Die Spare-Rib-Seuche

Buchstabendreher beim Schreiben kennt wohl jeder – und jeder hat auch seine ganz persönlichen „Lieblinge“. Ich zum Beispiel schaffe es nur selten auf Anhieb, Karslruhe – äh… Kalsruhe – äh… Kasrluhe – also irgend so eine Stadt in Baden zu schreiben. Sehr lustig finde ich auch einen Dreher, der sich in letzter Zeit häufig bei den Nachrichtenagenturen einschleicht – teilweise auch in den Headlines. Da wird aus der Schweinegrippe dann plötzlich das Schweingerippe:

Spare Rib
Leckeres Schweingerippe, auch Spare Rib genannt (Quelle: Wikimedia Commons)

Ich kann nur vermuten, woher der Dreher kommt: Von hungrigen Spätschicht-Redakteuren, die mit knurrendem Magen und letzter Kraft die Materialflut bearbeiten? Oder ist es ein Rechtschreibprogramm, das Schweinegrippe als fehlerhaft einstuft und versucht, was Sinnvolles aus dem angebotenen Wort zu basteln? Erstaunlich sind jedenfalls die fast 40.000 Google-Treffer zu Schweingerippe, einige davon mit wundervollen Schlagzeilen wie „Kölner Polizist an Schweingerippe erkrankt“, was bei mir spontan das Bild einer Polizei-Grillparty mit verdorbenem Fleisch heraufbeschwört.

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