Stiftung Warentest wehrt sich gegen Manipulations-Verdacht

by Wolfgang Messer | 9.5.2014 17:29

Erhebliche Zweifel an der Seriosität von „Stiftung Warentest“ äußerte ein Blogleser nach meinem Beitrag[1] über einen „Sparlampen“-Test der Organisation („test“-Magazin-Coverausschnitt 4/2014 unten).

test-04-2014-detailIn seiner E-Mail an mich schrieb der Branchen-Insider, ihm sei zumindest ein Fall bekannt, bei dem Hersteller von Haushalts-Großgeräten vor einem Test kontaktiert worden seien und diese anschließend der Stiftung „einen Pool an Geräten“ zur Auswahl angeboten hätten. Diese seien „natürlich mit handverlesenen Teilen aufgebaut, penibel verarbeitet und getestet“. Von gerechten Ergebnissen könne man da nicht mehr sprechen.

Dieser Vorwurf hätte – wenn er zuträfe – sicher „ADAC 2.0“-Skandalpotenzial. Auf meine Nachfrage antwortete mir jedoch Heike van Laak, Presse-Abteilungsleiterin der „Stiftung Warentest“:

„… dass wir Haushaltsgroßgeräte von Anbietern bekommen, ist ausgeschlossen. Wir kaufen diese Geräte immer und ausnahmslos anonym im Handel ein und bezahlen vor Ort, wie jeder andere Verbraucher auch. (Zu Ihrer Information: wir beschäftigen alleine 9 Einkäufer in unserem Haus, die hauptberuflich nichts anderes machen, als in ganz Deutschland Produkte für Tests einzukaufen).

Das ist übrigens für uns auch mit Nachteilen verbunden: Neuheiten auf dem Markt (I-Phones, I-Pads, Kameras usw.) können von uns erst dann getestet werden, wenn sie schon auf dem Markt sind. Bei Fachzeitschriften, die die Produkte vom Anbieter bekommen, sieht das anders aus. Sie können zum Erscheinen einer Neuheit bereits mit einem Test aufwarten. Wir hinken da immer etwas hinter her. Aber anders geht es eben nach unserer Auffassung nicht.“

Für diese Darstellung von „Stiftung Warentest“ spricht immerhin, dass auch beim aktuellen Lampentest[2] LED-Leuchtmittel vertreten waren, die es so nicht mehr im Handel oder in den offiziellen Hersteller-Sortimenten gibt. Überprüfen kann ich mangels gerichtsverwertbarer Beweise weder die eine noch die andere Sicht der Dinge. Der Blogleser möchte offiziell anonym bleiben; seine Identität ist mir allerdings bekannt.

Mehr zum Thema:

Rätselhafte Ausfälle von LED-Spots bei Stiftung Warentest[3]

LED-Lampen-Check von “Stiftung Warentest”: Nur bedingt hilfreich[4]

LED-Lampen im “Stiftung Warentest”-Check: Fast alle “gut”[5]

Links/Quellen:
  1. meinem Beitrag: http://fastvoice.net/2014/03/29/led-lampen-check-von-stiftung-warentest-nur-bedingt-hilfreich/
  2. aktuellen Lampentest: http://www.test.de/Lampen-Der-beste-Ersatz-fuer-75-Watt-Birnen-4685319-0/
  3. Rätselhafte Ausfälle von LED-Spots bei Stiftung Warentest: http://fastvoice.net/2014/09/26/raetselhafte-ausfaelle-von-led-spots-bei-stiftung-warentest/
  4. LED-Lampen-Check von “Stiftung Warentest”: Nur bedingt hilfreich: http://fastvoice.net/2014/03/29/led-lampen-check-von-stiftung-warentest-nur-bedingt-hilfreich/
  5. LED-Lampen im “Stiftung Warentest”-Check: Fast alle “gut”: http://fastvoice.net/2013/04/26/led-lampen-im-stiftung-warentest-check-fast-alle-gut/

Source URL: http://fastvoice.net/2014/05/09/stiftung-warentest-wehrt-sich-gegen-manipulations-verdacht/