Advents-Erleuchtung: LED-Deckenfluter viel sparsamer als befürchtet

Ziemlich geschockt war gestern ein Blogleser, der lieber anonym bleiben möchte: Sein LED-Deckenfluter zog nämlich laut Messgerät kräftig Strom – obwohl er ausgeschaltet war! Schon wieder ein Schummel-Skandal? Nein. Das Watt-Rätsel löste sich in weihnachtlichem Wohlgefallen auf.

MeLiTec-LED-Deckenfluter-ST07In diesem Blog stelle ich Ihnen ja immer mal wieder LED-Deckenfluter vor (wie das Modell ST07 von „MeLiTec“ im PR-Foto links), die zum Beispiel stromhungrige Leuchten mit R7s-Halogenstäben ersetzen können.

Statt 150 oder mehr Watt brauchen die LEDs samt der Vorschaltelektronik in solchen integrierten Leuchten vielleicht nur noch 20 bis 30 – eine satte Ersparnis von rund 80%. Und wenn man sie ausschaltet, sollten selbst dimmbare LED-Modelle weniger als ein Watt Standby-Verbrauch haben. Ein Blogleser berichtete mir jedoch gestern:

„Herzlichen Dank für Ihre Beiträge zur LED-Beleuchtung. Leider wurde ich bei LED-Deckenflutern nicht fündig. Ich benutze ein solches Stück und stellte einen Stromverbrauch im ausgeschalteten Zustand von ca. 9 Watt fest. Ich nehme an, dass der Trafo so viel frisst. Ist das normal?“

Meine kurze Antwort:

„Nein, mehr als 0,5 bis 1 Watt sollten es nicht sein. Tippe auf untaugliches Messgerät – siehe hier und hier.“

Der gefrustete Leser schickte postwendend ein Bild des Gerätes namens „700379 Inspector III“ X4-Life-700379-Inspector-IIIder Braunschweiger Handelsmarke „X4-Life“ (PR-Foto rechts) und schrieb dazu:

„Dann war das wohl nichts mit diesem Teil. Herzlichen Dank für die schnelle Antwort.“

Da staunte ich aber nicht schlecht: Dieses und ähnliche Verbrauchsmessgeräte sind nämlich trotz ihrer günstigen Preise eigentlich ganz gut für Messungen mit LED-Produkten geeignet, weil sie den elektrischen Leistungsfaktor berücksichtigen, die tatsächliche Wirkleistung sowie kleine Standby-Werte zumindest annähernd genau anzeigen können.

Das teilte ich auch dem Leser mit. Und – siehe da – nach ein paar Stunden kam diese E-Mail:

„Nach Ihrer Antwort prüfte ich meine Messung und stellte bei mir erhöhte Dummheit fest. Am Ende der Leitung hing noch eine fette Bassbox dran, die auf Standby stand. Ohne Ihren Hinweis hätte ich das nicht gefunden. Vielen Dank und einen schönen Advent!“

Das Ergebnis der LED-Fluter-Nachmessung ohne Bassbox: Nur noch 0,3 Watt! Großes Aufatmen auf beiden Seiten: Kein neuer LED-Schummel-Skandal, stattdessen die erleuchtende Erkenntnis, dass die sich die Mess-Fehlerquote mit der Länge der Leitung manchmal stark erhöhen kann. 😉

Mehr zum Thema:

Werden Lampen-Käufer in der EU wirklich systematisch betrogen?

Blog-Leserfrage (16): Schummeln LED-Hersteller bei den Watt-Zahlen?

Blog-Leserfrage (19): Wie sparsam ist die LED-Vorschaltelektronik wirklich?

Wie LED-Lampen das Stromnetz belasten

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