Osram „Ostar Medical“: Variables LED-Modul mit Super-Farbtreue

Vier verschiedene LED-Chips leuchten im neuen „Ostar Medical“-LED-Modul von Osram. Sie sorgen für die individuelle Einstellbarkeit der „neutral-weißen“ Lichtfarbe und geben sogar sattrote Farbtöne weitgehend naturgetreu wieder.
Osram_Ostar_Medical_Chip
Nur 5,9 x 4,8 mm groß ist ein „Ostar Medical“-Modul mit vier integrierten, einzeln ansteuerbaren LED-Chips. Statt – wie sonst üblich – unter einer Linse versammelt, werden sie von einer flachen Antireflex-Glasabdeckung geschützt. Deshalb ist das gesamte Bauteil gerade mal 1,2 mm dünn. (Fotos: Osram-PR)

Es ist der feuchte Traum jedes LED-Fans, der sich flexibel „durchstimmbare“, weiße Beleuchtung mit möglichst naturgetreuer Wiedergabe aller Farbtöne wünscht: „Tunable White“ nennt sich die Technik, die Osram so ähnlich bereits im Museumsbereich, bei lichtbiologischen Studien oder ab Februar 2014 in der Sixtinischen Kapelle des Vatikans einsetzt und die jetzt auch in einem neuen Modul namens „Ostar Medical“ von „Osram Opto Semiconductors“ aus Regensburg steckt.

Vier Dünnfilm-LED-Chips mit den Farben „Warm-weiß“, „Ultra-weiß“, Grün („Verde“) und Bernstein („Amber“) lassen sich laut Pressemitteilung individuell und präzise zu Lichtfarben zwischen 3700 und 5000 Kelvin mischen, während gleichzeitig ein Komplett-Farbwiedergabeindex von mindestens 95 gewahrt bleibt. Für diese Kennzahl werden nicht nur die acht „Ra“-Pastellfarbtöne berücksichtigt, sondern sechs bis sieben weitere Farben, die für LEDs teils eine hohe Hürde darstellen.

Rot-Wiedergabe um Welten besser als üblich

Osram verspricht in seiner Pressemitteilung sogar beim schwierigsten Farbton „Rot gesättigt“ (R9) einen Einzelwert von über 95. Zum Vergleich: Handelsübliche „Consumer“-LED-Lampen liegen hier meist zwischen 0 und 15.

Die Optimierung auf den roten Bereich des Lichtspektrums ist kein Zufall; genau den brauchen Ärzte in Behandlungsräumen oder Chirurgen in ihren Operationssälen. Schließlich müssen sie exakt beurteilen können, ob aus einer Bauchwunde profanes Blut strömt oder ob sich gerade ein grünschleimiger Alien den Weg nach außen bahnt. Ich kenne LED-Lampen, unter deren Licht Sie diesen klitzekleinen farblichen Unterschied kaum sehen würden.

Osram_Ostar_Medical_Leuchten
Kommen leider vor mir in den Genuss von flexibel steuerbaren, „neutral-weißen“ LED-Modulen: Chirurgen bei der Arbeit unter dem Licht zahlreicher „Ostar Medical“.

Da ein Modul je nach Farbtemperatur typischerweise nur zwischen ca. 180 und 325 Lumen Lichtstrom hat, müssen in einer OP-Leuchte natürlich mehrere eingebaut werden – je nach Helligkeitsbedarf. Laut Osram kann die Kundschaft dabei wegen der kompakten Dimensionen und „der Standardisierung des Bauteils auf handelsübliche Linsen zurückgreifen“. Dazu wird selbstverständlich noch eine Regelelektronik zur präzisen Steuerung des Farborts der Module benötigt.

Dumm nur, dass wir „Normalsterbliche“ diese LED-Lichtqualität derzeit noch nicht so richtig genießen können, wenn unter „Ostar Medical“-Modulen der Zahnarzt bohrt, der Gastroenterologe im Darm wühlt oder einen gar die Narkose völlig außer Gefecht setzt.

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4 Gedanken zu „Osram „Ostar Medical“: Variables LED-Modul mit Super-Farbtreue

  1. Bitte nach Möglichkeit die traditionell, aber um so halsstarriger vom Branchenstandard abweichende Osram-Farbennomenklatur in übliche oder nm-Angaben übersetzen.

    • Ich vermute mal anhand anderer Ostar-Module 617 Nanometer Wellenlänge für „amber“ und 503 nm für „verde“. Zumindest die Bezeichnung „Bernstein“ oder „amber“ ist übrigens auch bei anderen Anbietern üblich.

      Bei den weißen LEDs gibt’s natürlich eine Mischung verschiedener Wellenlängen – da habe ich aber leider noch nicht mal exakte Kelvin-Werte.

      • Ja eben, einmal handelt es sich bei „amber“ um ca. 590 nm, dann wieder um ca. 615. Ergibt oft Fehlbestellungen und „Falschlieferungen“. Und als Nichtromanist übersetze ich verde schnell mal schlicht mit grün – praktischerweise auch an der Ampel, sonst würde ich da immer noch stehen, inmitten eines Hupkonzerts.

        • Ist vermutlich so wie bei den phantasievollen Lackbezeichnungen der Autohersteller – jeder hat da seine speziellen Farbnamen. Ich warte noch auf einen LED-Typ namens „saturated vine racing rosso metallic extremo“ oder so ähnlich. 😉

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