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18.2.2012 von Wolfgang Messer.
Allmählich fehlen mir die Worte: Schon zum dritten Mal hintereinander führt die Warenhauskette “real,-” seine Kunden bei einem LCD-TV-Sonderangebot auf’s Glatteis. Nach ähnlichen Geräten von Toshiba und Telefunken ist es in der aktuellen Werbebeilage (Woche 08, gültig vom 20.-25. Februar) ein Grundig-Fernseher ohne digitalen Satellitenempfänger, mit dem ausgerechnet zum Umstieg auf digitalen Satellitenempfang animiert wird:

Wie die beiden vorher beworbenen TV-Geräte verfügt der Grundig über zwei Empfänger, mit denen Sie terrestrisches Digitalfernsehen (DVB-T über Antenne) und digitales Kabel-TV (DVB-C) empfangen können. Er hat aber keinen Satelliten-Receiver (DVB-S) - weder analog noch digital. Ohne Zusatzgerät bleibt der Bildschirm also für “Schüssel-Gucker” schwarz.
Wenn so eine widersinnige Verknüpfung von Umstiegs-Appell und dafür untauglichem Gerät einmal passiert, kann man durchaus noch von einem schlichten Versehen reden. Beim zweiten Mal erscheint das schon weniger wahrscheinlich und beim dritten Mal in Folge bleiben mir nur noch die Alternativen “vorsätzliche Verarschung”, “Fastnachtsscherz” und “Ahnungslosigkeit” als mögliche Erklärungen.
In der Online-Beschreibung des Angebots geht “real,-” sogar noch einen Schritt weiter bei der irrealen Kundenverwirrung:
Integrierter MPEG 4-fähiger DVB-T Tuner zum Empfang von HDTV Signalen
Richtig ist: Theoretisch kann man zwar tatsächlich mit einem MPEG-4-Tuner hochauflösendes Fernsehen über DVB-T empfangen. In Deutschland wird aber nirgendwo so ein Programm ausgestrahlt. Für die Zukunft ist das zwar geplant, möglicherweise wird dafür dann aber ein neuer Standard namens “DVB-T2″ genutzt. Und der erfordert natürlich auch andere Tuner als die heute in den TV-Geräten verbauten.
So könnte es passieren, dass Sie mit diesem Grundig in drei Jahren erneut im Regen stehen, nachdem er schon am 1. Mai 2012 keinen Bock auf digitalen Sat-Empfang hatte.
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18.2.2012 von Wolfgang Messer.
Mit einer vierflammigen LED-Deckenleuchte will uns der Heilbronner Discounter “Lidl” ab Rosenmontag (20. Februar) erhellen - zu sehen in der aktuellen Werbebeilage Nr. 08/2012:

Die gute Nachricht: Die Inflationsrate bei “Livarno Lux”-Produkten liegt seit Oktober 2011 offenbar bei null Prozent, denn schon damals gab es bei “Lidl” solche Strahler - mit etwas anderem Design, aber zum gleichen Preis. Die schlechte Nachricht: “Lidl” hat seither nicht begriffen, dass man der Kundschaft schon ein paar mehr Informationen bieten sollte als das Standardgeschwafel “sehr helle, langlebige und energiesparende LEDs”.
Wie üblich erfahren Sie sonst fast nichts über die wichtigsten Aspekte einer LED-Leuchte:
Die Vermutung liegt nahe, dass die hier verwendete Technik identisch ist mit der von zwei älteren “Livarno Lux”-Sonderangeboten, die ich bereits unter die Lupe genommen hatte. In einem Fall hatte “Lidl” sogar einige konkrete Angaben nachgeliefert.
Kurz wiederholt: 4 Watt Leistungsaufnahme pro Strahler (1 W pro Einzel-LED plus 1 W Verlustleistung durch Trafo und Gleichrichter im Fuß des Spots), rund 3100 Kelvin Farbtemperatur, etwa 100 Lumen Lichtstrom pro Spot, etwa 40 Grad Abstrahlwinkel; also recht enger Lichtkegel. Die gesamte Vierer-Deckenleuchte verbraucht brutto rund 16 Watt, bietet ein “warm-weißes” Licht (das aber eher nach “Energiesparlampe” aussieht) und liefert mit insgesamt 400 Lumen eine Helligkeit, die knapp einem 35-Watt-Halogenspot entspricht. “Sehr hell” ist für mich was anderes.
Die “Lidl”-Prospektangabe “für punktgenaue Ausleuchtung und gezielte Lichtakzente” ist also nicht gelogen - aber nur, wenn Sie keine hohen Ansprüche an die Reichweite der Strahler sowie Größe und Helligkeit der ausgeleuchteten Fläche stellen. Mit schlappen 25 Lumen pro Watt liegt die Gesamteffizienz der Deckenleuchte erheblich unter dem aktuellen Serienstandard von ca. 50-75 lm/W; das relativiert auch den günstigen Preis und verdient deshalb auf meiner LED-Bewertungsskala von 0 bis 5 Sternen leider
keinen Stern.
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