LED-Leuchten: “Bauhaus” fordert Hellseher heraus

Unter anderem eine LED-Pendelleuchte und zwei Unterbau-LED-Leuchten gibt’s derzeit in teilnehmenden “Bauhaus”-Filialen (Prospektausschnitte unten, gültig bis 24. November). Bei keinem dieser Angebote erfährt der neugierige Kunde jedoch etwas über Helligkeit, Lichtfarbe, Farbtreue oder Abstrahlwinkel. Offenbar muss man schon froh sein, dass wenigstens bei zwei Leuchten die Leistungsaufnahme der LED-Module genannt wird.

Bauhaus-LED-Pendelleuchte

“3 x 5 W” und “warmweiße LED-Leuchtmittel” soll diese Pendelleuchte haben. Das Design erinnert an eine “Trio”-Baureihe, die Technik ebenso. Leider ist das auch der einzige Ansatzpunkt, um Leistungsvermögen und Lichtanmutung zu schätzen, weil “Bauhaus” entgegen seiner eigenen Bekundungen fast alle wichtigen Daten verschweigt und damit den im Oktober eingeschlagenen guten Weg schon wieder verlässt.

Ganz ohne Gewähr erfahren Sie deshalb erneut nur in diesem Blog, dass diese LED-Pendelleuchte vermutlich mit nicht dimm- oder auswechselbaren “Chip on Board (COB)”-Modulen bestückt ist. Jedes Modul hat wohl etwa 320 Lumen Lichtstrom bei einer Farbtemperatur von rund 3000 Kelvin, einem Farbwiedegabeindex von maximal CRI/Ra 80 und einem Abstrahlwinkel von ca. 120 Grad.

Der Esstisch wird kräftig hell

Die insgesamt 960 Lumen der drei Strahler entsprechen ungefähr dem Lichtstrom einer einzelnen 75-Watt-Glühlampe, wirken aber merklich “kälter” und bündeln ihr Licht ungleich enger. Die beleuchtete Fläche ist daher kleiner und die Lichtstärke (Lichtstrom pro Raumwinkeleinheit) mit über 300 Candela fast dreimal so groß. Das sorgt für kräftige Helligkeit etwa auf dem Esstisch, lässt jedoch vor allem die Decke des Raumes weitgehend im Halbdunkel.

Der Preis ist durchaus günstig bis marktüblich für diesen Leuchtentyp; die Energieeffizienz mit etwa 64 Lumen/Watt und das Stromsparpotenzial von rund 80 Prozent gegenüber herkömmlichen Leuchtmitteln sind in Ordnung. Es gäbe also eigentlich keinen Grund für “Bauhaus”, die Leistungsdaten dieser LED-Pendelleuchte schamhaft zu verschweigen.

Hellseher landen bei “Paul Neuhaus”

Noch sparsamer mit solchen Angaben waren die Prospektbastler teils bei den LED-Leuchten, die vorwiegend unter Hängeschränken und über Arbeitsflächen montiert werden:

Bauhaus-LED-Leisten

Bei der Lichtleiste im Doppelpack für 16,95 Euro erfahren Sie noch nicht mal was über ihren Strombedarf. “Je 15 LEDs” muss offenbar als Information genügen – eine hübsche Herausforderung für Hellseher. Für diese Fälle gibt es jedoch unter anderem bei Lidl und bei “Bauhaus”-Konkurrent OBI eine Glaskugel mit weitaus mehr Daten. Simsalabim! Das Orakel flüstert mir was von “Paul Neuhaus Teania Transparent”-Leisten mit 0,08 Watt starken LED-Chips à 4 bis 5 Lumen und 6000 Kelvin (“kalt-weiß”).

Pro Leiste haben wir also eine Stromaufnahme von rund 1,2 Watt und einen Lichtstrom zwischen 60 und 75 lm – der an einem 12-Volt-Trafo mit Schnurschalter angeschlossene Doppelpack zieht demnach 2,4 Watt und liefert irgendwas zwischen 120 und 150 lm. Das wäre ungefähr die Helligkeit eines 15-Watt-Halogenspots und dient eher Deko- als echten Beleuchtungszwecken. Die “mittlere Nennlebensdauer” wird mit 15.000 Leuchtstunden angegeben. Der “Bauhaus”-Preis liegt am unteren Ende der Marktspanne und darf deshalb “sehr günstig” genannt werden.

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Ein “Lichtrenner” mit Gimmicks

Etwas ambitionierter scheint die “Lightracer”-LED-Küchenunterbauleuchte mit Sensorschalter ab 49,95 Euro zu sein. Hier verwöhnt uns “Bauhaus” mit der Informationsflut, dass jeder der auf der Leiste verschiebbaren Einzelspots über 24 weiße Einzel-LEDs verfüge und 1,7 Watt Leistungsaufnahme habe. Und? Wie hell ist das? Sagt uns der freundliche Prospekt nicht.

Ähnliche Produkte lassen vermuten, dass die nicht dimm- und auswechselbaren Niedervolt-Spots pro Stück etwa 120 Lumen bei einer “neutral-weißen” Farbtemperatur von ca. 5000 Kelvin entwickeln. Die Zweierleuchte könnte demnach mit 240 Lumen mindestens einen 20-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler ersetzen, die beiden Dreier-Versionen für knapp 55 bzw. 60 Euro kämen mit 360 Lumen etwa auf die Helligkeit eines 30W-Halos – nicht wirklich was für “Hellseher”.

Bei solchen Vergleichen ist jedoch immer zu berücksichtigen, dass kalt- oder neutral-weiße LED-Lampen heller erscheinen als ihre warm-weißen Halogen-Äquivalente (die meist bei nur etwa 2800 Kelvin liegen) und einen schärfer definierten Lichtkegel haben.

Für die gebotene Helligkeit wären die “Bauhaus”-Preise natürlich viel zu hoch. Die werden allerdings durch die Gimmicks der “Lightracer”-Leuchte erklärbar: Die Verschiebbarkeit der Spots, das “edle Aluminiumgehäuse” mit eingebautem Trafo und das automatische Einschalten durch einen Bewegungsmelder. Wer so was mag und die LED-Spot-Leiste relativ nah über der zu beleuchtenden Fläche montieren kann, könnte damit eventuell glücklich werden.
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Neue Rätsel bei “toom”-LED-Angeboten (Update)

Echte Sonderangebote sucht man auch diese Woche vergeblich im LED-Leuchten- und Lampensortiment der “toom”-Baumärkte. Stattdessen gibt’s teils satte Aufschläge zu den Hersteller-Preisempfehlungen, deutlich zu hoch angesetzte Vergleichspreise und sehr rätselhafte Leistungs- und Mengenangaben.

toom KW44 Philips-LEDSchon Mitte des Monats hatte ich kräftig über die LED-Verkaufspreise bei “toom” gemosert – im aktuellen Prospekt (Ausschnitt rechts, gültig bis 3. November) hat sich daran leider wenig verbessert. Erneut bietet die Baumarktkette nicht dimmbare Lampen aus dem Philips-“low budget”-Sortiment an, die laut Hersteller je nach Modell unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) zwischen 9,99 und 19,99 Euro haben. Ersteres gilt zum Beispiel für die 330 Lumen starke 4-Watt-”Kerze”, die bei “toom” bereits bei der letzten Aktion für 12,99 Euro gelistet war und nicht für 14,99 Euro, wie der durchgestrichene Preis nahelegt.

Die 806-Lumen-LED-Lampe, die mit nur 11 Watt eine herkömmliche 60W-Glühlampe ersetzen kann, hat tatsächlich eine UVP von 19,99 Euro und wird jetzt genau so auch bei “toom” angeboten. Falls der Werbebeilagen-Hinweis “statt 24,99″ bedeuten soll, dass sie dort bisher zu diesem Preis verkauft wurde, hätten die Kunden mindestens 5 Euro zuviel bezahlt. Immerhin gibt es sie anderswo sogar unter 19 Euro.

Falls Sie sich aber Online-Shop-Versandkosten sparen wollen und sowieso in den nächsten Tagen in Ihrem “toom” sind, können Sie bei der Philips-E27-LED-”Birne” durchaus zugreifen. Nach meinem Test im Frühsommer halte ich sie mit einer Farbtemperatur von gut 2700 Kelvin, einem Farbwiedergabeindex von knapp über CRI/Ra 80 und einer Energieeffizienz von 73 Lumen/Watt für ein ordentliches Einsteigerprodukt mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis – vorausgesetzt, Sie brauchen nichts Dimmbares.

Rätselhafte “Sonderangebote”

Sehr rätselhaft könnte für manche LED-Neukunden die Begegnung mit zwei anderen aktuellen “toom”-Angeboten sein (Prospektausschnitt unten, für größere Darstellung bitte anklicken):

toom_kw44-LED-Leuchten

Die Unterbauleuchte “Economytec” gibt mit ihrer Namensgebung und den dürren Daten (“3 LEDs à 2,2W”) bereits die Richtung vor: Bitte nicht zuviel erwarten! Die Handelsmarke der “Briloner Leuchten GmbH” zielt auf den wenig anspruchsvollen Kunden mit kleiner Brieftasche. Mir ist es im Fall dieser Leuchte leider nicht gelungen, die tatsächlichen Leistungswerte zu verifizieren. Weder eine Lumen- oder Abstrahlwinkelangabe noch ein wirklich einheitlicher Wert für den Strombedarf sind bei den zahlreichen anderen (und meist billigeren) Anbietern zu finden.

Klar scheint nur zu sein, dass die Dreierleiste kalt-weißes Licht mit einer Farbtemperatur von über 5000 Kelvin liefert. Das ist zum Beispiel für Küchen-Arbeitsbereiche absolut okay. Für die “toom”-Auskunft, dass jedes der drei (vermutlich nicht auswechselbaren) LED-Module 2,2 Watt hat, gibt es nirgendwo eine Bestätigung. Stattdessen wird diese Unterbauleuchte meist mit einer Gesamt-Leistungsaufnahme von 2,2 Watt gelistet – umgerechnet also nur rund 0,7 Watt pro Modul. Damit wären aber höchstens ca. 200 Lumen Gesamt-Lichtstrom erzielbar, was etwa einer 20-Watt-Glühlampe entsprechen würde.

Selbst Markenprodukte mit deutlich mehr Helligkeit bekommen Sie problemlos für erheblich weniger Geld – etwa “Luminestra”-Leisten von Osram, wie ich sie für meine Schreibtischbeleuchtung zweckentfremdet habe. Sollte die “toom”-Leuchte wider Erwarten doch insgesamt 6,6 Watt und somit annähernd 600 Lumen haben, sieht der Fall natürlich anders aus. Ich werde das an diesem Montag mal recherchieren. Update: Auf der Verpackung ist auch nur die Rede von 2,2 Watt Gesamtleistungsbedarf.

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Fünfer-Spotset für sehr dezentes Licht

Noch mehr Fragen werfen die “LED-Einbauleuchten, 5erSet” aus Edelstahl für “ab 29,99 Euro” auf. Woraus bezieht sich die Angabe “5×0,5W”? Auf das gesamte Set? Auf die einzelne Spotleuchte? Und wieso “ab”? Gibt es noch teurere Versionen oder “toom”-Märkte, die mehr für dieses Set verlangen?

Die Wahrheit scheint mir relativ simpel zu sein und lässt auf eine latente Irreführung der Kundschaft schließen (Update nach Vor-Ort-Besichtigung): Für 29,99 Euro kriegen Sie vermutlich nur eine einzige einen 12-Volt/3,6 VA-Trafo, fünf runde, nicht dimmbare “Paulmann Nice Price”-Mini-Einbauleuchten mit 3,5 cm Außendurchmesser, jeweils mehreren, nicht auswechselbaren LED-Chips (7000 Kelvin Farbtemperatur, rund 40 Grad Abstrahlwinkel und insgesamt ca. 0,5 Watt und 45 Lumen Lichtstrom). Das gesamte 5er-Set hat also ungefähr 230 Lumen und entspricht etwa der Helligkeit eines 20-Watt-Niedervolt-Halogenspots. Mit fünf dieser Leuchten könnten Sie also beispielsweise ein Badezimmer mit abgehängter Decke kräftig erhellen. Da die Einbautiefe nur 1,8 cm beträgt, sollte das fast überall möglich ein.

Ich weiß nicht, was “toom” tatsächlich für ein “5er-Set” verlangt. Nach allen Regeln der Vernunft müssten es eigentlich deutlich über 100 Euro sein. Wer jedoch den Angaben der Werbebeilage glauben mag, kann sie dem Verkaufspersonal auf den Tisch knallen und den Verkauf des ganzen Sets für knapp 30 Euro verlangen. Sollte das gelingen, dürften Sie sich über ein echtes Mega-Schnäppchen freuen, das vermutlich von “toom” nicht beabsichtigt war.

Die in der Werbebeilage abgebildete 3,5 x 3,5 cm große eckige Version hat die gleiche Technik, wird aber in unserem “toom”-Baumarkt als Fünfer-Set nicht für 29,99, sondern für 34,99 Euro angeboten – deshalb wohl die Prospekt-Formulierung “ab 29,99″. Weder das eine noch das andere Angebot kann angesichts der gängigen Marktpreise als Schnäppchen durchgehen.
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