Warum LED-Lampen bei Demenz sehr hilfreich sind

by Wolfgang Messer | 22.2.2011 16:00

Manchmal hat technischer Fortschritt auch überraschende positive Auswirkungen, an die man erstmal im Traum nicht denken würde. So weiß zwar inzwischen jeder einigermaßen helle Kopf, dass LED-Lampen einen immer besseren Beitrag zum Strom- und Ressourcensparen[1] liefern. Wussten Sie aber auch, dass diese Lichttechnik eine wertvolle Hilfe bei fortschreitender Vergesslichkeit und Gedankenlosigkeit sein kann?

Einfaches Beispiel: Die Beleuchtung in Badezimmern und Toiletten wird häufig nicht im Raum selbst, sondern aus Sicherheitsgründen von außen (meist im Flur neben der Tür) geschaltet. Da kann es durchaus mal vorkommen, dass Sie nach dem Verlassen des Badezimmers vergessen, das Licht wieder auszuschalten; vor allem, wenn der Schalter nicht über eine rote Status-Kontrollleuchte verfügt. Wenn das nun am Abend vor dem Schlafengehen passiert, bleibt das Zimmer hell erleuchtet – bis zum nächsten Morgen, wenn Sie vor dem ersten “Geschäft” des Tages erschreckt Ihren Fauxpas feststellen.

Bei herkömmlicher Glühlampen- oder Halogen-Ausstattung haben Sie dann möglicherweise acht Stunden lang 100 Watt verbraucht, also 0,8 Kilowattstunden – und damit für wohlige Wärme im Bad gesorgt. Bei einem einmaligen Versehen ist das nicht so tragisch, mit zunehmendem Alter passiert zumindest mir das aber immer öfter.

Dazu kommt, dass ich als leicht Sehbehinderter prinzipiell hellere Beleuchtung brauche als ein Normalsichtiger. Weitgehend unabsichtlich habe ich hier von vornherein für Schadensbegrenzung gesorgt: Der relativ große Waschraum wird von zehn in die Decke eingelassenenen 3-Watt-LED-Strahlern[2] (“warmweiß”) taghell erleuchtet – mit nur 30 Watt Gesamtleistung und je 48 Einzel-LEDs erreichen sie einen Lichtstrom von rund 1800 Lumen – in etwa das Äquivalent von zehn 20-Watt-Halogenstrahlern.

Badbeleuchtung
Sechs der zehn 3-Watt-LED-Strahler im Waschraum – die gesamte Decke passt leider nicht durch’s Objektiv. (Fotos: W. Messer)

In meinem Fall werden also bei acht Stunden unnötiger Beleuchtung statt 1,6 nur 0,24 Kilowattstunden verbraucht – das summiert sich bei meiner Vergesslichkeit über’s Jahr zu einer ganz ordentlichen Ersparnis. Auf die fehlende Zusatz-Wärme (LEDs werden bei Weitem nicht so heiß wie Halogenlampen) kann ich dabei gerne verzichten, weil es nichts Teureres gibt als eine elektrische “Glühobst”-Heizung. Die Investition hält sich in Grenzen: Mit ein wenig Suche im Netz werden Sie sehr günstige Komplettangebote finden[3] für einen Satz dieser Strahler inklusive GU10-Fassungen zum Selbsteinbau.

Apropos “Wärme” und Demenz: Jetzt wird’s klein, bunt und komisch. Was passiert, wenn Sie Ihre Kühlschranktür nicht richtig schließen – vor allem bei älteren Modellen mit ausgeleierten Schließmechaniken und Dichtgummis? Im günstigsten Fall bleibt ein kleiner Luftspalt, durch den die warme Raumluft in den Kühlschrank eindringt und den Thermostat dazu zwingt, die Kühlleistung hochzufahren, um die Temperatur zu halten. Meist gelingt das auch, wird jedoch mit deutlich erhöhtem Stromverbrauch bezahlt.

Im ungünstigsten Fall (und den hatte ich schon einige Male) bleibt aber zusätzlich der Türkontakt für das Ausschalten der Kühlschrankbeleuchtung offen. Das bedeutet, dass (zum Beispiel über Nacht) eine 15 oder 25 Watt starke Glühlampe den Kühlschrank über Stunden derart erwärmt, dass der Kompressor oder Absorber im Dauerbetrieb schuften muss und es trotzdem nicht schafft, den Innenraum ausreichend zu kühlen. Der Stromverbrauch kann so auf rund 150 Watt (plus 15 oder 25 Watt für die Glühlampe) steigen. Schlimm genug.

Viel schlimmer ist jedoch, dass Sie nach einem längeren Kalorien-Duell zwischen Kühlaggregat und Lampe (das am Ende immer die Lampe gewinnt) Teile Ihres Kühlguts wegwerfen müssen. Vor allem in der direkten Umgebung der Kühlschranklampe werden Käse, Sahne etc. regelrecht “gekocht”, sind also meist nicht mehr verwendbar. Außerdem kondensiert die eingedrungene Feuchtigkeit aus der Raumluft im Kühlschrank und sorgt mittelfristig unter anderem für die ungeliebten Eisablagerungen im Tiefkühlfach und darunter, was den Stromverbrauch noch weiter nach oben treibt.

Aber keine Panik, die Rettung ist nah! Nehmen Sie die Abdeckung der Kühlschrankbeleuchtung ab, schrauben Sie das Glühobst aus der E14-Fassung und ersetzen sie es durch eine spezielle 3-Watt-LED-Lampe[4] (“kaltweiß”). Die ist ein wenig größer, passt jedoch meist vom Durchmesser her problemlos unter die Abdeckung. Einzig die Länge könnte Schwierigkeiten machen. Hier hilft dann das teilweise Aus- oder Anschneiden des hinteren Teils der (Plastik-)Abdeckung – sieht man sowieso nicht von vorne.

Kühlschranklicht1
Taghell erleuchteter Kühlschrank mit 3-Watt-LED-Lampe.

Positiver Nebeneffekt: Vor allem, wenn Sie vorher eine 15-Watt-Glühlampe drin hatten, wird’s nun deutlich heller im Kühlschrank – möglicherweise sehen Sie mit den 200 Lumen Lichtstrom nun endlich die Käsescheiben, die schon letzten Dezember abgelaufen sind, sich aber bisher in der sicheren Dunkelheit vor Ihren Augen verstecken konnten. Außerdem sind durch die kältere Lichtfarbe Packungsaufschriften besser lesbar und frisches Gemüse sieht nun wirklich frisch aus statt gelblich und halb verwelkt. Genau deshalb finden Sie übrigens auch in den Lebensmittelabteilungen der Supermärkte keine herkömmlichen Glühlampen – die Konsumförderer dort wissen sehr gut, wie sie ihre Waren optimal präsentieren.

Kühlschranklicht2
Die neue LED-Kühlschranklampe aus der Nähe und mit kleinerer Blende fotografiert. Meine kleine Modifikation der Abdeckung hinten ist nicht erkennbar.

Zugegeben: Bei Normalbetrieb eines Kühlschranks im Haushalt von Nicht-Dementen ist der Energiespareffekt derart geringfügig, dass die rund 13 Euro für eine LED-Lampe wohl ‘rausgeworfenes Geld wären. Eine Kühlschranklampe brennt einfach zu selten, als dass hier eine Einsparung messbar wäre. Auch die längere Haltbarkeit der LED-Technik spielt keine Rolle, weil die herkömmlichen Lampen nur selten ausfallen und meist genau so lange halten wie der Kühlschrank selbst.

Bei solchen Dusseln wie mir kann sich eine LED-Lampe aber schon in einer Nacht amortisieren – allein wegen den im Kühlschrank gelagerten Lebensmitteln, die nun weiter verwendet werden können, obwohl die Tür mal wieder nicht richtig geschlossen wurde und die Lampe stundenlang leuchtete, aber eben nicht heizte.

Mehr zum Thema:

LED-Umrüstung: Wie viel sparen Sie wirklich?[5]

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Links/Quellen:
  1. Beitrag zum Strom- und Ressourcensparen: http://fastvoice.net/2010/05/03/der-ubernachste-schritt-ist-der-bessere/
  2. 3-Watt-LED-Strahlern: http://www.ledlager.de/GU10-LED-Strahler-warmweiss-LED-sehr-hell-mit%20Sockel-GU-10_A.php
  3. sehr günstige Komplettangebote finden: http://www.ledlager.de/3er-LED-Einbauset-230-Volt-48er-LED-chrom_A.php
  4. spezielle 3-Watt-LED-Lampe: http://www.infoled.de/BIOLEDEX-LED-Birne-E14/3W-BIOLEDEX-Kuehlschranklampe.html
  5. LED-Umrüstung: Wie viel sparen Sie wirklich?: http://fastvoice.net/2012/11/17/led-umrustung-wie-viel-sparen-sie-wirklich/

Source URL: http://fastvoice.net/2011/02/22/warum-led-lampen-bei-demenz-sehr-hilfreich-sind/