Betrug mit Betfair?/Update

by Wolfgang Messer | 3.7.2010 11:23


Identitätsdiebstahl, dubiose Werbung und Geschäftemacherei sind im Internet längst Alltag, beschränken sich allerdings auch nicht auf’s Netz. So hat vor einiger Zeit mal ein Unbekannter in meinem Namen auf eBay nicht existierende Fotoapparate an ahnungslose Kunden verkauft, die dann von mir ihr Geld zurückhaben wollten. Dabei war ich nie bei eBay angemeldet. Es hat viel Mühe und Zeit gekostet, um das gefälschte eBay-Konto löschen zu lassen. Bis heute ist mir nicht klar, mit welchen Dokumenten der Unbekannte diesen Account eröffnen konnte.

Heute gab’s wieder eine unangenehme Überraschung dieser Art: Die britische Wettbörse Betfair[1] schickte mir einen personalisierten Werbebrief (laut Umschlag “per Luftpost”), in dem mir für die Anmeldung gedankt und ein Benutzername zugewiesen wurde. Damit gehörte ich jetzt zu den über zwei Millionen Kunden weltweit.

[2]

Betfair-Werbebrief[3]

Der Betfair-Werbebrief – Adresse und Benutzername habe ich gelöscht (für größere Ansicht draufklicken).

Natürlich habe ich mich niemals bei Betfair[4] angemeldet und kann mir deshalb den Ursprung dieses Schreibens nicht erklären. In einer Mail an das Unternehmen bat ich um Aufklärung, die sofortige Löschung eines eventuell auf meinen Namen lautenden Kontos und kündigte rechtliche Schritte an. Falls es noch weitere “Opfer” dieser Aktion gibt, bitte in den Kommentaren melden.

Update 13.15 Uhr: Schon jetzt gab’s eine Antwort vom Betfair-Kundenservice:

“…., vielen Dank für Ihre e-mail.
Wir haben das Konto fuer Sie geschlossen.
Sollten Sie weitere Fragen haben, zögern Sie bitte nicht, sich erneut an uns zu wenden.”

Das lässt darauf schließen, dass tatsächlich ein Konto auf meinen Namen existierte, das aber nie von mir eingerichtet wurde. Stellt sich die nächste Frage: Wer war’s? Betfair selbst ist offenbar nicht sehr an der Aufklärung interessiert. Auf meine erneute Anfrage hieß es:

“Sie können eine Anzeige bei der Polizei erstatten und diese dann an uns per Fax an 00442070747320 faxen. Das Schreiben sollte in englisch sein.”

Ahja – ich soll also die deutsche Polizei dazu überreden, die Anzeige mal ausnahmsweise auf Englisch zu schreiben? Sehr lustig. Zu diesem seltsamen Bild passt auch eine Veröffentlichung[5] des deutschen Betfair-Pressebüros (“wbpr Public Relations” in Berlin), die mit Grammatik- und Kommafehlern gespickt ist, aber immerhin die Information bereit hält, dass Betfair nun über drei Millionen Kunden habe (passt nicht so ganz zu den “über zwei Millionen” im Werbebrief). Eine Pressemitteilung eines seriösen Unternehmens sieht in der Regel jedenfalls anders aus.

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Links/Quellen:
  1. Betfair: http://de.wikipedia.org/wiki/Betfair
  2. : http://fastvoice.net/wp-content/uploads/2010/07/betfair-brief.jpg
  3. [Image]: http://fastvoice.net/wp-content/uploads/2010/07/betfair-brief.jpg
  4. Betfair: http://www.betfair.com/de/aboutUs/
  5. eine Veröffentlichung: http://betfairpresse.blogspot.com/2010/04/betfair-uberspringt-3-millionen.html

Source URL: http://fastvoice.net/2010/07/03/betrug-mit-betfair/