Große Licht-Reichweite aus wenig Watt: Das bietet Osram mit seiner neuen „LED Superstar PAR16 advanced“-Baureihe. Dank eines engen Abstrahlwinkels von 25 Grad schaffen die GU10-Spots teilweise die Lichtstärke von herkömmlichen 50-Watt-Halogenlampen – bei einem Zehntel des Stromverbrauchs. Im Fastvoice-Test: Der „warm-weiße“, dimmbare 5-Watt-Spot.

In dunklem Silbergrau mit neuer Formgebung: Der aktuelle Osram-„LED Superstar PAR 16“-Hochvolt-Spot. (Fotos: W. Messer)
Das Ersetzen von stromfressenden Halogenstrahlern zählt inzwischen zu den problemlosesten Aufgaben bei der Umrüstung auf LED-Beleuchtung. Zahlreiche Hersteller bieten eine breite Palette verschiedenster PAR16-Spots an – mit allen möglichen Abstrahlwinkeln, Farbtemperaturen und Lichtströmen; viele auch problemlos dimmbar, als GU10-Hochvolt- oder GU5.3-Niedervolt-Strahler.
Für so ziemlich jeden Einsatzzweck werden Sie das Passende finden, zumal allmählich auch hochwertige Marken-LED-Lampen bezahlbare Preisregionen erreicht haben.
Um die 20 Euro müssen Sie beispielsweise für die neuen, dimmbaren Osram-GU10-Spots „made in China“ anlegen – mit 4 oder 5 Watt Leistungsaufnahme, wahlweise mit „warm-weißer“ (2700 Kelvin) oder „neutral-weißer“ Farbtemperatur (4000 K). Letztere bieten sich etwa für Büro, Küche, Treppenhaus und Bad an, die anderen eher für den Wohnbereich.
Ich habe mir einen „warm-weißen“ Spot mit der Bezeichnung „LED Superstar PAR16 50 25° Advanced“ vorgenommen (Bild links vor dem Auspacken). Im direkten Vergleich mit einem 5,5 Watt starken Vorgängermodell fallen sowohl optische als auch technische Unterschiede auf. Der Neuling ist nicht mehr weiß, sondern dunkel-silbergrau, und hat keine nach innen weisende Stufe im Lampenkopf:

Bei knapp geschnittenen Strahlern kann es nun durchaus sein, dass der Kopf ein paar Millimeter über das Gehäuse ragt – kein Beinbruch, aber auffallend:

Vorn der alte „Superstar“-Spot, hinten der neue: Mit 58 mm etwas länger als mein ursprünglich für Halogenspots vorgesehenes Zwillings-Strahlergehäuse.
Da sich in meinem Fall die neue Lampenfarbe viel weniger vom Gehäuse abhebt als das bisherige Weiß, kann man das auch als gewolltes Designmerkmal verkaufen. Eine Kombination aus „Superstar alt“ und „neu“ direkt nebeneinander fällt allerdings auf. Auch in eingeschaltetem Zustand werden Sie Differenzen bemerken. Das beginnt bei der wärmeren Farbtemperatur (2700 statt 3000 Kelvin) und der etwas größeren Gesamthelligkeit (220 statt 200 Lumen Lichtstrom) und setzt sich bei der Lichtkeule fort.
Mein älterer „Superstar“-Spot hat offiziell 35 Grad Abstrahlwinkel, der neue nur 25 – das wirkt sich nominell auf die Reichweite bzw. Lichtstärke aus (600 contra 900 Candela) und auf den „Bauch“ des Lichtkegels.

Der obere (neue) Osram-Spot leuchtet etwas schmaler, aber weiter als der untere, alte. Die unterschiedlichen Farbtemperaturen der Spots mischen sich hier zum großen Teil.
Beim genaueren Hinschauen auf die jeweils einzeln leuchtenden Lampen fällt aber noch ein interessantes Detail auf. Offenbar sorgt der neu konstruierte Linsen/Streuscheibe-Vorsatz (Bild rechts, von unten betrachtet) dafür, dass das Licht direkt nach dem Austritt aus dem Lampenkopf etwas breiter und homogener gestreut wird als beim Vorgängermodell. Hier gab’s eine deutlich gekrümmte (hier vertikale) Lichtaustrittslinie:

Dagegen wirkt der Beginn des Leuchtbilds bei der neuen „LED Superstar“-Serie fast wie mit dem Lineal gezogen:

Andere Lichtkegel wären mit entsprechenden Optik-Einsätzen sicher problemlos zu realisieren. Im Innern des Spots leuchten auf der oberen Platine drei „Chip on board“– (falsch, siehe Kommentare) Midpower–SMD-LEDs mit ca. 120 Grad Abstrahlwinkel – umringt von diversen Widerständen, Kondensatoren und einer Gleichrichterdiode:

Der Rest der Vorschaltelektronik liegt – normalerweise unsichtbar – darunter im Sockel:

Blick ins vollgepackte Innere des „Superstar“-Spots. Die äußere Metallabschirmung des Trafos links habe ich wegen der besseren Übersichtlichkeit entfernt.
Diese Bauteile sorgen auch dafür, dass der neue Spot mit zahlreichen handelsüblichen Dimmern geregelt werden kann. Bei meinen Versuchen mit vier verschiedenen Dimmermodellen (drei davon theoretisch ungeeignet) gab es kein Flackern, allenfalls ein leichtes Surren im Dimmer oder der Lampe. Da hatten die älteren Modelle teils mehr Probleme. Für eine Verbesserung der Dimmbarkeit spricht auch ein weiteres Merkmal: In der niedrigsten Stufe meines Legrand-Dimmers, den ich für die bisherigen Spots justiert hatte, bleibt die neue „Superstar“ komplett dunkel. Ein Stückchen höher gedreht sieht das im Vergleich so aus:

Das neue Modell links leuchtet mit weniger als 10% der Maximalhelligkeit, während das ältere schon rund dreimal so hell ist. Für Besitzer von nicht justierbaren Dimmern bedeutet das, dass die neuen Osram-Spots dunkler geregelt werden können als die alten. Bei Maximalstellung leuchten sie dennoch meistens mit voller Kraft – die Helligkeit ist somit über den gesamten Dimmerweg besser zu beeinflussen und der Regelbereich breiter.
Erkauft wird dieser Fortschritt mit einer leichten Ein- und Ausschaltverzögerung – ein bekanntes Phänomen bei hochwertigen, dimmbaren LED-Leuchtmitteln. Wie mir ein Entwicklungsingenieur erklärte, würden in der Vorschaltelektronik moderner LED-Lampen Steuer-Schaltkreise (ICs) eingesetzt, die weitgehend digital arbeiteten. Diese ermöglichten – im Gegensatz zu älteren, gemischt digital/analog arbeitenden ICs – eine wesentlich bessere Dimmbarkeit, bräuchten jedoch eine gewisse Startzeit, um festzustellen, ob ein Dimmer angeschlossen ist und auf welcher Stufe er steht. Normalerweise funktioniere das in deutlich unter einer halben Sekunde.
Aus einer anderen Perspektive betrachtet, werden auch die unterschiedlichen Lichtfarben der beiden Spot-Generationen deutlich – wegen der Kamera-Digitaltechnik allerdings weniger an der Lichtquelle, sondern mehr an der Decken-Reflektion:

Sie sehen: Der Rotanteil links ist höher als rechts beim Vorgängermodell. Der neue Spot wirkt demnach „wärmer“ und „wohnlicher“ – sehr nahe an den herkömmlichen Halogenspots. Anders herum ist es bei den „fühlbaren“ Celsius-Temperaturen. Im Volllast-Dauerbetrieb habe ich am neuen Lampenkopf maximal rund 45 Grad gemessen, etwa 5 Grad weniger als beim etwas stromhungrigeren Vorgängermodell. Das liegt natürlich an der höheren Energieeffizienz: Nominell 44 statt 36,5 Lumen/Watt.
Keine Neuigkeiten gibt’s beim Farbwiedergabeindex: Der liegt nach wie vor bei rund Ra 80 – das ist zwar nicht Spitzenklasse, aber okay. Die Lebensdauer wird von Osram mit 25.000 Leuchtstunden und mindestens 100.000 Schaltzyklen angegeben, die Werksgarantie beträgt vier Jahre.
Mein Fazit: Der neue 5-Watt-Osram-Spot hat natürlich mit 220 Lumen bei Weitem nicht den Lichtstrom einer 50-Watt-Hochvolt-Halogenlampe (über 500 lm). Er kann sie aber wegen des engen Abstrahlwinkels von 25 Grad und der damit verbundenen hohen Lichtstärke von 900 Candela dennoch überall dort ersetzen, wo stark gebündelte und weit reichende Akzentbeleuchtung gebraucht wird.
Trotz der so möglichen Energieeinsparung von bis zu 90% müssen Sie keine spürbaren Abstriche bei Lichtqualität und Dimmbarkeit hinnehmen. Der hohe Preis von rund 21 Euro relativiert sich durch die rund 25fache Lebensdauer gegenüber einem Halogenspot.
Da kann ich kaum anders, als mit vollen Händen in den Haufen meiner LED-Bewertungsskala zu greifen und die maximal möglichen




fünf Sterne ‚rauszuholen.
(Disclaimer: Osram stellte mir den neuen Test-Spot kostenlos zur Verfügung; die älteren „Superstars“ hatte ich selbst gekauft.)
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Im Test: Neuer “Superstar”-LED-Spot von Osram mit 385 Lumen
