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Archive für 25.12.2011

LED-Spots bei toom: Nicht sehr hell, aber billig

“Normale” Konsumenten interessieren sich nicht für die Details einer neuen Beleuchtungstechnik. Ihnen ist eigentlich egal, warum LED-Lampen effizienter und meist besser sind als herkömmliche Leuchtmittel mit Glühfaden oder so genannte “Energiesparlampen”, wie sie genau funktionieren, ob sie drei, 21 oder 36 Einzel-LEDs haben und ob sie 50 oder 55 Lumen Lichtstrom pro eingesetztem Watt Leistung liefern. Wichtig sind vor allem der Preis, die Helligkeit und Lichtfarbe in Relation zu den bekannten Leuchtmitteln, die unkomplizierte Handhabung, die Lebensdauer und das Einsparpotenzial über die gesamte Brenndauer.

Deshalb versuche ich regelmäßig, das “Fachchinesisch” und die teils irreführenden Daten und Angaben der LED-Anbieter für den Alltagsgebrauch zu übersetzen. Manche Hersteller und Händler machen es mir dabei leichter als andere, weil sie mit der Zeit begreifen, wie wichtig bestimmte Informationen bei ihren Angeboten sind. Leuchtendes Beispiel: Die Baumarktkette “toom”, die neuerdings ihre LED-Leuchtmittel-Sonderangebote regelmäßig mit Lumen-Angaben schmückt. Das gilt auch für den aktuellen Prospekt:

toom-Spots Gleich vier Sockelversionen eines nicht dimmbaren 2-Watt-LED-Spots (drei mit 230 Volt, einer mit 12 Volt) bietet “toom” in seiner Werbebeilage (Ausschnitt links, gültig vom 27. bis 31.12.2011) an, jeweils mit 130 Lumen, was in etwa der Helligkeit eines 10- bis 15-Watt-Halogenstrahlers entspricht. Die Sternchen verweisen auf die Angaben *Energieverbrauch einer energiesparenden Lampe im Vergleich zu einer Standardlampe bei vergleichbarer Lichtleistung und Zeitspanne bzw. **Die Lebensdauer basiert auf einer durchschnittlichen Brenndauer von knapp 3 Stunden pro Tag.

Die von “toom” behaupteten 85% Ersparnis sind einigermaßen korrekt (ich würde bei einer Effizienz von 65 Lumen/Watt eher mit 80% rechnen); über die Lebensdauer von etwa 15.000 Brennstunden (durchschnittlich 1000 Brennstunden pro Jahr) wären das rund 120 Kilowattstunden Stromersparnis. Bei einem “Arbeitspreis” von 21 Cent pro kW/h können Sie mit so einem LED-Spot insgesamt also gut 25 Euro einsparen.

Dazu liegt der “toom”-Sonderpreis von knapp 5 Euro zwar noch erheblich über dem vergleichbarer Halogenstrahler (< 1 Euro), aber auch deutlich unter LED-Konkurrenzangeboten (meist > 6 Euro). Leider fehlen wichtige Informationen wie der Abstrahlwinkel (mit der vorgesetzten Linse vermutlich rund 60 Grad) oder die genaue Lichtfarbe (die Angabe “warmweiß” und die Preisklasse lassen auf eine Farbtemperatur von ca. 3100 Kelvin schließen, etwas “kühler” und “weißer” als herkömmliche Leuchtmittel). Die gebotenen 130 Lumen dürften wohl vielen Kunden als zu dunkel erscheinen, mehr Helligkeit ist aber derzeit in dieser Preis- und Leistungsklasse mit LEDs nicht machbar.

Damit schafft “toom” auf meiner neuen Bewertungsskala erneut solide
LED-SternLED-SternLED-Stern drei von fünf Sternen

Kleiner Wermutstropfen: Das Angebot gilt offenbar nur in den viereinhalb Einkaufstagen zwischen Weihnachten und Neujahr.

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OBI führt uns bei LED-Strahlern hinter’s Licht

Inzwischen weiß ich aus diversen E-Mails, dass zumindest einige Hersteller, Importeure und Online-Händler von LED-Beleuchtung regelmäßig dieses Blog lesen, selbst wenn ihre Produkte nicht immer gut abschneiden. Manche nutzen meine Beurteilungen laut eigener Auskunft als willkommene Anregung für zukünftige Angebote und Verbesserungen und bedanken sich sogar für Kritik.

Leider gibt es da aber noch die große “Hardcore”-Fraktion, der so was ganz weit am Allerwertesten vorbei geht. Dazu gehören zum Beispiel die Prospektbastler der “OBI”-Baumarktkette. In ihrer Werbebeilage 2400/11 (gültig bis Samstag, 7. Januar 2012) findet sich unter anderem ein bereits im März publiziertes “Sonderangebot”, bei dem die Wahrheit mal wieder keine Rolle spielte:

OBI-Steinel-Außenstrahler

Ich will hier nicht alles wiederholen, was ich schon vor neun Monaten geschrieben habe, aber “OBI” hat entweder erneut die offiziellen “Steinel”-Angaben zum Außenstrahler “XLED home 1″ komplett missverstanden oder lügt absichtlich mit der abmahnungswürdigen Behauptung “Helligkeit entspricht 150-W-Halogenlicht”. Die Wahrheit ist: Ein 150-Watt-Halogenstrahler hat einen Lichtstrom von rund 2500 Lumen, der Steinel-Strahler aber nur knapp 780 - also rund ein Drittel. Damit stellt er in etwa das Äquivalent eines 50-Watt-Halogenstrahlers dar. Den gleichen Unsinn hat übrigens Konkurrent “toom” auch schon mal im Mai verzapft.

Auf meiner neuen Bewertungsskala gibt es für dieses eigentlich recht preiswerte und akzeptable Angebot wegen Irreführung der Kundschaft und fehlenden Angaben zu Lichtstrom (779 Lumen) und Farbtemperatur (6700 Kelvin, “kalt-weiß”) leider nur:
LED-SternLED-Stern zwei von fünf Sternen

Nicht viel besser sieht es in der selben Werbebeilage mit den angebotenen Osram-LED-Spots aus:

OBI-Osram

Die “Doppelsternchen” verweisen auf eine Anmerkung unten auf der Prospektseite: “Halogen-Leuchtmittel mit vergleichbarer Lichtstärke”. Das würde also bedeuten, dass zum Beispiel der linke (230-Volt-)Spot mit GU10-Fassung so hell wäre wie ein 35-Watt-Halogenstrahler. Dafür spräche auch die offizielle Osram Produktbezeichnung “PAR16 35 25° WW”. In den Daten des Osram-Online-Katalogs ist jedoch nur von einem Lichtstrom von 170 Lumen die Rede. Ein 35W-Hochvolt-Halogenspot schafft dagegen mindestens das Doppelte - über 400 Lumen.

Wir haben es hier also höchstens mit einem LED-Ersatz für einen 20W-Hochvolt-Halogenstrahler zu tun. Kunden, die den Prospektangaben glauben und auf mehr Helligkeit hoffen, dürften ziemlich enttäuscht werden. Und weil im “OBI”-Prospekt auch noch weitere wichtige Daten fehlen, liefere ich die hier nach: Farbtemperatur 3000 Kelvin, Ausstrahlungs- (oder Abstrahl-)winkel 25 Grad, nicht dimmbar.

Näher an der Wahrheit bleibt “OBI” beim rechts abgebildeten 12-Volt-MR16-Spot mit GU5.3-Sockel. Zwar fehlen auch hier die Angaben zu Abstrahlwinkel (36 Grad), Farbtemperatur (3000 Kelvin) und Lichtstrom, aber immerhin liegen die von Osram genannten 185 Lumen nicht allzu weit von den mindestens 300 Lumen weg, die ein 20-Watt-Niedervolt-Halogenstrahler schafft. Übrigens: Die von “OBI” angegebene Lebensdauer von nur 15.000 Stunden ist eine sehr freie Interpretation der offiziellen Osram-Angabe von 25.000 Stunden.

Insgesamt gibt es deshalb auf meiner LED-Sterne-Skala auch hier - trotz der akzeptablen Spots mit durchschnittlichem Preis/Leistungsverhältnis - wegen teils fehlender und irreführender Information nur
LED-SternLED-Stern zwei von fünf Sternen

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