GX53-LED-Lampen: Meistens eine runde Sache

Es gibt eigentlich kaum problemlosere Lampenfassungen als GX53: Schnell zu montieren (vor allem als Aufbaufassung), preiswert, ohne Vorschaltelektronik, einfach zu bestücken, nicht unbedingt hässlich und vor allem sicher. Hier sehen Sie nach dem Herausdrehen einer Lampe aus dem Bajonett-Verschluss – im Gegensatz etwa zu E27- und E14-Schraubfassungen – keine offen liegenden Kontakte, in die kleine neugierige Kinder mal testweise den Finger stecken können.

Häufig wird dieser Fassungstyp etwa für die Montage in Möbeln oder auf Holzpaneelen an Wänden und Decken verwendet; bei mir sind fünf davon an der teils schrägen Küchendecke verteilt. Anfangs steckten darin so genannte „Energiesparlampen“ (ESL), jeweils mit 9 Watt Stromverbrauch und einer Lichtstärke von rund 280 Lumen (entspricht etwa einer 25-Watt-Halogenlampe). Diese Dinger sind aber leider aus mehreren Gründen zum Abgewöhnen: Sie brauchen erst ein paar Sekunden zum „Zünden“ und dann noch mehrere Minuten bis zur vollen Leuchtkraft. Bis dahin ist es ziemlich duster in der Bude. Außerdem werden sie nach einiger Zeit sehr warm – eine Berührung der Lampenoberfläche kann durchaus schmerzhaft sein.

Logisch, dass diese ESLs vor eineinhalb Jahren im Zug der Umrüstung des gesamten Stockwerks auf LED-Beleuchtung flugs ausgemustert wurden. Die damals erhältlichen GX53-LED-Lampen hatten jedoch zwei kleine Problemchen: Sie passten wegen ihres etwas größeren Durchmessers teilweise nur mit Gewalt oder leichten Modifikationen in die vorhandenen Fassungen, und sie waren mit rund 4 Watt Stromverbrauch zwar sparsam, aber mit nur 150 Lumen (weniger als eine 15-Watt-„Glühbirne“) auch nicht besonders hell. Immerhin hatten sie diese Lichtstärke sofort nach dem Einschalten.

Wenn Sie allerdings als leicht Sehbehinderter versuchen, unter diesen Funzeln zum Beispiel Knoblauch zu schneiden, dann ist es eher Glücksache, ob Sie mit dem Messer den Knoblauch oder die Fingerkuppe zerteilen. Erst wenn Sie plötzlich was Rotes sehen, wissen Sie, dass es nicht der Knoblauch war. Deshalb sollten Sie zu Gunsten Ihrer körperlichen Unversehrtheit lieber ein paar Euro mehr investieren und Massaker höchstens als neutraler Beobachter im Kino angucken.

Für knapp 20 Euro bekommen Sie inzwischen GX53-Lampen mit 30 „warmweißen“ SMD-HighLumen-LEDs, 6 Watt Stromverbrauch und satten 350 Lumen. Diese Dinger sind vom Start weg etwa so hell wie 11-Watt-„Energiesparlampen“ nach ein paar Minuten, brauchen nur rund halb so viel Strom und werden auch längst nicht so warm. Die Effizienz von gut 58 Lumen pro Watt (lm/W) ist zwar bei Weitem nicht die Spitze der Technologie, aber angesichts des Preises akzeptabel.

GX53-LED-Lampe/350lm)
Der direkte Vergleich von alter (links) und neuer GX53-Lampe. Die mehr als verdoppelte Lichtstärke ist – fototechnisch bedingt – vor allem an Durchmesser und Intensität der Reflektion auf der Paneele rechts erkennbar. Die Wiedergabe der unterschiedlichen Farbtemperatur ist einigermaßen korrekt. (Foto: W. Messer)

Kurioserweise enthüllen die neuen Lampen während und nach dem Einsetzen noch zwei weitere Vorteile: Sie haben einen etwas kleineren Durchmesser, passen deshalb problemlos in die gängigen Fassungen, und ihre Farbtemperatur von 3200 Kelvin ist zwar kälter, aber angenehmer. Die alten LEDs weisen einen nicht zu übersehenden Grün/Gelbstich auf, die neuen sind Tageslicht-ähnlicher und somit neutraler. Dass sie  – wie alle LED-Lampen – nicht das Lichtspektrum einer Halogen- oder Glühlampe erzeugen können, verzeihe ich ihnen gern. Schließlich sollen sie an ihrem Einsatzort kein gemütliches Schummerlicht verbreiten, sondern eine Arbeitsfläche anständig ausleuchten.

Kleine Warnung, bevor Sie nun selbst auf die Suche nach solchen GX53-LED-Lampen gehen: Es gibt immer noch Produkte und Anbieter, die Ihnen Herzinfarkt-trächtige Preise abverlangen wollen. Unfassbare 60 Euro für eine 290-Lumen-Lampe mit eher trauriger Effizienz (45 lm/W) bei einem der bekannten Elektronik-Versandhäuser sind da nur die Spitze des Eisbergs. Kaum zu erwarten und auch nicht nachgewiesen, dass solche Luxuslampen ihren Preis durch eine dreimal längere Lebensdauer einspielen könnten. Wie gesagt: 20 Euro genügen, bei größeren Abnahmemengen geht’s sogar noch billiger. Und dann viel Spaß beim unfallfreien Knoblauch-Schneiden!

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5 Gedanken zu „GX53-LED-Lampen: Meistens eine runde Sache

  1. Mittlerweile gibt es 290lm von Toshiba für 12 €.

  2. Hab mich letztens auch auf die Suche gemacht und bin dabei über dieses Modell gestoßen.

    War zwar mit 20 Euro nicht ganz günstig, aber bin extrem zufrieden mit Helligkeit und Lichtfarbe!
    LG Eva

  3. Einigen led-lampen erzeugen ziemlich unangenehmen Summgeräusche.
    Sind diese Geräusche beim Preis über 20 euro spürbar?

Kommentare sind geschlossen.