Dimmbare Lumixon-LED-Spots: Zwei tot, einer halbtot

Lumixon-Dimmer-Spot
Äußerlich kaum beschädigt, innen zerstört: Dieser „Lumixon“-GU10-Spot verabschiedete sich mit Rauchwölkchen. Die Verpackung daneben ist nun der „Sarg“ für die Rücksendung. (Fotos: W. Messer)

Wer seine häusliche Beleuchtung flächendeckend auf LED-Technik umstellen will, braucht häufig leider immer noch ein paar unverzichtbare Voraussetzungen und Eigenschaften: Einen gut gefüllten Geldbeutel, gute Nerven, Leidensfähigkeit, Pioniergeist, jede Menge Briefmarken für die Rücksendung defekter oder fehlerhafter Produkte, Zeit und Geschick für Bastelarbeiten und den ungebrochenen Glauben an die Zukunft dieser Technologie. Das gilt meiner Erfahrung nach vor allem, wenn Sie LED-Leuchtmittel von „Lumixon“ kaufen oder schon im Einsatz haben.

Seit über einem Jahr streichen nämlich bei mir diverse „Lumixon“-Produkte vorzeitig die Segel; betroffen waren anfangs „Kerzen“- und „Birnen“-Modelle mit E14- und E27-Fassung, die ganz oder teilweise versagten und inzwischen wegen ihrer Defektanfälligkeit zurück gerufen und aus dem Vertriebsprogramm genommen wurden. Im Januar 2011 erwischte es dann allerdings auch das erste Exemplar meiner im Mai 2010 gekauften 14 dimmbaren „Lumixon HighLumen“-LED-Spots (GU10, 4 Watt, warm-weiß, 15 SMD-LEDs). Nach geschätzt nur rund 1000 Brennstunden stellte die Vorschaltelektronik den Betrieb ein und ließ die LEDs erlöschen.

„Nun gut, kann ja mal passieren, war vielleicht ein Ausrutscher“, dachte ich damals. Von wegen: Vor knapp zwei Wochen leuchtete plötzlich ein weiterer Spot nur noch schwach – die Elektronik hatte die 15 Dioden offenbar gleichmäßig auf Diät gesetzt, statt 260 gab’s nun maximal 130 Lumen. Und gestern Abend – zufällig am Tag, bevor heute die Ersatzlieferung für den halbtoten Spot kam – verabschiedete sich Nummer drei innerhalb weniger Sekunden mit einem lauten „Spratzeln“, deutlich sichtbaren Rauchwölkchen und penetrantem Gestank in die ewigen Jagdgründe. An einer Stelle des unteren Kunststoffgehäuses klaffte danach ein kleiner Riss, flankiert von leichten Brandspuren.

Spot-Riss
Der Riss und die Brandspuren am Fuß des „Lumixon“-Spots.

Wenn ich wegen der Menge nicht den Überblick verloren habe, war das nun schon das insgesamt elfte tote oder halbtote „Lumixon“-Lämpchen in gut eineinhalb Jahren. Keines davon erreichte auch nur annähernd die versprochene Lebensdauer von bis zu 50.000 Brennstunden. Zwar wurden sie vom Lieferanten „Hava-Shop“ immer anstandslos ersetzt (dazu ein Update unten); die jeweilige Prozedur mit dem Heraussuchen der Rechnungen, Ausfüllen der Umtauschformulare, Verpacken, als Warensendung Frankieren und Deklarieren und Transport zur nächsten Postfiliale ist aber nervig und zeitaufwendig. Bei Leuchtmitteln, die pro Stück zweistellige Beträge kosten, will man so was eigentlich nicht erleben.

Dimmbare LED-Spots
Zwei von sieben Zwillings-Downlights im Fastvoice-Studio mit noch funktionierenden LED-Spots.

Dazu kommt noch ein weiteres Problem: Produktionsprozesse und Produktlinien der Hersteller ändern sich laufend. Selbst vermeintlich identische Leuchten können sich je nach Herstellungszeitraum und verwendeten Materialien in Farbtemperatur und Helligkeit unterscheiden – das gilt auch für die bei mir ersetzten Spots, wo ich nun nach jedem „Sudden Death“ neue „Matching Pairs“ für meine Zwillings-Downlights herauspuzzlen muss. Außerdem finden Sie diese Strahler im „Lumixon“-Katalog inzwischen überhaupt nicht mehr, stattdessen gibt es neue Spots mit völlig anderem Aussehen und anderen Daten. Wenn sie für Ihre Beleuchtung zwingend identische Exemplare brauchen, müssen Sie darauf hoffen, dass die Lagerbestände Ihres Händlers groß genug sind.

Ansonsten bleibt nur der komplette und teure Umstieg auf einen aktuellen Leuchtentyp und die Hoffnung, dass es sich dabei nicht wieder um einen Satz „Todgeweihte“ handelt.

Update: „Hava-Shop“ hat mir heute Abend geschrieben:

„… wir selbst haben diese dimmbaren LED Spots in einer Stückzahl von 60 Stück in einem Raum im Einsatz seit etwa 1 Jahr. Bis dato ist keines ausgefallen. Auch die Reklamationsquote ist hier äußerst gering.“

Nun, vielleicht haben wir ja ein merkwürdiges Haus-Stromnetz, das besonders böse zu LED-Leuchten ist (so etwas wurde ja beim Rückruf der älteren Lumixon-Leuchtmittel nahe gelegt). Oder die Spots bräuchten zur Kühlung mehr Luft, als die geschlossenen und recht engen Gehäuse meiner Downlights durchlassen – möglicherweise gibt’s dort einen Hitzestau im Bereich der Fassung bzw. Vorschaltelektronik. Dann wären die Lumixon-Strahler aber kein wirklicher Ersatz für Halogenspots; „Retrofit“-LED-Leuchtmittel sollten in alle handelsüblichen Fassungs- und Leuchtentypen passen und mit den dort gegebenen Umständen klarkommen. Vergleichbare Philips-Spots enthalten aus diesem Grund einen kleinen Lüfter zur Kühlung; Philips garantiert auch nicht bis zu 50.000 Brennstunden, sondern nur mindestens 15.000.

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