Besprechung verboten

by Wolfgang Messer | 20.10.2009 11:05

Freudsche Versprecher[1] gibt’s ab und zu auch mal in schriftlicher Form; ein besonders hübscher steht im neuen Spiegel (43/2009) auf Seite 110. In der kurzen Meldung über ein Urteil des Oberlandesgerichtes Frankfurt zum Roman Ende einer Nacht von Olaf Kraemer[2], der sich an das Leben von Romy Schneider anlehnt und der nun wieder (fast) ohne Streichungen erscheinen darf, findet sich dieser Satz:

Blumenbar-Verleger Wolfgang Farkas misst dem Urteil, gegen das keine Rezension[3] zugelassen wurde, deshalb grundsätzliche Bedeutung bei:…

Fällt Ihnen was auf? Da hat wohl ein Literaturkritiker des Spiegel seine Sprachwelt in die der Justiz übertragen. Gemeint war natürlich Revision[4], was aber offensichtlich nicht mal den strengen Dokumentaristen des Magazins aufgefallen ist, die alle Texte auch nach kleinsten Fehlern durchflöhen. Aber die haben wohl in diesem Fall – wie das OLG – für die Kunstfreiheit entschieden.

Aufrufe: 166

Beitrag teilen:
FacebooktwitterpinterestmailFacebooktwitterpinterestmail
Folge mir bei ...
twitteryoutubetwitteryoutube
Links/Quellen:
  1. Freudsche Versprecher: http://de.wikipedia.org/wiki/Freudscher_Versprecher
  2. Ende einer Nacht von Olaf Kraemer: http://www.blumenbar.de/buch.php?id=22
  3. Rezension: http://de.wikipedia.org/wiki/Rezension
  4. Revision: http://de.wikipedia.org/wiki/Revision_(Recht)

Source URL: http://fastvoice.net/2009/10/20/besprechung-verboten/