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29.7.2009 von Wolfgang Messer.
Die gute Nachricht für unsere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt: Ihr gepanzerter S-Klasse-Mercedes ist - offenbar nach einem gewaltsamen Carjacking - unbeschädigt in der Nähe ihres spanischen Urlaubsortes Alicante wieder aufgetaucht.
Die schlechte Nachricht für die Ministerin: Ihre politischen Zukunftsaussichten sind trotz des überraschenden Fundes nachhaltig beschädigt; die Diskussion um die Verwendung eines Dienstwagens samt Chauffeur im Urlaub hat zu viel Staub aufgewirbelt und (teils auch geheuchelte) Empörung verursacht.
Soweit die Fakten, jetzt die munteren und bitte nicht ernstzunehmenden Spekulationen: Hat die Ärzteorganisation “Hartmannbund” den Diebstahl in Auftrag gegeben, um mit dieser “Bypass-Operation” dafür zu sorgen, dass eine unbequeme Gegnerin im Kampf um auskömmliche Honorare diskreditiert wird? War’s CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla, der um jeden Preis eine erneute große Koalition nach der Bundestagswahl verhindern will und der ja sowieso vor nix zurückschreckt? War’s ein SPD-Ministerkollege, der neidisch auf den tollen Wagen ist und selbst mal ein paar Kilometer drin fahren wollte? Nee, das kann nun nicht sein, denn diese Minister haben ebenfalls ihre B6/B7-gepanzerten Mercedes, BMW oder Audi zur Verfügung - einige davon auch im Urlaub.
Mein Verdacht: Es war zuerst ein ganz gewöhnlicher Diebstahl, wie er öfter mal der S-Klasse widerfährt, bis die Diebe entdeckten, dass es sich nicht um eine gewöhnliche Limousine handelt. Die Panzerung ist nämlich von außen für Laien nicht erkennbar und die Absatzmöglichkeiten für geklaute Sonderschutzfahrzeuge sind äußerst begrenzt. Ganz zu schweigen vom Fahndungsdruck und dem Medienrummel, der bei einem Minister-Fahrzeug deutlich größer ist als bei geklauten “normalen” Luxuskarossen. Es war deshalb wohl gesünder für die Langfinger, den Wagen der Gesundheitsministerin wieder auftauchen zu lassen.
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26.7.2009 von Wolfgang Messer.
Dass Motorjournalismus auch was mit Sex zu tun haben kann, habe ich ja vor Kurzem ausführlich beschrieben. Es geht aber noch direkter, wie Bild-Reporter Timo Friedmann lustvoll bei seinen ersten Runden im Flügeltür-Coupé Mercedes SLS er”fahren” hat: “Ehrlich gesagt, es war wie Sex”, überschreibt Friedmann den Beitrag, und war derart begeistert, dass er die Motorleistung des Testobjekts im Lauf seiner Geschichte von 571 auf 671 PS steigen ließ. Hat hier möglicherweise die Begeisterung des Piloten das Aggregat in neue Dimensionen getrieben? Oder war der für den Betrieb des Reporterhirns notwendige Lebenssaft in tiefere Regionen abgesackt? Die Aufklärung ist einfach: Es mag wie “6″ gewesen sein, es ist aber in Wahrheit nur die “5″ vorne.
P.S.: Auch das unautodox-Blog nimmt sich den Umgang der Journalisten mit dem SLS zur Brust.
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