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15.1.2012 von Wolfgang Messer.
Sieben Worte hält der Discounter “Lidl” offenbar für besonders wichtig, wenn er seine LED-Leuchten der Eigenmarke “Livarno Lux” beschreibt - und es sind immer die gleichen: “Mit sehr hellen, langlebigen und energiesparenden LED”. Viel mehr darf der Kunde nicht wissen. Lichtstrom im Lumen? Abstrahlwinkel? Interessiert doch niemanden!
Stattdessen verrät uns Lidl über seine ab Montag (16. Januar) angebotene Schreibtischleuchte (Prospektausschnitt rechts), dass eine LED drin steckt, die 3 Watt Leistungsaufnahme und eine Farbtemperatur von rund 6000 Kelvin hat (”Lidl” nennt die Lichtfarbe “weiß”, ich würde eher sagen “Tageslicht-kalt-weiß”) - mit einer Karenz von 300 K nach oben und unten.
Außerdem schmücken die Heilbronner Werbeleute das Angebot noch mit einer überflüssigen (weil laut EU-Regelung für LED-Leuchtmittel nicht geltenden) Energieeffizienz-Skala, unter der immerhin noch klein die Angabe “20.000 Std.” zu finden ist - also die garantierte Zahl der Brennstunden. Bei standardisierten drei Brennstunden pro Tag soll die Leuchte 20 Jahre durchhalten.
Aber wie hell ist “sehr hell” in diesem Fall? Neulich gab’s ja schon bei “Lidl” Deckenleuchten mit warm-weißen 3-Watt-LEDs aus den Frühzeiten dieser Technik, die gerade mal 70 Lumen pro Stück schafften - weniger als ein 10-Watt-Niedervolt-Halogenstrahler. Immerhin hatte “Lidl” diesen Wert auch freimütig veröffentlicht. Heute wie damals fehlt aber die Angabe eines Sockel- oder Fassungstyps, was erneut darauf hinweist, dass das LED-Modul fest eingebaut und nicht auswechselbar ist. Die benötigte Vorschaltelektronik dürfte im Leuchtenfuß versteckt sein.
Zwar sind “kalt-weiße” LEDs bei gleicher Leistung heller als ihre wärmeren Brüder, die “Lidl”-Schreibtischlampe dürfte dennoch kaum mehr als 120 Lumen haben (entspricht etwa einem 10-Watt-Halogenstrahler). Falls die nachträglich am Computer erzeugten Lichtkegel im Prospekt einigermaßen mit der Realität übereinstimmen, hat die LED einen Abstrahlwinkel von maximal 20 Grad. Damit wäre die Schreibtischleuchte durchaus in der Lage, aus der Maximalhöhe von rund einem halben Meter ein direkt darunter liegendes Papier ausreichend zu beleuchten. Aber wehe, das Schriftstück liegt ein paar Zentimeter daneben! Dann wird’s duster oder Sie müssen den Leuchtenkopf schwenken bzw. den Arm verstellen. Geht ja immerhin.
Rund 30 Euro sind dafür eigentlich zuviel - vor allem mit Blick auf die gleich teuren, aber rund doppelt so helleren “Casalux”-Leuchten, die Ende 2011 bei ALDI angeboten wurden. Für die gab’s damals auf meiner neuen LED-Bewertungsskala von 0 bis 5 einen Stern, deshalb kann ich für das aktuelle “Lidl”-Angebot nur einen
halben Stern vergeben.
Wenn Sie eine wirklich helle und günstige LED-Schreibtischlampe haben wollen und schnell reagieren können, kann ich Ihnen übrigens einen brandheißen Tipp geben: Kaufen Sie sich eine Leuchte mit GX53-Bajonettverschluss (am Besten ohne Leuchtmittel) und drehen Sie diese Toshiba-GX53-LED mit 6,5 Watt, 4000 Kelvin (”kalt-weiß”), 40 Grad Abstrahlwinkel und 320 Lumen ‘rein. Die ist heller als ein 25-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler, wurde mal für fast 60 Euro verkauft und wird aktuell bei “Conrad” für unglaubliche 12 Euro angeboten (lieferbar allerdings erst ab 30. Januar). Insgesamt kostet Sie diese Kombination dann auch nur rund 30 Euro, leuchtet aber um Welten besser als das “Lidl”-Sonderangebot und Sie müssen nicht die “Katze im Sack” kaufen.
Update 1.2.: … und schon ist die Toshiba-LED ausverkauft - ich hab’s ja geahnt (siehe Kommentare).
Update 18.3.: Inzwischen scheint die Toshiba-Lampe bei “Conrad” wieder “auf Lager” zu sein - weiterhin für 11,95 Euro.
Update 26.3.: Bis zum 1. April verschickt “Conrad” alle Leuchtmittel versandkostenfrei.
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15.1.2012 von Wolfgang Messer.
Man könnte es fast als Replik auf ein aktuelles “Bauhaus”-Sonderangebot deuten: Noch bis Samstag (21. Januar) hat die “toom”-Baumarktkette eine LED-Strahlerserie in den Regalen (Prospektausriss links), die etwa 50 Prozent teurer als die der Konkurrenz ist, aber dafür auch mindestens doppelt so edel aussieht. Das gilt vor allem für die mitgelieferten Spots mit GU10-Sockel und Chromring. Mit den in der Werbebeilage genannten 2,3 Watt Leistungsaufnahme und 130 Lumen Lichtstrom sind sie nicht ganz so hell wie die “Bauhaus”-Pendants, aber durchaus in der gleichen Liga.
Das bedeutet, dass der Einzel-LED-Spot etwa als Ersatz für einen 10- oder 15-Watt-Hochvolt-Halogenspot taugt, der Zweier-Strahler ist etwas dunkler als ein 25-Watt-Halo, die Dreier-Version liegt etwas unterhalb eines 35-Watt-Halos, die vierflammige Leuchte kann mit rund 9 Watt Leistungsaufnahme die Helligkeit eines 40-Watt-GU10-Halogenspots erreichen, der Fünfer-Strahler schafft 650 Lumen bzw. das Äquivalent eines 50W-Halos und die Sechser-Schiene könnte mit 780 Lumen (entspricht ca. einem 60-Watt-Hochvolt-Halogenstrahler) ein kleineres Zimmer schon sehr ordentlich ausleuchten.
Leider fehlen im “toom”-Prospekt noch ein paar wichtige Angaben. Statt über die uninteressante Anzahl der Einzel-LEDs pro Spot (38) hätte man gerne etwas zur Farbtemperatur und zum Abstrahlwinkel gewusst. So kann man nur vom optischen Anschein und Erfahrungswerten ausgehen und ein recht weißes Licht (über 4000 Kelvin) mit einem Abstrahlwinkel von rund 60 Grad vermuten. Möglich wäre allerdings auch eine falsche Farbwiedergabe in der Werbebeilage und die Spots sind tatsächlich “warm-weiß” mit rund 3100 Kelvin.
Für die angebotene Leistung und das Design sind die “toom”-Preise durchaus günstig - regulär müssten Sie für vergleichbare Strahlerleisten bei anderen Quellen erheblich mehr bezahlen. Eigentlich hätte “toom” auf meiner LED-Bewertungsskala damit problemlos drei Sterne kassieren können, weil aber einige Daten fehlen, sind’s leider nur


zweieinhalb Sterne.
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