LED-Schreibtischleuchte für die Dachschräge

Wer hier regelmäßig ‚reinguckt, weiß, dass ich gerne mal kuriose Lösungen für Beleuchtungsprobleme ausprobiere. Häufig passiert das, weil die von mir bevorzugte LED-Technik teils noch nicht so richtig ausgereift ist und Ärger macht, der uns mit traditionellen Leuchtmitteln (Glühlampen, Halogenspots) erspart geblieben ist – etwa beim Dimmen. Andererseits eröffnen die prinzipiellen Vorteile der LEDs neue Möglichkeiten für’s Lichtdesign, weil die Leuchten deutlich kompakter gestaltet werden können und nicht mehr so heiß werden.

Die Vorgaben beim neuesten Versuch: Tonstudio und Büro sind bei mir im Dachgeschoss untergebracht, natürlich mit schrägen Wänden, verkleidet mit Akustiknutpaneelen aus geschlitzten und lackierten MDF-Holzplatten. Große Hitze, wie sie anfangs etwa von den direkt aufgeschraubten Halogen-Zwillingsleuchten verursacht wurde (inzwischen durch LED-Spots „entschärft“), führt hier mittelfristig zu unschönen Verfärbungen oder gar teilweisen Auflösungserscheinungen. Die durchschnittliche Wärmeentwicklung von LED-Lampen macht ihnen dagegen nichts aus.

Schreib- und Arbeitstische werden normalerweise in einem Dachgeschoss direkt an die Schräge gestellt, am Besten unter ein Dachfenster. Das sorgt zwar tagsüber für ausreichendes Licht, lässt aber eventuell nur wenig Höhen-Spielraum für eine hinten und mittig angebrachte Schreibtischlampe übrig. Kleinere seitliche Tisch- oder Klemmleuchten passen schon eher, verursachen allerdings möglicherweise wegen des flachen Leuchtwinkels unangenehme Schattenwürfe (Faustregel in diesem Fall: Rechtshänder sollten die Lampe links montieren, Linkshänder rechts. Für Linksträger gibt’s hier keine Empfehlungen ;-).

Ideal wäre also eine Lichtquelle direkt über der Arbeitsfläche, die auf dem Tisch selbst keinen Platz weg nimmt. Und das kann zum Beispiel so aussehen:

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SMD-LED-Leiste direkt unterhalb des Dachfensterrahmens, ergänzt durch einen Plexiglas-Blendschutz. (Fotos: W. Messer)

Die Technik dahinter ist relativ simpel und mit rund 45 Euro nicht besonders teuer: Eine Osram-Luminestra-LED-Unterbauleiste aus Aluminium und Kunststoff mit fünf „Golden Dragon plus“-Einzel-LEDs, 7 Watt Leistungsaufnahme, 395 Lumen Lichtstrom, 120 Grad Abstrahlwinkel und einer Farbtemperatur von rund 4000 Kelvin. Mit gerade mal 45 Zentimeter Länge, 5,5 cm Breite und maximal 2,4 cm Höhe (am Schalter, die LED-Leiste selbst ist nur rund einen Zentimeter hoch) ist sie fast überall relativ unauffällig. Gedacht ist sie laut Osram eigentlich für Regal-, Vitrinen- oder Oberschrankbeleuchtung, aber was kümmert mich schon die Ansicht von Marketingleuten.

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Die Luminestra „eco“ in aus- und angeschaltetem Zustand. Selbstverständlich kann die Leiste auch mit dem Schalter auf der rechten Seite montiert werden.

Befestigt wird die Leiste wahlweise mit drei Klebepads oder zwei Schraub-Klemmecken direkt an die Wand bzw. Paneele. Da sie federleicht ist, hält sie in beiden Fällen bombenfest. Angeschlossen wird sie mit einem 1,6 m langen Netzkabel direkt an eine 230-Volt-Steckdose ohne zusätzlichen Trafo; das Vorschaltgerät ist im Schaltergehäuse integriert (es gibt übrigens auch Luminestra-Versionen, bei denen dieses Gehäuse samt Schalter getrennt von der Leuchtleiste an einer anderen Stelle montiert werden kann). So, wie die Leuchte geliefert wird, funktioniert sie auch sofort – im Gegensatz zu anderen LED-Leisten mit 12-Volt-Stromversorgung, für die Sie noch zusätzliche Geräte und/oder Kabel brauchen. Im Betrieb wird sie allenfalls handwarm und stellt damit keine Gefahr für das Holz darunter dar.

Es gibt Luminestra-Versionen mit verschiedenen Werten bei Leistungsaufnahme, Helligkeit und Farbtemperatur. Die von mir gewählte hat in etwa die Helligkeit einer traditionellen 40-Watt-Glühlampe, liefert eine Lichtfarbe mitten zwischen „warm-weiß“ (2500 Kelvin) und „Tageslicht“ (5777 K), ist weitgehend farbtreu und sorgt in einer Entfernung zwischen 50 und 100 Zentimetern für hervorragendes, neutrales Leselicht auf dem gesamten Schreibtisch (immerhin deckt der Abstrahlwinkel ein Drittel eines Vollkreises ab). Die ohne zusätzliche Beleuchtung aufgenommenen, entsprechend bearbeiteten (es gibt kaum was Schwierigeres mit einer Digitalkamera, als Licht zu fotografieren) und hier gezeigten Bilder geben diesen Eindruck recht originalgetreu wieder.

Die von Osram so genannte „prismatische Abdeckung für blendfreies Licht“ erfüllt allerdings ihren Zweck nur bedingt. Je nach Betrachtungswinkel können die sehr hellen LEDs durchaus stark blenden. Abhilfe schafft bei Dachschrägen-Montage ein quer zur Blickrichtung angebrachtes „milchiges“ Plexiglasstück (etwa 32 cm lang und 4 cm breit, bei steileren Dachflächen auch breiter), das einen Teil des Lichts durch Streuung dämpft. Damit wird die gesamte Konstruktion zwar ein wenig auffälliger, aber noch lange nicht hässlich.

Tatsächlich wirkt bei mir die nachträglich verlegte Stromleitung auf den Paneelen noch am ehesten als Fremdkörper. Wer es kann, sollte die Leitung „unter Putz“ legen und gegebenenfalls verlängern; dann erst wirkt das Ganze richtig „edel“. Schöner Nebeneffekt dieser unkonventionellen Lösung: Sie haben plötzlich etwas mehr Platz auf dem Schreibtisch (es steht ja keine Lampe drauf) und es baumelt kein Stromkabel mehr frei der Landschaft. Dass Sie außerdem rund 80 Prozent weniger Strom verbrauchen als mit konventionellem „Glühobst“, werden Sie vermutlich auch gerne akzeptieren.

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2 Gedanken zu „LED-Schreibtischleuchte für die Dachschräge

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