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4.2.2012 von Wolfgang Messer.
Einen tollen Spaß erlaubt sich die Warenhauskette “real,-” in Ihrem aktuellen Werbeprospekt. Unter anderem finden Sie dort seit dem Wochenende dieses Sonderangebot:

Da freut sich doch das Mütterchen auf dem (nicht verkabelten) Dorf: Zwar schalten diese bösen Satelliten-Buben in knapp einem Vierteljahr das gute alte analoge TV ab, aber mein “real,-” hat ein Herz für mich und bietet mir einen schönen, großen und preiswerten Fernseher an, mit dem ich auch nach am 1. Mai noch über meine Schüssel “Willkommen bei Carmen Nebel” gucken kann! Klasse, oder?
Ähm, nein, leider führt Sie “real,-” hier völlig ins Irreale. Mal davon abgesehen, dass Sie eine alte Satellitenschüssel möglicherweise erst mit einem Universal-LNB nachrüsten oder komplett ersetzen müssen: Das ohne Zweifel supergünstige Toshiba-Gerät empfängt zwar terrestrisches Digitalfernsehen (über Antenne) und hochaufgelöste (HD), digitale Kabel-Signale, steht aber Satellitenprogrammen aller Art vollkommen macht- und ratlos gegenüber. Kundige Menschen können das dem kleinen Hinweis
in der linken, oberen Ecke entnehmen, Laien werden aus diesem Buchstaben- und Deppenleerzeichen-Konglomerat wahrscheinlich nicht schlau: Da fehlt doch tatsächlich das Kürzel “DVB-S” - das LCD-TV-Gerät hat also keinen “Triple-Tuner”, der mit allem klar kommt, was so von Sendemasten, aus Kabeln und Weltall geliefert wird.
Stattdessen müsste unser Mütterchen zusätzlich einen digitalen Satellitenempfänger kaufen, von denen natürlich auch welche auf der Prospektseite angeboten werden - mit HD und ohne. Ob sie das alles aber wissen kann, wenn der “real,-”-Befehl …
Rüsten Sie jetzt um auf digitalen Sat-Empfang!
ausgerechnet auf einem TV-Gerät prangt, das keinen digitalen Sat-Empfang hat?
Update 12. Februar: Kaum zu glauben, aber sie haben es wieder getan, nur mit einem anderen Fabrikat.
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4.2.2012 von Wolfgang Messer.
LED-Strahlerserien scheinen zur Zeit der große Renner zu sein bei Discountern und Baumärkten: In den letzten Wochen gab es zahlreiche Sonderangebote in der Preislage zwischen 9,95 und 89,99 €, je nach Qualität und Anzahl der Einzel-Spots. “Hagebau” will bei diesem “Spot-Markt” nicht im Dunkeln stehen und geht mit der aktuellen Werbebeilage (04/2012, Ausschnitt rechts, gültig ab sofort) in die Vollen.
Vorbild scheint dabei in mehrfacher Hinsicht ein ähnliches “Bauhaus”-Angebot vom Januar zu sein: Der Einzel-Spot ist im “hagebaumarkt” zwar mit 9,99 € noch vier Cent teurer, die zwei-, drei- und vierflammigen Strahler unterbieten aber mit 17,99, 24,95 und 34,95 € die jeweiligen “Bauhaus”-Preise um bis zu 5 Euro. Das sind Dimensionen, wie sie vor einiger Zeit höchstens bei billigen Halogenspot-bestückten Strahlern möglich waren, jedoch nicht mit LED-Spots.
Leider bleiben aber in der “hagebaumarkt”-Werbebeilage die wichtigsten technischen Daten genau so geheim wie bei der Konkurrenz: Lichtstrom oder ein Halogenstrahler-Äquivalent als Anhaltspunkte für die Helligkeit, Farbtemperatur, Abstrahlwinkel, Hersteller- oder Markennamen, garantierte Lebensdauer - nichts davon wird verraten. Nur die Leistungsaufnahme pro Spot (4,2 Watt), der Sockeltyp (GU10) und die Bezeichnung “warm-weißes Licht” werden genannt.
Damit ist zwar klar, dass es keine Trafos in den Gehäusesockeln gibt und die Spots mit 230 Volt versorgt werden, aber sonst darf fleißig geschätzt werden. Offenbar verfügen sie jeweils über drei Einzel-LEDs à ca. 1,2 Watt; die 0,6 Watt Differenz zwischen den 3,6 Watt Netto-Leistung und der Nenn-Leistungsaufnahme von 4,2 Watt wären die Verlustleistung der Vorschaltelektronik im Sockel der Spots.
Erwarten Sie bitte nicht, dass in Ihrem Zimmer beim Einschalten der Strahler die Sonne aufgeht: Vergleichbare Exemplare mit bekannten Werten liefern höchstens zwischen 140 (die warm-weiße Version) und 230 Lumen bei einer Farbtemperatur um 3100 Kelvin und einem Abstrahlwinkel zwischen 25 und 60 Grad. Ich würde bei der “hagebaumarkt”-Preislage auf einen Lichtstrom von 160 bis 180 Lumen tippen, was etwa einem 15-Watt-Hochvolt-Halogenspot entspräche. Genau wie beim “Bauhaus”-Angebot vom Januar leuchtet dann der Zweier-Strahler ungefähr so hell wie ein einzelner 25-Watt-Halo, die Dreier-Version könnte einen 35-Watt-Halo und die vierflammige Leuchte (mit rund 17 Watt Leistungsaufnahme) einen 50-Watt-GU10-Halogenspot ersetzen.
Das wäre - vor allem wegen der sehr günstigen Preise - eigentlich drei Sterne auf meiner neuen LED-Bewertungsskala von 0 bis 5 wert. Weil aber wie beim “Bauhaus”-Angebot fast alle wichtigen Angaben fehlen, gibt’s wieder mit viel Wohlwollen nur

eineinhalb Sterne.
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