Osram-„Brilliant Mix“-LEDs jetzt mit „Steuer-Erleichterung“

Größtmögliche Flexibilität bei kleinstmöglichem Einsatz – zur Zeit ein ganz großes Thema für Osram. Die bisherige Licht-Tochter von Siemens steht bald auf eigenen Beinen, muss den tiefgreifenden Wandel der Lichttechnologie meistern, schultert gerade einen großen Umzug in München und präsentiert mit dem neuen „Brilliant Mix Universal-Controller“ so nebenbei eine höchst flexible und einfach zu bedienende Steuerung zur stufenlosen Farb- und Helligkeitsregelung von Multi-LED-Lichtmodulen.

Osram Elec-Con-Steuermodul
Demonstrationsaufbau mit den Modulen des „Elec-Con“Standard-Steuerungssystems und einer „Brilliant Mix“-Platine mit 16 verschiedenfarbigen „Oslon“-LEDs (rechts unten). (Foto: Osram-PR)

Beleuchtungsgigant Osram bewegt sich gerade räumlich hin zum Entstehungsort dieses Blogs – allerdings nicht mit letzter Konsequenz: Die Hauptverwaltung zieht nur vom Süden in den Norden Münchens, das ist leider immer noch ein paar hundert Kilometer weit weg von mir. Wir alle wissen aber, dass Umzüge selbst bei kleinsten Entfernungen für großes Chaos sorgen, und so spielt sich auch nach dem offiziellen Einzugstermin am 28. Januar in der Marcel-Breuer-Straße wohl noch einiges improvisiert und aus Kartons ab.

Die größte Herausforderung für Osram liegt jedoch nicht im Umzugsstress: In der vergangenen Woche genehmigte die Siemens-Hauptversammlung mit über 98 Prozent der abgegebenen Stimmen den geplanten „Spin-off“ der Lichttochter. Künftig hält Siemens nur noch knapp ein Fünftel einer neuen, eigenständigen Dachgesellschaft namens „Osram Licht AG“. Unter ihr agiert dann die abgespaltene Ex-Siemens-Tochter  – mit bisher noch rund 39.000 Mitarbeitern weltweit – als „Osram GmbH“.

Weniger Mitarbeiter, mehr Innovationen

Diese Zahl wird sich in den nächsten Jahren noch kräftig reduzieren. Etwa 8000 Stellen sollen wegfallen, davon 1400 in Deutschland, weil Fertigungstiefe und Personalbedarf durch die zunehmende Umstellung der Beleuchtungstechnik auf LED/OLED erheblich geringer werden. Umso wichtiger ist es für ein zukünftig in Eigenregie und ohne Rückendeckung operierendes Unternehmen, sich gegen die vielfältige kleine und große Konkurrenz auf dem neuen Spielfeld zu behaupten.

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Das geht nicht ohne fortdauernde Innovationen und Produktneuheiten – auch in Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern. Aktuelles Beispiel: Ein einfach zu bedienender Standard-Controller für das professionelle Osram-„Brilliant Mix“-LED-System. Das kann beispielsweise eine Kombination aus „Oslon“-LEDs in Weiß, Amber (bernsteinfarben), bläuliches Weiß und Blau sein.

Je nach Zusammenstellung und Ansteuerung dieser verschiedenfarbigen Chips kann stufenlos weißes Licht zwischen einer Farbtemperatur von 2700 (warmweiß) und 6500 (kaltweiß) Kelvin gemischt werden. Die Gesamthelligkeit hängt von der Zahl der verwendeten LEDs ab. Die maximale Effizienz liegt bei rund 110 Lumen pro Watt (lm/W), der Farbwiedergabeindex bei über Ra 90.

Standardisierter LED-Controller

Bisher brauchte man dafür jedoch zusätzlich kundenspezifisch entwickelte oder modifizierte Einzellösungen mit entsprechenden Steuergeräten. Nur so konnten die einzelnen Kanäle angesteuert werden, um beispielsweise den gewünschten Farbort auch bei steigender Arbeits- und Umgebungstemperatur konstant zu halten oder um allen LED-Leuchten in einem Raum die exakt gleiche Lichtfarbe zu geben.

Im Rahmen des Netzwerks „LED Light for you“ (LLFY) beteiligten sich neben dem LED-Hersteller „Osram Opto Semiconductors“ (Regensburg) „Infineon Technologies“ (Neubiberg), „Elec-Con technology“ (Passau) und „MAZeT“ (Jena) an der Entwicklung eines universellen, modularen und einfach zu bedienenden Steuersystems namens Brilliant Mix Universal Controller“. Das gibt es laut Osram-Presseabteilung in einer Standardvariante ohne Sensor, einer Version mit Sensor und in weiteren individuellen Ausführungen, die mit Wechselspannungen zwischen 20 und 48 Volt arbeiten.

Stufenlose Feinjustierung

Controller, Treiber und Sensor seien separate Bauteile, die nicht neben- oder untereinander angeordnet werden müssten, sondern frei platzierbar seien. Der Standardtreiber enthalte vier Kanäle, mit denen sich einzelne LEDs – etwa in unterschiedlichen Farben – individuell ansteuern ließen.

Bei den Sensor-Varianten regeln sich Helligkeit und Farbort nach einem frei gewählten, voreingestellten Wert selbst nach. Außerdem ist es nach Osram-Angaben möglich, die LEDs über die Lebensdauer stufenlos und fein zu justieren, um die Auswirkungen des unterschiedlichen Alterungsverhaltens der verschiedenfarbigen Chips auf die Gesamt-Lichtwirkung zu kompensieren.

Fast grenzenlose Möglichkeiten

Prinzipiell könne mit allen Controller-Versionen die Handhabung des „Brilliant Mix“-Konzepts vereinfacht und eine schnelle Umsetzung von Lichtlösungen ermöglicht werden. Dank des „Universal Controllers“ sei in Verbindung mit den Treibern, der „Light Engine“ und dem Sensormodul kein spezielles Ansteuerungs-Know-how mehr erforderlich. Eine Bedienung ist also offenbar ohne Ingenieurstudium möglich und wenn’s nicht so teuer wäre, würde ich mir dieses „Evaluation/Demo Kit“ (Foto oben, pdf-Download der Kurzbedienungsanleitung) sofort als tolles Technik-Spielzeug für meine Licht-Bastelecke holen.

Richtig ausgefuchste, dynamische Anwendungen lassen sich mit diesen Modulen auch in Verbindung mit Systemtechnik- und Automatisations-Standards wie DALI, KNX oder LCN realisieren – etwa als Teil eines „Smart Home“-Netzwerks. Regelmäßigen Bloglesern fällt hier sicher spontan mein mehrfach gesungenes Loblied auf möglichst flexible LED-Lichtkompositionen ein; auch Osram beschäftigt sich schon lange mit diesem Ansatz und seinen vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Jetzt scheint die dafür nötige, problemlos handhabbare Hardware vorhanden zu sein, und es braucht nur noch kluge, zukunftsorientierte Einkäufer mit ordentlichem Etat und visionäre Lichtdesigner oder Architekten mit unbegrenzter Ideenvielfalt, um ihr Potenzial auszuschöpfen.

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