Droht „EinsExtra“ das Aus?

Dass in den nächsten Jahren Schmalhans vielleicht nicht Küchenmeister, aber zumindest Beikoch sein wird in den öffentlich-rechtlichen Funkhäusern, hat auch die heute beendete Tagung der ARD-Intendanten in Bonn gezeigt. Neben einigen anderen Entscheidungen gab’s auch neue Einblicke in die Sparbemühungen der Anstalten.

So sprach heute bei einer Pressekonferenz der derzeitige ARD-Vorsitzende, SWR-Intendant Peter Boudgoust, davon, dass man derzeit aus Kostengründen die Einstellung eines der drei ARD-TV-Digitalprogramme prüfe. Und jetzt dürfen wir dreimal raten, welches davon auf der Kippe steht: „Einsfestival“ unter Federführung des WDR, „EinsPlus“ vom SWR (beide mit jeweils unter 0,2% Gesamt-Marktanteil), oder „EinsExtra“ vom NDR mit weniger als 0,1% Marktanteil? Mein Tipp: Wir werden bald auf diesen hier verzichten müssen:
EinsExtra logo
Das Informationsprogramm der ARD-aktuell-Redaktion in Hamburg mit viertelstündlichen Nachrichten werktags zwischen 9 und 20 und am Wochenende von 12 bis 18 Uhr gehört zu meinen Lieblings-Anlaufstellen, wenn ich mich tagsüber – unabhängig von den üblichen Nachrichtenzeit – mal kurz und kompetent auf den aktuellen Stand der Dinge bringen will. Das ist keine Konkurrenz zu den privaten „Nachrichtensendern“ N24 und n-tv, die schon lange kein Maßstab mehr sind, sondern ein echter News-Kanal.

Leider ist so ein Programm aber nicht billig zu produzieren und es gibt offenbar zu wenig „Nachrichten-Junkies“, die diese Anstrengungen auch zu würdigen wissen. Wenn dann auch noch die wenigen Zuschauer eher der älteren Generation angehören, sieht’s ziemlich „mau“ aus mit der Kosten-Nutzen-Relation und der Zukunftsperspektive.

Bei „Einsfestival“ und „EinsPlus“ setzt die ARD dagegen mit teils sehr ambitionierten Eigenproduktionen vor allem auf die jüngere Kundschaft, die sie mit ihrem ersten und den dritten Programmen nur noch unterproportional erreicht. Hier dient der digitale Verbreitungsweg als Nische für Programmformen, die man im Hauptprogramm nicht mehr unterbringen will oder kann. Ähnliches gilt übrigens auch für das ZDF und seine drei Digitalkanäle.

Freunde der aktuellen Berichterstattung und vielversprechende Nachwuchskräfte könnte man nach dem Tod von „EinsExtra“ auf den ARD/ZDF-Kooperationskanal „Phoenix“ umleiten, der dann entsprechend angepasst werden müsste – mit freundlicher Mitwirkung des NDR beziehungsweise der ARD-aktuell-Redaktion.

Nach Informationen des Mediendienstes „DWDL“ wäre aber auch ein anderes Szenario möglich: „EinsExtra“ bleibt und die beiden anderen Kanäle werden zusammengelegt. Eine konkrete Entscheidung dazu gebe es noch nicht; mal sehen, wie lange es noch dauert. Wetten werden gerne angenommen in den Kommentaren.

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