Philips Lighting: LED-Umsatz stieg um ein Drittel, jetzt 30% Anteil (Update)

LED-basierte Beleuchtung war im 3. Quartal des Wirtschaftsjahres der große Umsatzgewinner der Philips-Lichtsparte. Gegenüber dem Vorjahresquartal gab’s einen Zuwachs um 33 Prozent. Aktuell liefern Halbleiter-Lichtquellen rund 30 Prozent der Umsätze von „Philips Lighting“.
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Die neueste „Chip on Board“-LED-Technologie der Philips-US-Tochter „Lumileds“: Eines der verbesserten Modelle aus der „Luxeon CoB“-Reihe mit einer typischen Effizienz von bis zu 130 Lumen/Watt. Einige Varianten sollen laut Unternehmensangaben sogar mit einem Farbwiedergabeindex von Ra/CRI 97 glänzen. (Foto: Philips-PR)

Der gesamte Umsatz der Philips-Lichtsparte ist im Jahresvergleich zwar nominell leicht gesunken, um rund 3% auf jetzt etwas unter 2,1 Milliarden Euro (pdf-Download der Quartalsbilanz). Rund 625 Millionen steuerte aber im 3. Quartal 2013 schon LED-basierte Beleuchtung bei – etwa ein Drittel mehr als vor einem Jahr. Besonders erfolgreich präsentierten sich laut Philips die LED-Chip-Tochterfirma „Lumileds“ und der Bereich „Kfz-Beleuchtung“.

Im Herbst 2012 lag der LED-Anteil an den „Philips Lighting“-Umsätzen noch bei ca. 24%, aktuell sind es 30%. Diese Entwicklung hatte natürlich nicht nur Vorteile. Der schnelle Umstellungsprozess in der Entwicklungs- und Fertigungskette kostete allein in diesem Unternehmensbereich fast 3900 Arbeitsplätze (jetzt nur noch knapp 48.000) und erfordert ständig hohe Investitionen.

LED-Lampen für nur 5 US-Dollar oder Franken

Derzeit profitieren vor allem die Käufer von der Dynamik des Marktes. Die Preise für LED-Leuchtmittel fallen im Eiltempo. So bietet Philips zur Zeit offenbar in einigen „Home Depot“-Filialen in den USA LED-Lampen für nur 5 US-Dollar (ca. 3,64 Euro) an, wie mir die Presseabteilung auf Nachfrage via Twitter bestätigte:


Solche Aktionen fördern zwar den Absatz, große Gewinnspannen bleiben da aber nicht. Hier muss es die Masse bringen, wie früher bei den billigen Glühlampen – ein Paradigmenwechsel bei der LED-Beleuchtung. Sie ist immer weniger ein relativ teures „High Tech“-Nischenprodukt für „Besserverdiener“ und immer mehr bezahlbare Standard-Technologie für die Umrüstung auf effizientes, stromsparendes Licht in Haushalt und Gewerbe.

Update 24.10.: So’n Zufall – aktuell gibt’s in den Schweizer „Media Markt“-Filialen eine nicht dimmbare 9,5-Watt-E27-LED-„Birne“ von Philips mit 806 Lumen für schlappe 4,96 Franken (knapp über 4 Euro)! Abgesehen vom deutlich engeren Abstrahlwinkel von 150 Grad, können Sie damit eine traditionelle 60-Watt-Glühlampe ersetzen. Normalerweise kostet diese LED-Lampe mehr als das Doppelte. Das äußerlich identische 10,5-Watt-Vorgängermodell hatte ich hier in einem Vergleichstest.

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Philips und LMU entwickeln LED-Leuchtstoffe

Philips setzt jedenfalls auf die Perspektive, „dass die LED-Technologie in naher Zukunft für den überwiegenden Teil aller Beleuchtungszwecke eingesetzt wird.“ Besonders intensiv wird dazu an der Verbesserung der Lumiszenz-Konversionsschicht der Leuchtdioden gearbeitet. Bekanntlich sind meist blaue LED-Chips die Basis für „weiße“ Beleuchtung. Dazu werden sie mit Leuchtstoffen überzogen, die das blaue Licht in die gewünschte Farbe umwandeln.

Eine gemeinsame Initiative dazu von Prof. Wolfgang Schnick von der Fakultät für Chemie und Pharmazie der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) und Dr. Peter J. Schmidt (Philips Technologie GmbH, Lumileds Development Center Aachen) wurde diesen Monat als eines von drei Projekten für den „Deutschen Zukunftspreis“ nominiert.

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Entwickeln neue Leuchtstoffe für LEDs: Prof. Dr. Wolfgang Schnick (links) und Dr. Peter J. Schmidt. (Foto: © Deutscher Zukunftspreis/ Ansgar Pudenz, mit freundlicher Genehmigung von Philips-PR)

Laut einer Philips-Pressemitteilung könnten die bereits von Prof. Schnick entdeckten und gemeinsam mit Philips entwickelten Materialien das Licht moderner blauer Leuchtdioden in alle Farbkomponenten des sichtbaren Spektrums umwandeln. Durch Farbmischung könne so weißes Licht sehr hoher Qualität und Effizienz erzeugt werden. Schnick wird mit diesen Worten zitiert:

„Mit unseren neuen Materialien werden Energieausbeuten erreicht, die nahe dem theoretischen Maximum liegen. Die verwendeten Rohstoffe sind zudem ökologisch absolut unbedenklich und sie sind auf unserem Planeten in nahezu unerschöpflicher Menge vorhanden.“

Inzwischen gebe es mehr als ein Dutzend gemeinsame Patentanmeldungen. Eine ganze Reihe von LED-Lichtquellen, die auf den an der LMU entdeckten Leuchtstoffen beruhten, seien bereits von Philips fertig entwickelt und auf den Markt gebracht worden. Dazu zählten beispielsweise Produkte für Innenraum- oder Straßenbeleuchtung, aber auch Warnlichter, Ampeln und Fahrzeug-Blinklichter.

Die Entscheidung für eines der drei preiswürdigen Projekte fällt am 4. Dezember. Bundespräsident Joachim Gauck wird den mit 250.000 Euro dotierten „Deutschen Zukunftspreis 2013“ am selben Tag in Berlin verleihen.

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2 Gedanken zu „Philips Lighting: LED-Umsatz stieg um ein Drittel, jetzt 30% Anteil (Update)

    • Der Media Markt in der Schweiz ist schon öfter mit solchen Angeboten aufgefallen. Dort waren auch bereits Smartphones und TV Geräte teilweise 30 oder 40% billiger als bei der billigsten Onlinebude hier zu Lande.

      Voelkner versucht gerade Philips Gu10 Spots im Doppelpack für 9,99 unter die Leute zu bringen, scheint aber ein Abverkauf zu sein, da es sich um 2 Watt Spots mit 106 Lumen handelt.

      Bei Conrad wurden binnen weniger Tage die Philips P45 für Sockel E14 2 mal im Preis gesenkt und liegen jetzt bei 6,99.

      Der Preis wird hier wohl angepasst da das Konkurrenzprodukt von Osram wohl die Philips auf lange sicht verdrängen wird.

      Das ist aber auch mal eine erfreuliche Entwicklung die man seit 1 2 Monaten beobachten kann, neue Modelle laufen nicht einfach parallel zu den alten, die alten werden im Preis gesenkt und das Preisgefüge stimmt wieder.

      Es lohnt sich bald auch nicht mehr irgendwelche Gurken aus China zu kaufen, wenn man sieht wie bei Pollin für deren Eigenmarke DAYLITE die Preise ins rutschen kommen (MR16 Spots 3000k, 250 lm, 110°, 84 Ra, 3 Stück 12,95 – mit 150 lm 9,95)

      Der LED-Dimmer mit Fernbedienung interessiert mich da allerdings noch mehr 😉

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