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Archive für 22.1.2012

“Scheck-In” entdeckt die LEDs … nicht (Update 27.1.)

Leicht überrascht war ich an diesem Wochenende von der Werbebeilage meines Stamm-Einkaufsmarktes “Scheck-In” (mit Zentrale in Achern und Filialen in Baden-Baden, Mannheim, Mannheim-Neckarau, Viernheim, Weinheim, Karlsruhe-Durlach, Karlsruhe-Mendelssohnplatz und Frankfurt, Hauptlieferant ist “Edeka Südwest”): Zum ersten Mal - jedenfalls nach meiner Erinnerung - wird dort diese Woche ein breites Sortiment von LED-Retrofit-Leuchtmitteln angeboten - also “Kerzen”, “Birnen” und Spots, die statt herkömmlicher Stromfresser in vorhandene Fassungen geschraubt werden können.

Scheck-LEDs

Egal, ob kaltweiße 3-Watt-E27-”Birne” oder warmweißer 3,2-Watt-GU10-Spot: Alles kostet einheitlich 9,99 Euro; das kann man sich auch als gedächtnisschwacher “Fünfziger” gut merken. Und auch sonst gibt’s kaum etwas im Prospekt, das man vergessen könnte - es steht nämlich fast nichts drin. Kein Lichtstrom in Lumen (obwohl vorgeschrieben), kein “Glühlampen”-Äquivalent, kein Abstrahlwinkel, keine garantierte Anzahl von Brennstunden, kein Farbwiedergabeindex, keine Angabe zur Dimmbarkeit. Nur Leistungsaufnahme, ungefähre Farbtemperatur und Sockeltyp - das war’s.

Der typische “Scheck”-Kunde ist kein LED-Experte und muss deshalb im Dunkeln tappen, wenn er dieses Sonderangebot zum Anlass nehmen will, seinen Haushalt energieeffizienter zu machen. Sollte er auf die Idee kommen, zum Beispiel seine 60-Watt-”Glühbirne” im Flur durch eine warmweiße LED-”Glocke” oder den 35-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler im Wohnzimmer durch einen warmweißen LED-Spot zu ersetzen, weil ja beides jeweils gleich aussieht und deshalb auch gleich hell sein müsste, dann dürfte er schwer enttäuscht werden.

Tatsächlich liegen diese “SMD-LED-Leuchtmittel IOIO” etwa im Effizienzbereich von 63 (warmweiß, Farbtemperatur ca. 3200 Kelvin) bis 73 Lumen (kaltweiß, ca. 6000 K) pro Watt. Die 3-Watt-LED-”Birnen”, -”Kerzen” und -”Glocken” liefern somit rund 190 bzw. 220 Lumen - nur etwa so viel wie eine herkömmliche 25-Watt-Glühlampe (die allerdings mit 2700 Kelvin eine deutlich wärmere und angenehmere Farbtemperatur hat). Die 3,2-Watt-Spots sind etwas dunkler als ein 25-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler.

Immerhin bündeln die LED-Spots durch ihren engen Abstrahlwinkel von rund 60 Grad (ein Sechstel eines Vollkreises) das Licht stark genug, dass wenigstens im direkt angestrahlten Bereich und auf kürzere Entfernung eine recht ordentliche Helligkeit erzielt werden kann. (Vergessen Sie’s, es ist alles etwas anders als vermutet, siehe Update am Ende des Textes).

Vor allem die kaltweißen Versionen können durchaus gute Dienste in einer Schreibtischleuchte leisten. Achten Sie allerdings darauf, dass dort kein Dimmer drin ist, denn keins der bei “Scheck” angebotenen “IOIO”-Leuchtmittel ist dimmbar. Es würde in einer solchen Leuchte flackern, den Dienst verweigern oder gar zerstört werden.

Der Angebotspreis von € 9,99 ist für diese technisch durchschnittlichen Produkte nicht berauschend. Für den gleichen Betrag finden Sie nach kurzer Online-Suche auch deutlich bessere LED-Leuchtmittel; vor allem, wenn Sie mehrere gleiche benötigen und Mengenrabatte nutzen. Deshalb bekommt das “Scheck”-Angebot auf meiner LED-Bewertungsskala von 0 bis 5 Sternen
LED-Stern einen Stern …

… und da ist noch ein “Premieren-Bonus” als Anerkennung für den ersten nennenswerten LED-Versuch dieser kleinen Einkaufsmarktkette eingerechnet. Sonst wäre es wegen der vielen fehlenden Informationen nur ein halber gewesen.

…  keinen Stern (siehe Update 26.1.)

Update 23.1.: Ich hätte heute Vormittag gerne im Baden-Badener “Scheck-In” nachgeschaut, ob wenigstens auf den Verpackungen Lumen- oder sonstige Werte stehen. Leider war aber kein einziges Lämpchen zu finden, weil sich die Lieferung verzögert hatte. Falls Sie in einer anderen Filiale welche entdecken, können Sie mir Ihre Beobachtungen gerne in den Kommentaren mitteilen.

Update 26.1.: Auch mein zweiter Versuch, die LED-Leuchtmittel “körperlich” in Augenschein zu nehmen, ging fehl. Vier Tage nach Aktionsbeginn waren sie heute immer noch nicht im Laden eingetroffen. Kommentar des Personals dazu: “Wenn Edeka nicht liefert, können wir auch nichts machen”. Für nicht vorhandene Lampen gibt’s auf meiner Bewertungsskala natürlich keinen einzigen Stern.

Update 27.1.: Überraschung! Eine freundliche Dame erklärte mir heute am Telefon, die Lampen seien doch schon die ganze Woche in einem Aktions-Regal gewesen, allerdings ziemlich weit unten und offenbar teilweise durch andere Sonderangebote verdeckt. Gestern noch hatten zwei “Scheck-In”-Mitarbeiter vergeblich versucht, sie für mich zu finden. Heute habe ich erneut nachgeschaut, wurde tatsächlich fündig und habe dabei noch mehr Überraschungen erlebt. Die Details gibt’s in einem extra Beitrag zu lesen.

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ALDI Süd: LED-Schreibtischleuchten für Geizhälse

“Viel hilft viel” ist eine häufig genannte These bei Verbrauchern von Arzneimitteln, Vitaminen, Kosmetik, Kleb- oder Dämmstoffen - immer wieder auch bei Herstellern von LED-Beleuchtung und ihrer Kundschaft. Meistens hält diese These aber der Wirklichkeit nicht stand; im Gegenteil. Wer etwa glaubt, dass eine LED-Schreibtischleuchte möglichst viele Einzel-LEDs enthalten muss, um richtig hell zu sein, kann herb enttäuscht werden.

ALDI Süd demonstriert das sehr schön in der Beschreibung seines aktuellen “Casalux”-Sonderangebots (Prospektausschnitt, gültig ab Montag, 23. Januar):

ALDI-LED-Schreibtischleuchte

Wie bei ALDI üblich, gibt es fast keine für Laien verwertbaren Angaben über die Leistungsfähigkeit dieser beiden Leuchtenversionen. Stattdessen wird von “komfortabler Beleuchtung” “hoher Lichtleistung” und “20 sehr hellen, Energie sparenden LEDs” phantasiert. Hier darf leise gelächelt werden, denn immerhin finden sich im Angebot noch die Angaben “warmweiße Lichtfarbe” und  “Inkl. 20 x 0,2 Watt LED”. Es gibt aber beim besten Willen keine “warm-weißen” Einzel-LEDs mit 0,2 Watt Leistungsaufnahme, die “sehr hell” genannt werden können. Gängige Exemplare dieser Preisklasse (wir reden hier nicht von unbezahlbaren Labor-Einzelstücken) erreichen einen Lichtstrom von rund 10 Lumen. Das entspricht gerade mal etwa einer herkömmlichen 1-Watt-Glühlampe.

Wenn wir das nun mit der beeindruckenden Zahl 20 multiplizieren, kommen wir trotzdem nur auf rund 200 Lumen oder die Helligkeit eines 20-Watt-Niedervolt-Halogenspots. Bei einer Leistungsaufnahme von rund 4 Watt ergibt das für die LED-Leuchten eine Stromersparnis von 80 Prozent und eine Effizienz von 50 Lumen pro Watt. Wie gebündelt dieser Lichtstrom abgegeben wird, verrät ALDI nicht - kein Wort über den Abstrahlwinkel. Vermutlich dürfte der bei 120 Grad liegen, ein Drittel eines Vollkreises.

Wie schon bei früheren ALDI-Leuchtenangeboten wird nichts von einem Sockel oder einer Fassung (etwa “GU10″) erzählt. Das bedeutet, dass es auch an diesen Lampen nichts zum ‘Rein- und ‘Rausschrauben gibt; die 20 LEDs sind offenbar fest verlötet und werden von einem 12-Volt-Transformator mit rund 350 Milliampère Konstantstrom gespeist. Bei einem Ausfall von einer oder mehrerer LEDs können Sie selbst nichts austauschen. Von einer garantierten Lebensdauer steht im Angebot auch nichts; noch nicht mal die bei Konkurrent “Lidl” gängige Phrase “sehr langlebig”.

Das einzig Positive an den ALDI-Leuchten ist der Preis: Schlappe 20 Euro sind für die ebenfalls schlappe Leistung sehr günstig. Wenn es eine Kennzahl “Cent pro Lumen” gäbe, würden wir bei nur “10″ landen. Andere bisherige Discounter-LED-Angebote kämen da auf mindestens “40″. Nur deshalb kann ich dem aktuellen ALDI-Süd-Angebot auf meiner neuen LED-Bewertungsskala von 0 bis 5 Sternen gerade noch
LED-Stern einen Stern geben.

Selbst schuld, liebe ALDI-Prospektbastler. Da können die “Casalux”-Produkte noch so gut und preiswert sein: So lange fast alle wichtigen Informationen dazu verschwiegen werden, kommen Ihre Leuchten nicht in den Sternenhimmel.

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