal wieder alles geheim, was teils woanders zu erfahren ist – etwa die 320 Lumen Lichtstrom pro Leuchtmittel oder die „warmweiße“ Farbtemperatur von ca. 3000 Kelvin.

Mit ziemlicher Sicherheit stecken auch hier nicht dimmbare, aber auswechselbare GU10-Hochvolt-LED-Spots mit etwa 120 Grad Abstrahlwinkel und einem Farbwiedergabeindex von unter CRI/Ra 80 drin (Halogenspots: 35 Grad und CRI/Ra 99-100).

Teilweise vierstellige Lumenwerte

Das dürfte für viele Zwecke ausreichend sein, zumal die Leuchtrichtung der einzelnen Strahler sehr flexibel verstellt werden kann. Die Helligkeit ist jedenfalls für diese Preisklasse bemerkenswert. Der Einer-Spot kann locker mit einem 25-Watt-Halo mithalten, die Zweierleiste mit einem 50er, das Dreier-Rondell hat 960 Lumen und damit fast den Lichtstrom einer 75-Watt-Glühlampe.

Vierstellig werden die Lumenzahlen ab der vierflammigen Spotschiene: 1280 – ähnlich hell wie eine 100-Watt-Glühlampe. 1920 Lumen sind’s gar mit der Sechser-Schiene; dazu bräuchten Sie sonst eine 150-Watt-„Birne“. Knapp 60 Euro zahlen Sie aktuell bei „Bauhaus“ für eine derart helle LED-Komplettleuchte – das ist wirklich ein Sonderangebot, so lange Sie keinen Wert auf Dimmbarkeit oder wirklich Halogen-nahe Farbtreue, Abstrahlwinkel und Lichtfarbe legen.

Auch hier wäre natürlich ein problemloses „Upgrade“ möglich – beispielsweise auf farblich passende, dimmbare GU10-LED-Spots mit engerem Winkel und besserer Lichtqualität.

Runde Sache für Decke und Wand

Nichts zum Verstellen und vermutlich auch nichts zum Auswechseln haben Sie beim dritten „Bauhaus“-Deckenleuchten-Streich in zwei Varianten für jeweils 37 Euro:

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Ungewohnt auskunftsfreudig sind hier die Prospektbastler: 700 Lumen aus 12 Watt sollen diese Leuchten mit integrierten LED-Modulen liefern (Effizienz ca. 58 lm/W). Die Angabe „So hell wie 60 Watt!“ passt einigermaßen, falls damit traditionelle Glühlampen gemeint sind und keine Hochvolt-Halogenstrahler.

Der Unterschied liegt jedoch in den Daten, die „Bauhaus“ in der Beilage nicht nennt: Die nominelle Farbtemperatur von 3000 Kelvin sorgt für merklich „kälteres“ Licht als die rund 2700 K von „Glühbirnen“. Der Farbwiedergabeindex liegt in dieser LED-Preisklasse derzeit typischerweise bei rund CRI/Ra 75 statt bei 100. Außerdem wird das Licht natürlich stärker gebündelt, weil’s nur über ca. 160 Grad seitlich und nach unten abgestrahlt wird.

Gut vorstellen könnte ich mir diese Leuchte im Flur oder Treppenhaus – muss auch nicht an der Decke sein, kann sicher auch an der Wand montiert werden. Eine zusätzliche Einsatzmöglichkeit verrät die Schutzart IP44: Das Teil ist spritzwassergeschützt und darf deshalb auch im Außenbereich leuchten – etwa auf Balkon, Terrasse oder unter einem Pergola-Dach. Mangelnde Farbtreue und suboptimale Lichtfarbe sind hier meistens nicht so tragisch wie drinnen.

Mein Fazit:

Insgesamt bieten zwar nicht die LED-Leuchten, aber die Informationen dazu mal wieder ein trauriges Bild bei „Bauhaus“. Fast durchweg fehlen on- und offline immer noch die wichtigsten Daten, die die Kunden beim Umstieg auf LED-Beleuchtung brauchen. Watt-Zahlen allein sind beispielsweise völlig sinnlos. Ab September ist diese Geheimniskrämerei EU-weit verboten – ich bin schon sehr gespannt, ob sich spätestens dann tatsächlich was ändert.

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