Archive für April 2010

Tatort Stuttgart: Wenn’s bei Surround mal gar nicht “rund” geht

Beim quotenstarken Tatort “Blutgeld” des SWR am 25. April war ja vieles vorhersehbar, aber nicht, dass der wahre Thrill-Faktor des Films in der Technik verborgen war - zumindest für Audiophile. Ich gehöre ja leider zu den Verrückten, die (wenn möglich) Fernsehen in HD gucken und in digitalem 5.1-Surround-Sound hören mögen. Das kostet einige Euronen für eine ordentliche Technik, zahlt sich aber durch ein beeindruckendes Medienerlebnis aus, sofern Inhalt und Form stimmen.

Das aber wollte am Sonntagabend irgend wie nicht klappen: Zwar war das originär in HD gedrehte Bild okay, eine Einblendung verriet außerdem, dass der Ton in Dolby Digital 5.1 aufgenommen wurde, aber schon die wohlbekannte Titelmusik von Klaus Doldinger erklang äußerst eindimensional - fast schon mono. Und das setzte sich auch in den ersten Szenen fort: Nicht nur die Dialoge, auch die Atmo(sphärentöne) und die Musik von Oliver Kranz schallten vorzugsweise aus dem Center-Lautsprecher und den beiden Front-Boxen, aber so gut wie gar nicht aus den hinteren Surround-Lautsprechern. Raumeindruck: Gleich Null.

Natürlich denkt man als Besitzer einer recht neuen Anlage bei solchem Ungemach erst mal an einen eigenen Verkabelungs- oder Einstellungsfehler, probiert alles Mögliche aus und verpasst dabei die Hälfte der Handlung, nur um festzustellen: Alles okay - der HD-Kabel-Receiver liefert den Digitalton via PCM-Stream über das HDMI-Kabel an den AV-Verstärker, der decodiert das ganz auf Dolby 5.1, beliefert die fünf Boxen und wäscht seine Hände in Unschuld.

Also die verzweifelte Gegenprobe an einer anderen Surround-Anlage bei der hübschen Nachbarin ein Stockwerk tiefer: Genau der gleiche, seltsam eindimensionale Ton, also offenbar ein Fehler im PCM-Stream der ausstrahlenden Anstalt oder in der Übertragungskette danach. Was muss das für ein Frust sein für die beim Film beteiligten Tontechniker, Sound-Designer und Komponisten, ihr mühsam auf fünf Tonkanälen aufgenommenes und gemischtes Werk so verunstaltet gesendet zu hören.

Immerhin blieb mir als Konsument eine spontane Notlösung für die zweite Hälfte des Filmes (die erste ging ja für “Jugend forscht” drauf): Tonempfang am Kabel-Receiver umschalten auf “Analog” und diese zwei Standard-Stereo-Kanäle dann vom AV-Verstärker auf “Surround” umrechnen lassen - Heureka! Nun klang’s plötzlich um Welten besser aus den fünf Boxen und die Musik konnte auch endlich als solche erkannt und gewürdigt werden.

Selbstverständlich war dann pünktlich zum Ende des Tatorts wieder alles in Butter bei “Das Erste HD” - schon die direkt danach laufenden Programm-Trailer erklangen auch über den digitalen Tonempfang einwandfrei - also kann definitiv niemand meinem Mini-Heimkino die Schuld in die Kabelschuhe schieben.

Ich habe heute mal beim SWR per Mail nachgefragt, welches Technik-Teufelchen denn da sein Unwesen getrieben hat. Wenn eine Antwort kommt, wird sie hier nachgereicht.

Sex and Crime vom Kultursender

Den 27. April - ein Dienstag - sollte man sich aus zwei Gründen merken: Erstens wird an diesem Tag meine Domain www.fastvoicemedia.de abgeschaltet, auf der lange Zeit meine größten Dateien gespeichert waren (vor allem die Honda-NSX-Videos aus meiner Hobbyrennfahrer-Zeit, mehrere tausend Mal abgerufen von Motorsport-Fans weltweit). Die sind inzwischen auf www.fastvoice.de umgezogen und eigentlich interessiert das auch wohl kein Schwein - ich wollt’s halt mal gesagt haben.

Zweitens startet am 27. April im “europäischen Kultursender” ARTE eine Thriller-Serie, die man nicht verpassen sollte: “Im Angesicht des Verbrechens”, inszeniert vom achtfachen Grimme-Preisträger Dominik Graf. Vordergründig geht’s um Berlin, die Russen-Mafia, Sex and Crime… könnte man also vielleicht so illustrieren:

StripteaseUzi
Hartes bei ARTE: Leichte Mädchen und schwere Waffen sind ab 27. April “Im Angesicht des Verbrechens” zu sehen (Symbolbilder aus Wikimedia Commons).

Aber natürlich geht’s in den insgesamt 480 Minuten nicht nur um faszinierende und teils verstörende Bilder aus einer brutalen und moralfreien Parallelwelt, die den meisten von uns fremd ist. Es geht auch um hohe Regie- und Schauspielkunst (etwa von Max Riemelt und Marie Bäumer), die inneren Konflikte der Figuren, den Einblick in die Strukturen organisierter Kriminalität und letztendlich um die Erkenntnis, dass niemals strikt unterschieden werden kann zwischen “gut” (Gesetzeshüter) und “böse” (Zuhälter und Drogenhändler). Es gibt Beides auf beiden Seiten und alle Facetten dazwischen.

Graf wollte keine “politisch korrekte Einheitsware” produzieren, wie sie für ihn zunehmend bei den TV-Polizei-Thrillern zu sehen ist (etwa in der “Tatort”-Reihe, die er früher teils selbst belieferte). Ein sozialer Konflikt diente ihm und Drehbuchautor Rolf Basedow nicht als Vehikel für ein zähes, moralinsaures Schauspiel mit erhobenem Zeigefinger, “Im Angesicht des Verbrechens” sollte einfach sehr gute TV-Unterhaltung werden. Der erste Erfolg bei einer Sondervorführung des Gesamtwerks zum Abschluss der Berlinale gab ihm Recht, nun darf die Mini-Serie bei ARTE zeigen, ob sie “zweifellos die deutsche TV-Serie des Jahres” (ARTE-Präsident Gottfried Langenstein) werden kann.

Dramatisch ging es übrigens auch hinter den Kulissen zu: Die Kölner Produktionsfirma Typhoon AG musste - offenbar wegen unvorhergesehener Probleme bei der Produktion der Serie - im März 2010 Insolvenz anmelden.

Dass es in den zehn Folgen à 48 Minuten (an fünf Abenden dienstags und samstags je eine Doppelfolge) etwas kompromissloser zur Sache geht als in den üblichen 20.15 Uhr-Primetime-Filmen, dafür liefern schon die Anfangszeiten ein Indiz: Keine Ausstrahlung startet früher als 21.50 Uhr, man sollte also auch drei Mal an einem Werktag bis kurz vor Mitternacht Zeit haben und wach bleiben können - leider nichts für Frühaufsteher. Die Wiederholungen jeweils ein paar Tage danach etwa morgens um 3 sind da auch kein echter Trost. Immerhin kann man sich am Dienstagabend ab 20.15 Uhr die Zeit bis zur ersten Folge ein wenig mit “Dutschke” im ZDF vertreiben - auch lohnenswert.

Teil 1 und 2: Di., 27.4., ab 22.05
Teil 3 und 4: Sa., 1.5., ab 21.50
Teil 5 und 6: Di., 4.5., ab 22.05
Teil 7 und 8: Sa., 8.5., ab 22.50
Teil 9 und 10: Di., 11.5., ab 22.05, anschließend: “Das Making of” um 23.40 Uhr

Oh - Island in the sun…

Von wegen Vulkan: Die Rauchwolke über Island hat wohl doch eine andere Ursache…

Island2
Gefunden beim Satiremagazin “Titanic”

Ein Rätsel und seine (höhere) Auflösung

ARTE TV sendet nun schon seit fast zwei Jahren sein deutschsprachiges Programm auch in HD-Qualität - teils originär hochaufgelöst, teils vom alten Format SD auf 720p-Auflösung hochskaliert. Der Anteil der HDTV-Eigenproduktionen wird seither ständig erweitert; zur Zeit arbeitet man in Strasbourg an der Aufrüstung der Produktionsstudios - vor allem für die aktuellen Formate wie ARTE journal oder ARTE reportage.

Rund ein halbes Jahr lang steht deshalb im Foyer ein riesiges, zweistöckiges Holz-Provisiorium, in dem während der Umbauzeit in Behelfsstudios unter sehr beengten Verhältnissen aufgenommen und geschnitten wird. Im offiziellen Sprachgebrauch heißt diese Konstruktion Le Village - “das Dorf”. Erinnert zwar ein wenig an die hektisch gebauten Schulcontainer, die ich noch in den 1960er und 1970er-Jahren erleben durfte, ist aber weitaus komfortabler (mit Klimatisierung) und geschmackssicherer (sehr hübsche Holztreppen). Und so macht sich der Sender fit für die mediale Zukunft.

ARTE Strasbourg
ARTE in Strasbourg: Hinter diesen Glasfronten tut sich gerade eine Menge. (Foto: High Contrast@Wikimedia Commons)

Bis Anfang des Jahres hatte ich noch das Privileg, ARTE in HD über den digitalen Astra-Satelliten empfangen zu können, inzwischen bin ich am neuen Fastvoice-Standort aber auf die Signale von KabelBW angewiesen. Die gibt’s zwar auch digital, ein paar Sender sogar in HD, aber ARTE läuft hier immer noch in herkömmlicher SD-Qualität. Wie kommt’s, wo doch zum Beispiel Kabel Deutschland seit Februar auch ARTE HD einspeist?

Höret Die Traurige Verlautbarung: Es liegt am Geld! KabelBW verlangt für eine zusätzliche HD-Einspeisung (denn ARTE SD soll ja vorerst parallel weiter laufen) laut Hörensagen einen fünfstelligen Betrag - und das monatlich. Da aber ARTE wie alle Sender zur Zeit mit sinkenden Einnahmen und zunehmendem Sparzwang konfrontiert wird, wäre eine solche, erhebliche Mehrausgabe dem GEZ-Zahler (der auch ARTE mitträgt) kaum vermittelbar. Da blecht man monatlich Rundfunkgebühren und zusätzlich auch für KabelBW und es reicht immer noch nicht für ein Programmangebot im aktuellen Technikstandard? Kaum zu fassen…

Wieso es dann mit der Einspeisung bei Kabel Deutschland geklappt hat? Das ist höchstwahrscheinlich mit einem weitgehenden Entgegenkommen des Kabelanbieters bei den Einspeisevergütungen zu erklären - Details sind mir nicht bekannt, die Verhandlungen sollen aber eine längere Zeit gedauert haben. Sogar Unitymedia in Nordrhein-Westfalen und Hessen, das bisher kein ARTE HD anbot, speist es ab dem 27. April ein; unverschlüsselt und ohne Mehrkosten für die Kunden.

In der ARTE-Zentrale in Strasbourg ist übrigens am Geländer über dem Foyer zur Zeit eine fest montierte HD-Kamera, die offenbar in regelmäßigen Abständen Bilder vom provisorischen Holz-Studiokomplex Le Village und den HDTV-Umbauarbeiten macht. Ich bin schon sehr gespannt, ob ich das Ergebnis dieser Langzeit-Doku auch mal in HD über KabelBW sehen kann - ein paar Monate Zeit wäre ja noch für Verhandlungsrunden.

Kleiner Programmtipp (Update mit Permalink auf ARTE-Archiv)

Wer eine Viertelstunde Zeit hat, kann ja mal hier ‘reinschauen und vor allem auch ‘reinhören. Wem die Off-Kommentarstimme im USA-Beitrag auf ARTE reportage bekannt vorkommt, der war wohl auch schon mal auf dieser Seite.

Trois femmes et un rêve*

Wie - um alles in der Welt - bringen wir diese drei netten Damen in einer Meldung unter?
LenaBjörk2
Claudia Roth2
Foto-Quellen (im Uhrzeigersinn von oben nach unten): AxelHH, Bertrand, Stepan (alle aus Wikimedia Commons)

Kein Problem, dank Claudia Roth und Super-Illu. Die Bündnis 90/Grünen-Bundesvorsitzende hat dem laut eigener Einschätzung “ostdeutschen” Boulevardblatt ein Interview gegeben, in dem auch über den nächsten Eurovision-Song-Contest im Mai in Oslo gesprochen wurde. Immerhin kennt sich Claudia Roth als ehemalige Band-Managerin ja bestens aus mit Musik und hat den Schlager-Grand-Prix seit 1965 regelmäßig im Fernsehen geguckt (also schon lange vor “Ton, Steine, Scherben”).

Und an dieser Stelle fällt der Satz: “Unsere deutsche Kandidatin, Lena Meyer-Landrut, gefällt mir außerordentlich gut. Sie hat das Zeug, eine deutsche Björk zu werden.” Frau Roth soll das ganz ernsthaft und im Vollbesitz ihrer geistigen Kräfte gesagt haben. Wer vermutet, dass sich Rio Reiser angesichts dieses Vergleichs seiner früheren Band-Managerin im Grabe herumdreht, könnte richtig liegen; auf dem Friedhof ist er seit ein paar Tagen auch als Kreisel-Rio bekannt.

Liebe Frau Roth: Nein, Lena hat nicht das Zeug, eine deutsche Björk zu werden. Die eine schauspielert ab und zu, singt, textet, parliert und performt ganz leidlich, die andere beherrscht dies alles ebenfalls, aber erheblich besser, kann zusätzlich Noten lesen und schreiben, arrangieren, musizieren über alle Stilgrenzen von Pop bis Klassik, organisieren und nebenbei noch mit einem Spendenfonds zur Rettung ihres nahezu bankrotten Heimatlandes Island beitragen.

Ja, Frau Roth, ich weiß, das war wahrscheinlich als Kompliment gedacht. Aber projezieren Sie doch nicht gleich Ihren ganzen Erwartungshorizont in eine 18jährige Newcomerin, die einfach frisch von der Leber weg einen Song in Oslo interpretieren soll und allein deshalb schon im Moment unmenschlichen Druck aushalten muss.

Denken Sie mal dran, was mit der damals 17jährigen France Gall passiert ist, der Sängerin, die Sie 1965 beim Eurovisions-Wettbewerb im TV siegen sahen. Der frühe Erfolg hat der jungen Frau jede Menge Probleme beschert und sie sogar jahrelang aus ihrem Heimatland Frankreich nach Deutschland vertrieben, wo sie deutschsprachige Schlager singen musste, um ihren Lebensunterhalt zu verdienen - das darf man auch “Höchststrafe” nennen. Und so was würden Sie Lena wohl nicht wünschen.

*Für nicht-Frankophile: “Drei Frauen und ein Traum”

New “Plopp” Festival

Das “SWR 3 New Pop Festival” in Baden-Baden hat dieses Jahr einen neuen Sponsor. Es ist “das einzig Wahre - … (hier bitte den Namen einsetzen, der Ihnen spontan einfällt)”. Ein Musik-Festival im Schwarzwald mit junger Zielgruppe lässt sich also von einem Alkoholproduzenten aus dem Sauerland finanzieren - ein “Plopp” zum Pop - das perlt.

Andererseits war der alte “New Pop”-Sponsor auch nicht grade ein Vorbild für die junge Generation; scheint schwer, heutzutage jemanden zu finden, der keinen Dreck am Stecken hat.

Das große Medien-Missverständnis (Update)

Ende des Monats Update: Ende Mai (Apple hat’s um einen Monat verschoben) soll das Apple iPad auch offiziell in Deutschland angeboten werden, einige Medienverlage scheinen nur darauf gewartet, aber auch etwas missverstanden zu haben. Das iPad könnte nämlich theoretisch ein tolles, neues Medienerlebnis bieten, wird es aber weitgehend nicht tun. Schuld an diesem Missstand ist allerdings weniger Apple als eher die Verlagsbranche.
Apple iPad
(Noch) keine Revolution: Das Apple iPad, ab Ende Mai in Deutschland. (Foto: Matt Buchanan/Wikimedia Commons)

Es genügt eben nicht, das Ding für die Rettung des Zeitungswesens zu halten und dann aber noch nur bereits vorhandene, statische Inhalte aus Print und Internet etwas anders aufzubereiten und als großartige, neue iPad-App zu verkaufen. Das sieht nämlich irgendwie so aus, als ob jemand einen Ackergaul in den Motorraum eines Ferraris gesteckt hätte - statt des Hochleistungstriebwerks, das eigentlich hier hausen und röhren sollte. Wer würde so eine lahme Gurke kaufen?

Mir persönlich bekannte Verleger und Internet-Betreiber argumentieren meist so: Sorry, aber wir haben immer noch Wirtschaftskrise, die Werbeeinnahmen schrumpfen, wir müssen sparen, sind froh, wenn wir überhaupt noch unser Level halten können und haben überhaupt kein Geld für zusätzliche Content-Produktion, schon gar nicht für neue, hochwertige visuelle Angebote, die auf dem iPad so toll aussehen könnten. Und außerdem: Wer kaufe so ein Ding überhaupt? Meine Antwort: Kommt darauf an.

In den USA waren’s in der ersten Woche rund 500.000 Exemplare; erstaunlich für ein Gerät, dem es an wesentlichen Eigenschaften und Funktionen mangelt. In Deutschland dürften es wohl (hochgerechnet auf die Bevölkerungszahl) etwa 150.000 in der ersten Woche werden; trotz des mangelhaften Medienangebots. Andere Firmen werden nachziehen und bald ähnliche Geräte anbieten. Das rechtfertigt meines Erachtens von den Content-Anbietern aber doch schon ein wenig mehr Engagement und Risikobereitschaft als bisher gezeigt. Muss ja nicht gleich ab heute sein, aber bis Jahresende sollte man schon was Ordentliches auf die Beine gestellt haben, um nicht völlig aus dem Bewusstsein einer neuen Generation von Mediennutzern zu verschwinden. Und die Krise dauert hoffentlich auch nicht ewig.

Für’n Appel und ein Ei-Pad

Eieiei, wie heißt noch mal diese Computerfirma, die ab morgen (Ostersamstag) dieses nette iPad verkauft? Ahja… - schön, dass wir auch nach dem 1. April noch was zu Lachen haben.

Update 12.30 Uhr: Focus.de hat die Headlines inzwischen korrigiert und den Artikel auf eine neue URL gesetzt.

Ein Job für lange Felle

Ab heute ist das neue Fastvoice-Studio in der Nähe von Baden-Baden offiziell in Betrieb, mit komplett neuer Akustik und Technik und nun auch - pünktlich zum 1. April - mit einem neuen Operator für das ProTools/MBox 2 Pro-System. Damit ist Fastvoice ein echter Coup geglückt, denn Operator Balou wiegt nicht mal vier Kilogramm, kommt ohne Alkohol aus (ein Novum in der Branche), hat ein Näschen für den richtigen Sound, einen Gehör-Frequenzumfang von über 10 Oktaven (bis 100 kHz!) und keinerlei Gehaltsforderungen.

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Der neue Operator Balou an seinem Arbeitsplatz

Besonders viel Spaß hat er an der Bedienung der Logitech-Maus (im Bild hinter ihm, rechts vom MacBookPro), mit der er das virtuelle Mischpult von ProTools souverän kontrolliert und den Einsatz der Plug-ins steuert. Beeindruckend auch sein Umgang mit haarigen Aufnahme- und Mischsituationen, die er dank seines dicken Fells ohne jegliche Nervosität meistert. Der Schwerpunkt seiner Arbeit liegt bei der Produktion von World Music, vor allem mit Einflüssen von norwegischer Folklore und persischen Tarab-Klängen. Offenbar sind wohl doch norwegische Waldbewohner und langhaarige persische Rock-Musiker in Balous Ahnengalerie zu finden.

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“Wo war noch mal der Keyboard-Shortcut für das Low Latency Monitoring?” ProTools-Operator Balou arbeitet sich in die Geheimnisse des virtuellen Mischpults ein.

Sehr wichtig findet Balou auch die Weiterentwicklung der so genannten “Katzenmusik“, die seiner Ansicht nach heutzutage völlig zu Unrecht in Verruf geraten ist: “Offenbar haben viele vergessen, dass diese etwas fremdartig klingenden Laute und ihre ausübenden Originalinterpreten immerhin ihren Ursprung in der ägyptischen Hochkultur haben”. Dazu wären aber weitere Investitionen nötig, vor allem ein komplettes Outboard-System mit Brekkies-Equalizer, Whiskas-Kompressor und Purina-Limiter. Fastvoice-Chef Wolfgang Messer sperrt sich bisher noch ignorant gegen diese Pläne: “Das kostet jede Menge Mäuse und ist doch nur für die Katz’”.

Steinzeitliche Macho-Vergleiche mit herkömmlichen Tontechnikern und ProTools-Operators muss Balou übrigens nicht scheuen: Er hat ohne Zweifel den längsten und schönsten Puschelschweif.

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