by Wolfgang Messer | 28.9.2012 13:34
Fast im Monatsrhythmus weiß der US-LED-Produzent “Cree” von neuen Sensationen aus der Entwicklungsabteilung zu berichten – und dabei geht es meist um die Steigerung der Energie- und Kosteneffizienz seiner LED-Module. Aktuelles Beispiel: Der “XLamp XP-E2″-Chip[1], der ab sofort in zahlreichen Versionen bestellt werden kann und seine “XP-E”-Vorgänger beim Lumen/Watt-Verhältnis um bis zu 20 Prozent übertreffen soll. Bei der Relation “Lichtstrom pro US-Dollar” ist er laut “Cree” gar doppelt so ergiebig.

Identische Maße und gleicher Stromverbrauch wie der Vorgänger-Chip “XP-E”[2], aber deutlich heller: Der neue “XLamp XP-E2″ von “Cree” – hier eine der “warm-weißen” Versionen. (Foto: Cree-PR)
Im Juli war’s der “XLamp XP-G2″[3], der das “XP-G”-Modell ablöste, dieses nach Angaben von “Cree” bei der Lumen/Watt-Effizienz um 20 Prozent übertraf und einen zweieinhalb Mal besseren “Lumen pro Dollar”-Wert erreichte. Im August präsentierte “Cree” eine auf maximale Energieausnutzung getrimmten Experimental-LED-Lampe[4], die mit nur 7,3 Watt 1250 Lumen Lichtstrom erzeugt und ähnlich hell wie eine herkömmliche 100W-Glühlampe leuchtet.
Diese “Labor-Effizienz” von 170 Lumen/Watt darf man von den neuen Serien-Chips noch nicht erwarten; aber die bis zu 143 lm/W für die “XLamp XP-E2″-Version mit “kalt-weißen” 6000 Kelvin Farbtemperatur[5] sind nicht mehr weit davon entfernt. Interessanter aus der reichhaltigen Variationspalette (pdf-Download[6]) finde ich jedoch die “warm-weißen” Chips, die zwar keine Rekord-Lumenzahlen hergeben, aber dafür teils mit anderen Werten glänzen können.
[7]
Allein sieben Chip-Versionen mit Farbtemperaturen zwischen 2600 und 3200 Kelvin haben einen hervorragenden Farbwiedergabeindex[8] von CRI 85 oder 90 und liefern dennoch mit 2,9 Volt und 350 mA Stromversorgung (also ca. 1 Watt) bei einer “Binning”-Temperatur[9] von 85 Grad Celsius zwischen 67 und 87 Lumen. Das klingt nicht sonderlich spektakulär, ist aber durchaus beeindruckend: Meist wird nämlich bei LEDs mehr Helligkeit mit Einbußen bei der Farbtreue erkauft oder nur mit kälteren Farbtemperaturen erzielt.
Mit zehn dieser Spitzen-LED-Chips (Abstrahlwinkel[10] 110 Grad) und insgesamt 10 Watt Leistungsaufnahme könnte man problemlos eine 806-Lumen-Lampe mit CRI 90 konstruieren, die von den Daten her und nach geltender EU-Verordnung ein würdiger Ersatz für eine traditionelle 60-Watt-Glühlampe wäre. Je nach Abnahmemenge kostet einer der Chips derzeit rund 1,44 Euro[11] (Lieferzeit etwa fünf Wochen), dazu kämen noch Vorschaltelektronik und Lampengehäuse samt Kühlung. Bei Massenfertigung sollten Einzelkosten plus Gemeinkostenanteil für Design, Marketing, Vertrieb etc. unter 20 Euro zu drücken sein – dann hätte man die Basis für ein echtes Luxus-LED-“Retrofit”-Leuchtmittel mit sehr hoher Farbtreue zu einem vernünftigen Preis.
Produzenten wie Osram oder LEDON, die ohnehin auf “Cree”-LEDs setzen, hätten es noch ein wenig leichter: Sie könnten sich eine Neukonstruktion sparen, die “XLamp XP-E2″-Chips einfach auf bereits vorhandene Trägerplatinen löten und in die entsprechenden Gehäuse einbauen. Die neuen, leistungsstärkeren Module haben nämlich mit 3,45 mm x 3,45 mm exakt die gleichen Maße wie andere Modelle der XP-Reihe – egal, ob alt oder neu. Quasi im Handumdrehen entstände so aus einem guten älteren Lampenmodell ein sehr gutes neues. Gute Chancen also für noch helleres und besseres LED-Licht in naher Zukunft.
Der große LED-Chip-Wettlauf: Prahlen mit Zahlen [12]
Cree bastelt Demo-LED-Lampe mit 170 Lumen/Watt[13]
LED-Lampenpreise knabbern am “Sweet Spot”[14]
Ein paar Hausaufgaben für die LED-Branche[15]
Cree-”Downlights”: Wie viel Licht bleibt in der Leuchte?[16]
[17] Tweet[18]
[19]
[20] [21] Follow @Fastvoice[22]
Source URL: http://fastvoice.net/2012/09/28/cree-led-xlamp-xp-e2-mehr-licht-fur-weniger-geld/
Copyright ©2013 Fastvoice-Blog unless otherwise noted.