„Superreiche“ verhindern Millionär/Update 2.6.

Sehr unterhaltsame Sache, dieses Promi-Special von „Wer wird Millionär?“ am Montagabend bei RTL. Ärgerlich allerdings die Passage der Sendung, die die Berliner Morgenpost so beschreibt:

Nicht mit sportlichem Ehrgeiz, dafür mit seinem gekonnt trockenen Humor versuchte Weltenbummler und Comedian Dieter Nuhr von sich zu überzeugen. Nur die hartnäckige Frage, wie manche Biologen die irdischen Lebewesen unterteilen (Antwort: in sogenannte Superreiche), brachte ihn aus dem Konzept. Das Publikum und sein Telefonjocker halfen nichts. Bei 64.000 Euro war Schluss und Nuhr sagte ein wenig enttäuscht „dann gehe ich“, um sofort nachzulegen: „Aber ich muss noch einmal wiederkommen!“

Die weiteren von der mind the company-Redaktion vorgesehenen Antworten zu dieser Frage hießen „Milliardäre“, „Geldsäcke“ und „Kapitalisten“. Leider war aber die wirklich richtige Lösung nicht dabei: „Domänen„. Von „Superreichen“ als gängigem Begriff spricht noch nicht mal die bekannt hervorragend aufgestellte und informierte Biologie-Fachredaktion der deutschsprachigen Wikipedia. Die kennt außer Domänen nur „Reich“ als die lange Zeit geltende höchste Taxonomie-Ordnung, ebenso wie die ausgewiesene Fachliteratur, die das Wort „Superreiche“ in einen Nebensatz vor allem dem englischsprachigen Bereich zuordnet (wo es tatsächlich Superkingdom heißt und direkt übersetzt also „Über-Königreich“) und als eher ungebräuchlich auch noch in Gänsefüßchen setzt – etwa wie ein Kuriosum.

Die Frage-Formulierung „…manche Biologen…“ ist also höchstens halb richtig und von der Tendenz her sehr fragwürdig. Welchen Sinn machen denn – mal ganz allgemein gesprochen – Fragen nach Begriffen, die in einem Fachgebiet vielleicht von ein paar im Urwald Versprengten eines anderen Sprachraums verwendet werden, die aber sonst überhaupt nicht gängig und vielleicht auch noch falsch übersetzt sind? Doch nur den Sinn, dass kein Mensch darauf kommen kann – wie sonst nur in den absurden Call-in-Spielchen dubioser Hütchenspieler-TV-Kanäle.

Und so dürften die sicher nicht superreichen SOS-Kinderdörfer in Ghana im Sudan wohl um einige zehntausend Euro gebracht worden sein, denn ihr (zur Zeit im Sudan reisender) Gönner Dieter Nuhr hatte gar keine Chance, die Frage richtig zu beantworten, 125.000 Euro zu gewinnen und sich dann vielleicht noch bis zur Millionenfrage hochzuarbeiten.

Disclaimer: Wenn hier nur die teuren Wintergarten- oder Reisepläne eines Studienrates geplatzt wären, ginge mir das am Allerwertesten vorbei, bei möglicherweise entgangenen 61.000 Euro für Kinder in Afrika bin ich nicht ganz so gnädig.

Update 2.6.2010/19.12 Uhr: Robert Fey vom RTL-Zuschauerservice hat mir die Genehmigung erteilt, seine Antwort-Mail auf meine Anfrage zu veröffentlichen:

Natürlich sind wir jederzeit für Kritik und Anmerkungen zu unseren Fragen offen. Da wir uns von vornherein gegen eventuelle Fehler absichern wollen, werden die Fragen bzw. Lösungsmöglichkeiten von einer ausschließlich für diese Sendung arbeitenden Redaktion erstellt. Die Fragen werden nur anhand zuverlässigster Quellen erarbeitet und unterliegen einem besonders strengen Kontrollsystem. Außerdem werden alle Fragen mehrmals in verschiedenen Gruppen diskutiert und lektoriert.

Nun jedoch zu der von Ihnen angesprochenen Frage – exakt so wurde sie in der Sendung gestellt:
Bei der Aufteilung der irdischen Lebewesen sprechen manche Biologen von den unterschiedlichen …?
A: Milliardären
B: Kapitalisten
C: Geldsäcken
D: Superreichen
Richtige Antwort: D – Superreichen

Es handelt sich hier selbst in der Biologie um einen sehr speziellen Begriff, weshalb in der Fragestellung auch von „manchen Biologen“ die Rede ist. Das dies so ist, steht allerdings außer Frage. So schreibt der Brockhaus im Zusammenhang mit der Zellbiologie:

Eukaryoten

[zu eu… und griechisch káryon »Nuss«, »Kern«] Plural, Eukaryonten, veraltet Nukleobionten, zusammenfassende Bezeichnung für alle Organismen, deren Zellen einen echten Zellkern, membranumgrenzte Organellen und 80S-Ribosomen besitzen. Systematisch werden sie als eine von drei Domänen neben die Archaebakterien und die Bakterien gestellt, bisweilen auch als eines von zwei Superreichen der Lebewesen neben alle Prokaryoten

(c) Bibliographisches Institut & F. A. Brockhaus AG, 2006

In diesem Fall sind die Begriffe Superreiche und Domänen Synonyme. Genauso wird es in der wissenschaftlichen Abhandlung „Prokaryoten und die Entstehung der Stoffwechselvielfalt“ beschrieben:

Bacteria und Achrchae bilden die beiden Hauptzweige der prokaryotsichen Evolution. Die Prokayryoten bilden 2 der 3 Superreiche (Domänen), des Stammbaus der Lebewesen. Die beiden prokaryotsichen Stämme trennten sich schon sehr früh in der Evolutionsgeschichte.

Daran erkennt man, dass manche Biologen durchaus auf den Begriff der Superreiche zurückgreifen. Wenn Sie sich die Kommentare auf der von Ihnen angegebenen Internetseite durchlesen, sehen Sie ebenfalls, dass die Frage doch durchaus von vielen als korrekt angesehen wird.

Carsten Schnieders von mind the company (die Fragen-Redaktion) erklärt in seiner Antwort-Mail unter anderem:

Offenbar sind Sie der Auffassung, dass hier alle vier Antwortmöglichkeiten falsch sind, da Ihrer Meinung nach in der Biologie ausschließlich von Domänen, nicht aber von Superreichen gesprochen wird. Dies ist nicht korrekt. Es handelt sich bei diesen Begriffen um Synonyme…

Er bezieht sich ebenfalls auf die genannte Literatur und folgert daraus:

… Daran erkennt man, dass manche Biologen durchaus auf den Begriff „Superreiche“ zurückgreifen und die Fragestellung und Antwort absolut korrekt sind. Die Positionierung der Frage bei 125.000 € ergibt sich daraus, dass es für den Kandidaten möglich gewesen wäre, den Begriff „Superreich“ in Zusammenhang mit biologischen Ausdrücken wie „Tierreich“ oder „Pflanzenreich“ zu bringen und sich die richtige Antwort somit auch ohne aktive Kenntnis des Begriffs herzuleiten. Zudem ist eine offensichtliche Scherzantwort wie „Geldsäcke“ von vornherein auszuschließen gewesen.

Meine persönliche Einschätzung nach diesen (in etwa gleich lautenden Mails): Die Erklärungen von RTL und mind the company sind für mich aus der Distanz von knapp zwei Tagen nach der Ausstrahlung durchaus nachvollziehbar und schlüssig. Der Anmerkung von Robert Fey, dass es sich bei Superreiche „um einen sehr speziellen Begriff“ handelt,  kann ich uneingeschränkt zustimmen. Genau das hatte aber bei mir als Zuschauer für Irritation und nachfolgenden Ärger gesorgt, zumal mir die genannten Quellen nicht zur Verfügung stehen.

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39 Gedanken zu „„Superreiche“ verhindern Millionär/Update 2.6.

  1. Es gibt halt immer irgendjemanden, der sich an Kleinigkeiten und Spitzfindigkeiten aufhängt!
    Wer auch nur annähernd über biologisches Halbwissen verfügt, der kann sich zumindest ableiten, dass der Begriff ‚Reich‘ in der Tier- und Pflanzenwelt weit verbreitet ist. Ob einige ‚Versprengte‘ nun den Begriff ‚Superreich‘ gebrauchen, oder nicht spielt gar keine Rolle. Die Frage war auch so absolut beantwortbar.

  2. Kann man natürlich so sehen, aber wenn selbst ein Biologe erklärt, dass ihm der Begriff „Superreiche“ in seiner Karriere noch nie untergekommen ist, kommt man schon mal ins Grübeln.

  3. Ich habe die Sendung selbst nicht gesehen aber wenn in einer Frage neuerdings nach „manchen Biologen“ gefragt wird, könnte man jede Antwort gelten lassen. Schließlich gibt es sicher manche Biologen (oder solche, die sich dafür halten), die diverse Fachbegriffe durcheinanderbringen…

  4. Sie müssen’s mir nicht glauben, Herr Dr. Eichhorn, aber ich habe die gleiche Google-Suche am Abend der Sendung gemacht und diesen Link weit und breit nicht gefunden. Der scheint erst durch meine obige Verlinkung im Artikel gestern und in der Wikipedia-Auskunft auf Platz 1 gerutscht zu sein.

  5. Ob man nun die inhaltliche Kritik an der Frage teilt oder nicht (Die Formulierung „manche Biologen“ ist meines Erachtens nicht „höchstens halb richtig“, sondern macht eben gerade klar, dass das nicht unbedingt die Standardbezeichnung sein muss.), die Behauptung, dass irgendjemand durch die Frage um 61000 Euro gebracht wurde, ist schon weit hergeholt: Ich fand die Frage ziemlich leicht, jeder halbwegs gebildete Mensch sollte auf die Idee kommen können, dass nur „Superreiche“ die richtige Antwort sein kann. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass der Publikumsjoker zur richtigen Antwort geführt hätte, wenn Nuhr nicht vorher stundenlang irgendwas erzählt hätte.

  6. Ich möchte an dieser Stelle nur kurz Herrn Messer zustimmen, dass die entsprechende Google-Suche am Abend der Sendung in der Tat kein Ergebnis, das die für WWM korrekte Antwort bestätigt hätte, erbracht hat.
    Im Übrigen wollte Dieter Nuhr das Geld an ein SOS-Kinderdorf im Sudan spenden, nicht in Ghana.

  7. Danke, Friederike, hab’s korrigiert. Keine Ahnung, wie ich auf Ghana kam, Herr Nuhr ist ja (wie im Beitrag erwähnt) derzeit in Sachen SOS-Kinderdörfer im Sudan unterwegs

  8. Ich habe, noch während die Frage auf dem Bildschirm stand, gegoogelt und (mit dem Suchbegriff „superreich biologie einteilung“) diverse Verweise auf „Superreiche“ gefunden.

    Klar tut man sich auf dem Sofa leichter, aus dem Halbwissen, dass die Biologen die Welt in „Reiche“ einteilen, die Vermutung abzuleiten, dass „Superreichen“ der einzige der angeboten Begriffe ist, der eine passende, zweite Deutung beinhaltet.

    Und zugegebenermaßen könnte sich mit ein bisschen mehr Phantasie auch „Kapitalisten“ in der Trennung „Kapita-Listen“ auf irgendwelche „Haupt-Listen“ beziehen, die manche Biologen verwenden.

    Fakt ist allerdings: Hier wurden nicht (wie von Ihnen suggeriert und von „Hütchenspieler-TV-Kanäle(n)“ praktiziert) massenweise Leute zum Anrufen animiert, wobei statt einer vermeintlich offensichtlichen Antwort etwas völlig abstruses als Lösung gesucht wird.

    Es waren vier Antworten vorgegeben. Ein Zuschauer mit Internetzugang konnte mit 90-prozentiger Sicherheit die richtige Antwort finden. Herr Nuhr hätte (wie die Dame aus dem Publikum und wahrscheinlich noch viele andere, unter anderem auch ich) die gesuchte Antwort herausfinden können.

    Er hat aber die Doppeldeutigkeit von „Reich“ (Territorium/viel Geld besitzend) nicht erkannt und ist deswegen gescheitert.

    Eventuell hätte er die Antwort auch gefunden, wenn statt „Superreichen“ dort „Domänen“ gestanden hätte, aber dann wohl eher, weil der Begriff nicht zu den anderen drei Begriffen gepasst hätte. Insofern ist ihr Kritikansatz, ich sags mal vorsichtig, etwas arg weit hergeholt.

    Und Ihre unterschwellige Unterstellung (die zumindest ich herauslese), dass RTL Geld sparen wollte, halte ich für mindestens ebenso weit hergeholt. Es wurde an dem Abend sehr viel vorgesagt und viele Fragen (fand ich) waren deutlich einfacher als bei „normalen“ Sendungen.

    Frau Wiener z.B. hatte bis in den hohen vierstelligen Bereich Fragen, die sich alleine durch ruhiges Betrachten der Antworten und ohne großes weiteres Wissen lösen ließen.

    Insofern mein Fazit: Die Prominenten (auch der von mir sehr geschätzte Herr Nuhr) waren leider nicht clever genug und _deswegen_ haben manche Projekte nicht soviel Geld bekommen, wie sie verdient hätten.

    Dafür haben Sie es aber zumindest auf bildblog.de geschafft – ob verdient oder unverdient, lasse ich mal dahingestellt ;-).

  9. ok, google ist ein sehr „vergängliches“ Medium … aber abc hat schon recht, man hätte drauf kommen können …….

  10. Um Dr. Eichhorn zu ergänzen und Friedrike nur ein wenig zu widersprechen: ich habe, noch bevor die Frage in der Sendung aufgelöst wurde, ebenfalls via Google ad hoc einen entsprechenden Hinweis gefunden.

    http://hfp.poops.ch/dateien/Biologie/Zellbiologie/Prokaryoten.pdf

    Suchbegriffe: Superreiche, Biologie

    Lustig fand ich, wie sich der Joker am Telefon gemeldet hat („ach, du sch…“)

  11. @2: Habe jetzt nochmal Ihre Quellen recherchiert – Sie sollten nicht unerwähnt lassen, dass derselbe Biologe (ich glaube mal dessen Eigenaussage in der wikipedia) auch schreibt: „Hmm, wenn ich mir die Auswahl anschaue: „Milliardäre, Kapitalisten, Geldsäcke oder Superreiche“ [34] – dann wird die erwartete Antwort mit etwas biologischer Bildung schon ziemlich klar…“.

    Insofern bringt die wichtigste Säule Ihres Argumentationskartenhauses selbiges gleich wieder zum Einsturz: Ja, es mag sein, dass die Antwort nicht richtig ist (im Sinne von: Wenn man keine Antworten vorgibt, wird man seltenst die gesuchte Antwort erhalten). Und nein, es ist dennoch leicht möglich, die gesuchte Antwort herauszufinden (im Sinne von: Die mag zwar nicht richtig sein, aber von den vier vorgegebenen ist es die bei weitem wahrscheinlichste).

  12. @klammerbeutel: Ich sehe noch keine Säule meines „Kartenhauses“ eingestürzt. Offenbar sind wir doch soweit d’accord, dass es zwar die erwartete oder wahrscheinliche (logisch, eine der 4 Antworten muss ja die erwartete sein), aber eben nicht die korrekte Antwort war.

    Das mag Ihnen pedantisch erscheinen, aber da verweise ich gerne noch mal auf den Disclaimer am Ende des Beitrags und empfehle einen Blick auf diesen Link.

  13. Eine gelinde gesagt merkwürdige Beschwerde. Das Komische ist doch nicht, dass die Antwort womöglich nicht so ganz korrekt war (obwohl Nuhr sicher bei „Superreiche“ noch höhere Chancen hatte als bei „Domänen“). Das Komische ist, dass in einem Quiz für Hilfsprojekte um Geld gespielt wird, was ja eigentlich schon da ist. RTL hätte schließlich auch gleich ein paar Millionen für wohltätige Zwecke spenden können. (Ich weiß, dass der Millionengewinn bei WWM durch eine Versicherung ausgezahlt wird, aber bei den popeligen Fragen bei den Prominentenspecials müssten die entsprechenden Versicherungsbeiträge sowieso mörderisch hoch sein.)

  14. @13, Wolfgang: Darüber, ob die Antwort korrekt ist oder nicht, habe ich keine Äußerung getroffen. Wie schon von anderen geschrieben, tendiere ich aber dazu, dass die Antwort durchaus als korrekt interpretiert werden könnte, da „manche Biologen“ den Ausdruck verwenden. Also diesbezüglich keine Übereinstimmung zwischen uns beiden.

    Meine Kernaussage ist allerdings: Die Korrektheit ist völlig irrelevant, da die erwartete Antwort aufgrund anderer Kriterien erkennbar war. Dies bestätigt auch Ihre Quelle.

    Ich glaube zu verstehen, dass Sie sauer sind, weil RTL nicht einfach eine Millionen Euro herschenkt, sondern die Herausgabe mit einer Aufgabe verknüpft. Dummerweise ist das nun aber das Konzept der Sendung WWM – je mehr Fragen du beantwortest, desto mehr Geld bekommst du (für dich oder für wen auch immer). Das scheinen Sie nicht verstehen zu wollen.

    Herr Nuhr hat die Lösung nicht erkannt, damit ist er raus. Natürlich könnte man sagen: Sch…egal, es ist für einen guten Zweck, er kriegt trotzdem eine Millionen. Dann muss man aber ein anderes Konzept verwenden, z.B. könnte man Herrn Jauch mit einem Geldkoffer (analog zu Tine Wittler) an die „Baustellen“ dieser Welt schicken und ihn das Geld dort verteilen lassen. Damit das Geld wieder reinkommt, könnte er währenddessen Smalltalk mit Prominenten machen. Aber nochmal: Das wäre nicht WWM.

    Wenn Sie kritisieren wollen, dass TV-Sender nicht ausreichend zur Verminderung des Leids auf dieser Welt beitragen, tun Sie dies. Ich fände es auch toll, wenn es anders wäre.

    Aber Ihr aktueller Ansatz ist, wie oben belegt, nicht stichhaltig. Sie stellen die Frage: „Welchen Sinn machen denn .. Fragen nach Begriffen, die .. nicht gängig … sind?“ und antworten: „Doch nur den Sinn, dass kein Mensch darauf kommen kann …“.

    Und Sie stellen Ihre Frage basierend auf der Aussage einer Quelle, unterschlagen aber, dass genau diese Quelle auch sagt, dass Ihre Antwort falsch ist, da man definitiv auf die Antwort kommen kann. Damit ist Ihre Argumentation (mit Verlaub) schlichtweg Unsinn (und Ihr Kartenhaus eingestürzt).

    Abschließend gebe ich Ihnen aber – ab von Ihren argumentativen Mängeln – gerne recht, dass mehr gegen die vielfältige Not auf unserem Planeten getan werden muss.

  15. Ich beschäftige mich nicht wirklich mit Biologie und ich konnte die Frage sofort beantworten.
    Dass die Frage fachlich falsch ist, mag sein, allerdings bin ich mir sicher, dass das nicht der Grund dafür war, dass Dieter Nuhr aufgehören musste.

    Wer die Begrifflichkeiten halbwegs kennt, der kennt „Reich“ als Einteilung und kann ebenfalls alle anderen Antworten definitiv ausschließen. Ich wage zu bezweifeln, dass es irgendeinen Menschen auf dieser Welt gibt, der die Frage mit „Domäne“ hätte beantworten können, die mit den „Superreichen“ jedoch nicht.

    Es ist daher illusorisch zu glauben, dass die Frage etwas an dem Ergebnis geändert hat. Genau so könnte man diskutieren, dass andere Fragen oder eine andere Joker-Strategie ein unterschiedliches Ergebnis herbeigeführt hätten.
    Es bleibt aber im Endeffekt dabei: Wer Domänen kennt, der kann sich Superreiche herleiten UND alle anderen Antworten ausschließen (und es wäre ja nur eines davon notwendig gewesen).

    Man kann hier gerne fachlich diskutieren, aber dann darf man nicht den Fehler machen und unhaltbare Folgerungen ableiten (Domäne -> Nuhr wäre evtl. mit einer Million rausgeganen). Diese Folgerungen sind fachlich nämlich ebenfalls absolut falsch.

  16. Abgefahren. Das witzige ist: ich hab die Sendung bis zu dieser Frage geguckt, alle Antworten gegoogelt und konnte auch danach nicht sicher sagen welche Antwortmöglichkeit richtig sein soll. Daraufhin hab ich abgeschaltet – wie es hier dargestellt wird offensichtlich zurecht.

  17. Ich schliesse mich klammerbeutel und co. an:
    Die Antwort war korrekt.

    Man mag darüber diskutieren, ob eine Frage nach einer in Fachkreisen sehr ungebräuchlichen Bezeichnung nicht eher bei höheren Gewinnstufen angebracht wäre, also eine erhöhte Schwierigkeit darstellt.

    Aber es ist nicht richtig, daß die Frage schwer zu beatnworten war. Als ich die vier Antworten sah, erkannte ich (Nicht-Biologe und auch nicht besonders an dem Fach interessiert) sofort, welches die richtige Antwort ist.

    (Allerdings dauerte es dann ein paar Minuten, bis mir die Assoziationskette über Reiche/Tierreich, die mein Unterbewusstsein so schnell gezogen hatte, auch bewusst wurde.)

  18. ich möchte auch einmal meinen senf dazu geben.

    zu dem punkt den der herr klammerbeutel ansprach, dass man sich doch die bedeutung hätte ableiten können, kann ich nur sagen, dies ist naives menschendenken. in vielen fällen ist das möglich, aber bei 125.000 euro, wäre man ziemlich selbstgerecht würde man seine entscheidung damit gerechtfertigt.

    auf grundlage der tatsache, dass es hochgerechnet weltweit über 4000 sprachen gibt, davon lediglich weniger als 100 aktiv gesprochen werden ergeben sich denoch eine vielzahl an deutungsmöglichkeiten.

    ich möchte gern auf das naheliegendste beispiel verweisen und die englische mit der deutschen sprache vergleichen.
    innerhalb dieses vergleiches haben wörter die den identischen vom latein herrührenden worstamm besitzen eine völlig unterschiedliche bedeutung.
    führt man diese vergleiche zwischen sprachen fort, würd man weitere beispiele finden bei den der wortgehalt nicht mit der altägliche verwendung im einklang steht.

    von daher finde ich die unterstellung, man hätte sich dies ableiten können recht anmassend. ich sag nur im nachhinein hat man immer gut reden.

  19. Ich kann diesem Artikel auch nicht zustimmen. Natürlich ist es schade, dass Herr Nuhr über diese Frage stolperte. Andererseits ist es eben genauso gelaufen, wie immer. Ein Kandidat kann eine Frage nicht beantworten und ist deswegen ausgeschieden. Zugegeben ist dieser Begriff ein wenig spezieller, doch die Antwort ist auch nach Recherche durchaus als korrekt vertretbar.

    Einzig, dass eine so billige Frage mit Wortspielmöglichkeiten, bei der man durchaus drei Antworten leicht ausschließen könnte, bei einem so hohen Geldbetrag noch zum tragen kommt statt bei 500 Euro, wo sich Herr Nuhr sicher auch die Super-Reiche getraut hätte, wäre kritisierbar.

    Letztendlich versuchen Sie mit Ihrer Argumentation in den Kommentaren mit Gewalt an diesem kleinen Skandal festzuhalten, auch wenn Sie mehr als deutlich widerlegt wurden.

    Alle sind sich sicher einig, dass man für Kinder in Not nicht genug Geld spenden kann. Leider wird das der einzige Punkt bleiben, bei dem Sie für Übereinstimmung sorgen.

    Einerseits schreiben Sie in Ihrem Disclaimer, dass Sie für das Recht sorgen wollen, dass diese Frage nicht legitim war, es Ihnen aber egal wäre, wenn es ein Einzelschicksal einer Person wäre und verweisen dann auch noch im Verlauf der Diskussion mangels Argumenten auf die Seite der SOS Kinderdörfer um ihrer Argumentation Gewicht zu verleihen.

    Sie zeigen also damit auf, dass Sie zwar keine stichhaltigen Argumente haben, außer Ihrem eigenen Sinn für Gerechtigkeit.

    Ich finde es schade, dass dieser Beitrag sogar so viel Aufmerksamkeit erregt und bei Bildblog gelistet wurde. Fällt die schlechte Recherche bzw Argumentationskette doch letztlich auch auf deren Seite zurück.

    Unterm Strich bleibt von diesem Artikel eine persönliche Befindlichkeit unter Missachtung anderer Meinungen ohne Grundlage.

    Schade. Wobei ich hoffe, dass Sie weiterhin kritisch die Entwicklung beobachten und evtl bei einem echten Fehler dann auch dabei sind.

  20. Übrigens schade, dass keiner der konsultierten Biologen auf den Begriff „superregnum“ aufmerksam gemacht hat.

  21. „Alle sind sich sicher einig, dass man für Kinder in Not nicht genug Geld spenden kann.“

    Sind sich da „alle einig“? Ich find es schnurzpiepegal, ob die Kinder im SUDAN 64.000 oder 125.000 EUR bekommen. Wahrscheinlich bekommen die Kinder gar nichts, weil das Geld in die Ausrüstung irgendwelcher Milizen fließt.

    Und wenn sie es bekommen: Was braucht der Sudan weniger als noch mehr Kinder? Und überhaupt, der Sudan. Ein Land, das Hilfe weniger verdient, findet sich kaum auf der Welt.

    Aber bei knopfäugigen Negerkindern versagt der Verstand ja schon mal.

  22. @chris

    Die Aussage, dass man sich das hätte ableiten können ist nicht anmassend, da man es hätte tun können. Ob man jedoch eher der Zockertyp ist (zumal es ja um einen guten Zweck ging) oder eben auf Nummer sicher geht, ist wiederum der Spielerfaktor dabei.

    Letztlich bleibt nur übrig: Dieter Nuhr ist an einer für ihn unglücklichen Frage gescheitert und konnte dadurch nicht mehr Geld einspielen. Ein anderer Spieler hätte sich vielleicht an dieser Frage vorbeigetraut. So ist das Spiel eben.

    Es kommt immer wieder vor, dass Leute bei für mich einfacheren Fragen straucheln und stolpern. Dies liegt an deren Wissen (nicht Intelligenz), der Nervosität und der Art und Weise, wie die Frage gestellt wurde.

    Wäre diese Frage bei 500 Euro gekommen bin ich mir sicher, dass der Herr Nuhr nicht mal gezögert hätte und die gewünschte Antwort genommen hätte. Mir selbst spreche ich trotz mangelndem Fachwissen das selbe zu. Bei der vorliegenden Gewinnstufe hätte ich wahrscheinlich auch die Segel gestrichen und wäre gegangen. All das macht die Frage dennoch nicht falsch oder unfair, höchstens unüblich. Andererseits können wir uns so auf ein nächstes Promispecial mit Herrn Nuhr freuen, da sein Ehrgeiz jetzt erst Recht geweckt ist.

  23. @Schonzeit: Auf der Seite „über mich und dieses Blog“ steht:
    „In diesem Blog soll hauptsächlich subjektive Polemik aus meinen beruflichen und privaten Interessengebieten landen, ab und zu unterfüttert mit Fakten und Quellen, meistens aber sehr einseitig gespeist aus meinen persönlichen Erfahrungen und Ansichten.“

    Und in diesem Fall hatte ich eben als Zuschauer die im Beitrag beschriebene Ansicht. Ich lasse mich aber auch gerne von anderen Sichtweisen überzeugen; gerade habe ich eine Mail von RTL dazu bekommen. Wenn ich die Genehmigung dazu bekomme, werde ich diese in Kürze veröffentlichen, dann wird wahrscheinlich Einiges klarer.

    @jordgubbsglass: Verwechseln Sie bitte nicht das Land bzw. die Regierung des Sudan mit den dortigen Einrichtungen von SOS Kinderdorf. Für diese machen 61.000 Euro durchaus einen Unterschied.

  24. @19, chris: Hätten Sie meine Beiträge gelesen, wäre Ihnen aufgefallen, dass ich durchaus auf die Unterschiede zur Situation als heimischer Sofarater hingewiesen habe.

    Anmaßung und Naivität könnten Sie somit höchstens der Quelle von Herrn Messer anlasten, die eben schrieb, dass die erwartete Antwort ziemlich klar ist. Dumm nur, wenn Sie dann die selbe Quelle als zuverlässigen Ausgangspunkt für die These verwenden wollen, der Begriff wäre absolut unüblich und nicht erratbar.

    Da sind Sie dann bei der die Logik einer großbuchstabigen Zeitung, die sich im Zweifelsfall auch nur die Teile der Realität nimmt, die ihr ins Konzept passen und den Rest verschweigt. Ich mache mir so etwas nicht zu eigen – und Sie sollten es auch nicht tun.

    Verwenden Sie lieber etwas Zeit in die Ausarbeitung Ihrer Kommentare – Ihr bestimmt recht interessanter Exkurs in die Welt der Sprachen bleibt leider recht blass, da er konkrete Beispiele mit Bezug zum aktuellen Thema missen lässt.

    Bleibt es also dabei, dass hier einem Thema, das bestimmt unser aller Beachtung verdient, durch eine verquere Begründung der Thematisierung eher ein Bärendienst erwiesen wurde.

  25. Ich verstehe die Kommentatoren nicht, die sagen, das sei kein Problem, weil die Frage beantwortbar war. Ich meine, wenn WWM eine Frage mit vier völlig falschen Antworten stellen würde, wäre es doch auch nicht in Ordnung, nur weil eine Antwort am wahrscheinlichsten klingt.

  26. Also ich muss zugeben die Frage war zu beantworten, wie schon erwähnt Ableitung… Reich usw.
    Aber Ich muss auch J Eichhorn recht geben. Denn der Begriff Superreiche ist mir in meinem ganzen Biologie Studium nicht einmal unter gekommen und er steht auch nicht in der gängigen Fachliteratur. Also warum nach einem Begriff fragen, den nicht einmal Biologen kennen, leicht zu beantworten hin oder her.

  27. @Marc: J. Eichhorn hat in seinen Kommentaren nichts über die Häufigkeit des Begriffs „Superreiche“ geschrieben, sondern gleich einen Link geliefert, deshalb verstehe ich den Bezug nicht so ganz.
    Danke allerdings für Ihre Einschätzung in Sachen Biologie-Studium und „gängige Fachliteratur“ sowie Ihre Schlussfolgerung. So ähnlich dachte ich mir das auch, scheine aber mit dieser Meinung doch in der Minderheit zu sein.

  28. Dieter Nuhr ist tatsächlich für die 64.000-Euro zu dumm, denn das hätte man locker per Ausschlußverfahren ohne jede biologische Kenntnisse lösen können!

  29. Ich kann als Biologiestudent nur sagen, dass mir der Begriff „Superreich“ durchaus geläufig ist. Ich würde wohl selbst von Domänen sprechen, aber ich gehe davon aus, dass er schon in einer der Einführungsvorlesungen der ersten Semester gefallen sein muss.
    Darüber hinaus sind alle drei anderen Antworten absolut lächerlich (Milliardären? Kapitalisten???) und der Begriff „Reich“ ist in der Biologie so weit verbreitet, dass die Frage sicherlich beantwortbar gewesen wäre.

  30. Ich muss mich Alexander Cartier anschließen, zumindest in Bezug auf die Lösbarkeit der Frage. Dass Dieter Nuhr dumm ist, bezweifle ich allerdings.

    Tatsache ist jedenfalls, dass selbst wenn die Redaktion den Begriff „Superreich“ erfunden hätte, diese Antwortmöglichkeit die einzige ist, welche überhaupt auf die Frage passen könnte. Die Art der Frage erinnert mich an die Wortspielereien, die in der regulären Show gerne im Bereich 100 – 500 EUR gestellt werden und eigentlich eher unterhaltsam als wirklich schwierig sein sollen.

    Meiner Auffassung nach wurde hier sogar zu Gunsten des guten Zweckes bei einer recht beträchtlichen Summe eine Frage mit einem (eigentlich) als lächerlich anzusehenden Schwierigkeitsgrad gestellt. Dass Herr Nuhr sich hat beirren lassen, entwertet dennoch nicht die Tatsache, dass diese Frage ein wirkliches Entgegenkommen seitens des Senders war. Ich denke, bei solchen Benefizsendungen wären die Erträge weitaus niedriger, würden Fragen im „normalen“ Schwierigkeitsgrad entsprechend der Geldsumme gestellt, wie wir es aus der regulären Show gewohnt sind.

  31. @Achim: Richtig, und genau das hat möglicherweise auch zu Irritationen geführt. Vielleicht hätte Herr Nuhr bei der selben Frage für – sagen wir mal – 100 Euro weniger Probleme gehabt – just a guess.

  32. Man muss aber schon ausgesprochen dämlich sein, um bei so einer Frage, die in einer normalen Folge höchstens für 500 Euro zu haben wäre, trotz Joker nicht auf die richtige Lösung zu kommen. Ich meine, wie doof muss man sein, auch nur für eine Sekunde zu erwägen, die Anwort könnte A, B oder C sein?

  33. Tja, dann war das Publikum zum großen Teil „ausgesprochen dämlich“, der Telefonjoker ebenso; und um für eine Sekunde die Antwort „Kapitalisten“ zu erwägen, muss man wohl ungefähr so „doof“ sein wie Dieter Nuhr oder wie der Autor dieses Blogs hier – also ich. Nun isses ‚raus und Sie können sich getrost weiterhin für was Besseres halten, Manuel.

  34. Die ursprüngliche These des Blogeintrages war, dass keiner die Frage hätte lösen können. Mittlerweile wurde annerkannt, dass dies nicht der Fall ist.

    Mindestens genauso abwegig ist es allerdings, aus der Negation der These „Keiner kann es lösen“ zu folgern, dass es jeder lösen kann. Selbst Teilzeitlogiker sollten wissen, dass aus der Negation von „Keiner kann es lösen“ lediglich folgt: „Es gibt jemanden, der es lösen kann“.

    Dass dabei neben persönlichem Wissen und persönlicher Intelligenz auch noch diverse andere Faktoren mitspielen (z.B. das Umfeld (zuhause auf dem Sofa vs. in aller Öffentlichkeit) oder das Risiko (was verliere ich bei einer falschen Antwort)), wurde ebenfalls erwähnt.

    Deshalb rate ich all den Koryphäen, die hier meinen, Herrn Nuhr Dummheit unterstellen zu müssen: Gehen Sie in sich – und bleiben Sie da!

    Der Charme von WWM liegt darin, dass es Fragen gibt, die für die einen schwer und für die anderen leicht zu beantworten sind und somit niemand von vornherein benachteiligt ist und auch niemand ‚doof‘ ist, wenn er eine Antwort nicht herausbekommt.

    Öffentliche Aufregungen in beide Richtungen sind deshalb meines Erachtens unangebracht.

  35. So etwas Ähnliches gab es schonmal!

    Die Frage war, wie der langgezogene, westliche Landstrich von Mexiko heisst (oder „südlich von Kalifornien“ oder so ähnlich). Die Antwort heisst eigentlich korrekt „Baja California“, und die WWM Redaktion hat da „Unter Kalifornien“ oder „Tief Kalifornien“ oder so einen Blödsinn als Antwort vorgegeben, zumindest aber einen Begriff der im allgemeinen Sprachgebrauch NICHT vorhanden ist.

    Von daher wundert mich das überhaupt nicht!

  36. @Lopezzos:
    „Baja California“ wird übrigens völlig korrekt mit „Niederkalifornien“ übersetzt, ähnlich wie bei Niedersachsen beispielsweise. Sollte man mit Deinem Nick dann schon wissen…

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